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  • DE-88212 Ravensburg
  • 12/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-146869)

Neubau Haus der Katholischen Kirche


  • Teilnahme

    Neubau Haus der Katholischen Kirche . Haupteingang, © Planungsbüro für Baukunst (atelier feuerroth)

    Architekten
    Planungsbüro für Baukunst . Dominik Burkard, Zimmern o.R. (DE), Karlsruhe (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Der Grundgedanke dieser Arbeit ist das Schaffen eines identitätsstiftenden Ortes für die katholische Kirche Ravensburg. Dies stellt für uns die Symbiose zwischen dem vorhandenen Bestandsgebäude an der Herrenstraße und einem neuen Baukörper an der Wilhelmstraße dar, welcher sich mit seiner Eingangsfassade zur Liebfrauenkirche und dem Platz orientiert. In der Einheit und Verbundenheit der beiden Gebäude, wie auch in der funktionalen Gliederung der Nutzungsbereiche in den einzelnen Geschossen und Baukörpern, sehen wir ein klares und lebendiges Haus, das sich als ein neuer und prägnanter Stadtbaustein an diesem wichtigen Ort in Ravensburg darstellt.

    Der Neubau positioniert sich als markantes und selbstständiges Gebäude in der gewachsenen Kernstadt und nimmt Bezüge des heterogenen Umfeldes in seiner Fassadengliederung auf. Der neue Baukörper schließt den Blockrand an der Ecke Herrenstraße / Wilhelmstraße mit seiner 3-Geschossigkeit. An diesem Drehpunkt, zwischen den kleinteiligen Stadthäusern im Kern und den größeren Nachbarbauten, wie die Liebfrauenkirche, das Konzerthaus und den Schulgebäuden, bildet der Neubau einen übergeordneten Schwerpunkt im Stadtbild von Ravensburg. Zur Vehrengasse überlappt sich der langgestreckte Baukörper mit den kleinteiligen Nachbarbebauungen und schützt den vorhandenen grün bewachsenen Innenhof vor Lärm und Einblicken.

    Ein massiv kubischer, horizontal in seiner Tragstruktur gegliederter Baukörper aus vertikal geschaltem roten Sichtbeton erfüllt diese Erwartungen. Fenster in unterschiedlichen Breiten sitzen zwischen den Geschossdecken und strukturieren die Außenfassade mit unterschiedlich großen und kleinteiligen Formaten. Die Lochfassade wird geziert durch feine vertikale Messinglamellen die zwischen den Leibungen sitzen. Diese greifen als Überlieferung die vorhandenen Fensterläden im städtischen Kontext wieder auf und rufen ein filigranes Spiel sowohl im Straßenraum, wie auch in den Innenräumen hervor. An der Herrenstraße stehen bei der in den Vordergrund tretenden Eingangsfassade der Innen- und Außenraum in engem Bezug. Foyer / Café wird ein Teil des Stadtraumes. Die Glasfassade ruft hier mit den vorgesetzten Messinglamellen durch ihre Semitransparenz eine Art ´konträre Intervention` hervor.

    Platz, Kirchencafé, Foyer und Saal sitzen prägnant zusammenhängend in einer Reihe im Erdgeschoss und erlauben dadurch barrierefreies Agieren. Vom mittig gelegenen offen gestalteten Foyer gelangt man direkt, wegweisend und einfach durch eine Treppenanlage, einen Aufzug oder ebenerdig in die einzelnen Nutzungsbereiche. In direkter Anbindung stehen das Kirchencafé und der zweigeschossige Saal, das Herzstück des Hauses. Dieser öffnet sich nach Süden in den Innenhof der Blockrandbebauung. Nordlicht kann diffus von der Wilhelmstraße her eindringen und schafft einen direkten Blickbezug zum Konzerthaus. Die Gruppenräume sitzen dem Foyer zugeordnet im 1. Obergeschoss. Über eine freistehende Treppe im Luftraum erfolgt eine direkte Verbindung und Erschließung. Der Verwaltungsapparat befindet sich zurückgezogen, jedoch leicht auffindbar, im 2. Obergeschoss und erstreckt sich hier über eine Etage, so dass Funktionsabläufe direkt und auf kurzem Wege abgewickelt werden können. Das Pfarrbüro befindet sich in den neu renovierten Räumen des Bestandsgebäudes Herrengasse 1 und ist im Erdgeschoss direkt an das offen angelegte Foyer angeschlossen.

    Der Haupteingang befindet sich zur Herrenstraße und öffnet sich mit einer transparenten Fassade dem Besucher. Zusätzlich kann das Gebäude von der Rückseite, der Vehrengasse, aus betreten werden. Ein direkter Zugang führt von dort aus direkt am Saal vorbei in das Foyer im Erdgeschoss. Mitarbeiter erreichen von dort auch den Verwaltungsbereich über das notwendige Treppenhaus.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.