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  • DE-85560 Ebersberg, DE-85560 Ebersberg
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-171078)

Kinder- und Familienhaus St. Sebastian


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Yvonne Baur

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Voith Architektur und Stadtplanung, München (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das geplante Gebäude fügt sich harmonisch und respektvoll gegenüber dem Baudenkmal in den städtebaulichen Kontext ein. Die Maßstäblichkeit der Baukörper findet sich in angenehmer Weise auch in den Fassaden wieder. Geschickt ist die leichte Verschwenkung des langgestreckten Baukörpers an der Pfarrer-Bauer-Str. So entsteht eine sichere Bring- und Holzone mit einer signifikanten Verbesserung des Straßenraums.

    Die Einhaltung der Traufhöhe des Klösterls fördert ebenfalls die gute Einbindung ohne Anbiederung und falsche Unterordnung. Das Baudenkmal steht als städtebauliche Dominante selbstbewusst vor dem Neubau, der dieses als Klammer umfasst. Süd- und Ostfassade sind frei einsehbar, an die Westseite schließt der Neubau an. Dieser Anschluss verdeckt im EG eine Fensterachse und ist auch innenräumlich weniger glücklich organisiert. Die dem natürlichen Geländeverlauf folgende Abstufung nach Osten folgt konsequent dem Entwurfsgedanken, Neues entschieden, aber respektvoll neben und integrierend mit dem bestehenden Denkmal zu verbinden.

    Die Platzierung des Bauwerks im Norden lässt viel zusammenhängenden Freiraum im Süden. Zwei daran angelagerte geschützte Hofausbildungen ergänzen dieses Angebot der offenen Flächen günstig.
    Insgesamt haben somit alle Gruppen der Krippen- und Kindergartenkinder einen direkten Anschluss ans Freispielgelände. Der Vorschlag, dort über kleine Gehölzgruppen mit topografischen Nischen den Hang zu gliedern, erscheint angemessen. Die großzügigen OG-Balkone im Süden und um den östlichen Hof bieten den Hortkindern einen separierten Aufenthaltsbereich abseits der Kleinen.

    Der Entwurf zeugt von einem im Wesentlichen guten Verständnis für die betrieblichen Erfordernisse.
    Lediglich folgende Punkte können nicht überzeugen:

    Das Büro der Leitung liegt in ungünstiger Entfernung zum Eingangsbereich

    Der große Eingriff in die Bausubstanz des Denkmals beim Haupttreppenhaus kann so nicht akzeptiert werden. Es wird auch ein Engpass bei den Bewegungsabläufen im täglichen Gebrauch erwartet.

    Die Belichtung der Gruppenräume im Innenhof im Erdgeschoss ist beeinträchtigt. Dagegen steht die hohe Aufenthaltsqualität im Innenhof für geschützte kontemplativere Nutzungen im Freien. Allerdings muss für die ausschließlich zum Innenhof orientierten Ruheräume eine Lärmbeeinträchtigung durch die Hortkinder befürchtet werden.

    Die Mehrzweckräume können von den Kindergartenkindern nur schwer ohne Aufsicht erreicht werden, weil der Eingangsbereich, der das KBW erschließt quasi öffentlich ist, und durchquert werden muss.

    Die vorgeschlagene Baukonstruktion ist gut geeignet die Ziele der Auslobung zu erreichen. Sie ist nicht mit besonderen technischen Schwierigkeiten verbunden.

    Der Entwurf zeichnet sich, mit Ausnahme der westlichen Ansicht durch eine sehr hohe gestalterische Qualität aus. Dies zeigt sich sowohl im Baukörper und den ausgewogenen Fassaden, wie auch im Innenbereich. Der lange Erschließungsflur im Bereich der KITA erhält durch die erkerartigen Fenster eine gute Aufenthaltsqualität und eröffnet interessante Ein- und Ausblicke.

    Der Entwurf lässt die geforderte Wirtschaftlichkeit in Herstellung, Betrieb und Unterhalt erwarten. Das Verhältnis von Haupt- zu Nebennutz- und Verkehrsflächen ist günstig. Die im Süden starke Gliederung unterstützt die Maßstäblichkeit. Sie erfordert aber den Gegenwert eines höheren Fassadenanteils. Im Bereich der Kindertagesstätte ist die erwünschte Flexibilität vorhanden, wenn gleich die Sanitärkerne nicht direkt übereinanderliegen.
    Die Bauweise entspricht dem Stand der Technik und dient der Erfüllung von Anforderungen aus Brand- und Schallschutz. Sie erfüllt die Kriterien der Nachhaltigkeit und bietet aufgrund der angebotenen Speichermassen in Verbindung mit dem vorgeschlagenen Energiekonzept sowie dem außenliegenden Sonnenschutz gute Optionen für einen funktionierenden sommerlichen Wärmschutz.
    Die technische Infrastruktur, insbesondere im Bereich der barrierefreien Vertikalerschließung ist auf das Notwendige reduziert. Sehr positiv ist zu bewerten, dass der Entwurf nur einen Aufzug benötigt.

    Insgesamt erfüllt die Arbeit die Ziele in überzeugender Weise trotz einiger funktionaler Schwächen.


INFO-BOX

Angelegt am 06.06.2014, 12:17
Zuletzt aktualisiert 30.06.2014, 16:54
Beitrags-ID 4-86163
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