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  • DE-94342 Straßkirchen
  • 11/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-114349)

Neugestaltung Straßkirchener Mitte mit Rathausneubau


  • Teilnahme

    Lageplan, © Planungsbüro für Baukunst

    Architekten
    Planungsbüro für Baukunst . Dominik Burkard, Zimmern o.R. (DE), Karlsruhe (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    FREIRAUMKONZEPT

    Die Ortsmitte an der Straubinger Straße wird durch das Rathaus, die Kirche St. Stephanus, das Wirtshaus und die zahlreichen stattlichen Anwesen gebildet, die um den Kirchplatz und Festplatz liegen. Die ganzen Gebäude liegen in der Nähe des Irlbaches, der der Ortsmitte mit den konsequent freigehaltenen Grünflächen einen besonderen Charakter geben. Die Grünfläche entlang des Irlbachs mit dem Wegesystem bieten ein großes Potential um die angrenzenden Quartiere für Fußgänger und Radfahrer noch prägnanter stärker abseits der teilweise stark befahrenen Straßen an die Ortsmitte anzubinden. Auch die Anbindung weiter nach Norden ist möglich, für Kinder oder mit einem tiefergelegten Weg sogar unter der Straßenbrücke hindurch.

    Um den Neubau des Rathauses entsteht die Neue Mitte. Der innere Platz vor dem Rathaus wird durch die sanften Stufen und die Sitzquader begrenzt. Im Süden entsteht so ein kleiner Hof, auf den sich der Sitzungssaal hin orientiert. Auf dem äußeren Platz finden Feste und Märkte statt, kann man sich treffen und in den vorderen straßennahen Flächen können PKW parken. Der Platz bindet die gegenüberliegende Straßenseite mit Kirche und zahlreichen stattlichen Gebäuden ein und ist ebenfalls mit dem gleichen Natursteinpflaster aus dem Bayerwälder Granit belegt. Vorrangig soll das bereits im Ort verwendete Natursteinpflaster verwendet werden, die Formate können auf die jeweiligen Situation angepasst verwendet werden. Auch die Oberflächenrauhigkeit soll vor dem Rathaus eine feinere sein, es wird gestocktes Pflaster vorgeschlagen.

    Der Irlbach ist in ein breites grünes Band gebettet, das bis an die Straubinger Straße reicht und auf der Nordseite konsequent mit einer Fuß- und Radwegeverbindung ergänzt werden soll. An den Irlbach gelangt man vom äußeren Platz über weite und flache Rasenstufen, die in diesem gestalteten Bereiche bis ins Wasser reichen. Ansonsten wird der Irlbach durch naturnah gestaltete Uferbereiche gesäumt. Nach Süden reiht sich ein baumüberstandener mit Kies belegter kleiner Platz mit Biergarten. Das Freibad erhält ein neues Schwimmbadgebäude in zeitgemäßer Holzbauweise mit neuer um 90 Grad gedrehter Ausrichtung, um der Anbindung des Irlbachtälchens an die Ortsmitte deutlich aufzuwerten. Es wird vorgeschlagen das Freibad im Zuge der Erneuerung als Naturfreibad mit biologischer Wasserreinigung anzulegen. Es besteht die Möglichkeit die Freibadfläche im Winter zu öffnen und evtl. sogar als Eislauffläche zu nutzen. Der Tiefwasserbereich kann eingezäunt werden. Der Irlbach soll in den Übergangszeiten als Wasserspielbereich in die Konzeption des Freibades mit einWbezogen werden können. Das Schwimmbad wird mit einer niederen aber breiten geschnittenen Laubhecke vor unberechtigtem Zutritt während der Freibadsaison geschützt, kann aber in regelmäßigen Abständen geöffnet werden.
    Die Wegeverbindung entlang des Irlbachs soll durch kleine Platzerweiterungen mit Granitquadersteinen, die zum Teil aus dem Platzbereich hier wieder verwendet werden Aufenthaltsqualität erhalten und eine räumliche Abfolge unterschiedlicher Naturerlebnisbereiche einen Rhythmus erhalten. Am Ende des Weges ist das Kletterspielgelände Ziel für alle Strasskirchener Bürger.

    Städtebau

    Als ein monolitisches Gebäude präsentiert sich das neue Rathaus in der `Neuen Mitte´ von Straßkirchen. Markant positioniert es sich im dörflichen Straßenraum und bildet mit seiner Vorderseite angemessen die neue Dorfmitte aus. An dieser wichtigen städtebaulichen Stelle schafft das Rathaus durch Maßstäblichkeit, Materialität und Haptik sicher und einfach die Symbiose zwischen gewachsener Dorfstruktur und angrenzendem Grünzug und bildet dadurch das Tor zum neuen Naherholungsgebiet.


    Organisation

    In seiner Funktion als Rathaus zeigt sich das Gebäude als offenes Haus des Bürgers und beherbergt für eine zukunftsfähige Gemeindeverwaltung aktuelle Ansprüche an ein soziales Miteinander. Lufträume zwischen den Geschossen bilden Kommunikationsräume und ermöglichen Sichtbezüge zwischen den Mitarbeitern, wie auch zu den Besuchern und eröffnen dadurch eine transparente und offene Verwaltungswelt. Das zweigeschossige Foyer verbindet EG mit dem darüber liegenden Trauzimmer im OG. Am Ende der Verbindungsachsen befinden sich offene und einladende Besprechungs.- und Wartebereiche, die Einblicke, aber auch interessante Ausblicke zur Kirche St. Stephanus und in den Grünzug am Irlbach zulassen.

    Intelligente Raumaufteilungen und sinnvolle funktionale Verknüpfungen in der horizontalen, wie auch in der vertikalen Ebene werden dem Anspruch an einen reibungslosen Arbeitsablauf gerecht. Die einzelnen Büroeinheiten, welche sich gegenüber sitzen sind durch leichte, transparente und transluzente Wände verbunden. Die Büroräume präsentieren sich lichtdurchflutet und einladend.


    Erschließung

    Ausgehend von der `Neuen Mitte` betritt man über einen kleinen Vorplatz das Rathaus. Der Haupteingang wird betont durch eine große Glasfassade und einen überdachten Vorbereich. Dahinter befindet sich die öffentliche und einladende Erdgeschosszone mit Einwohnermeldeamt, Bürgersaal und Bibliothek. Ein Nebeneingang gibt es auf der Ostseite, an welcher Stelle sich auch der notwendige Erschließungskern befindet.
    Zusätzlich gibt es hier noch einen direkten Eingang zur Bibliothek.


    Sitzungsaal / Bürgersaal / Freibereich

    Der Sitzungssaal befindet sich im EG des Gebäudes, direkt neben dem Foyer und ist auf einen intimerem Freibereich nach Süden hin ausgerichtet. Um den Sitzungsaal zu einem großzügigen Bürgersaal für Veranstaltungen und Festlichkeiten zu erweitern, können entweder der angrenzende Sozialraum oder das Foyer, da nur mit flexiblen Trennwänden abgegrenzt, dazu geschaltet werden.

    Trauzimmern / Dachterrasse

    Als ein besonderer Ort im neuen Rathaus zeigt sich das Trauzimmer im 1. OG. Es orientiert sich zur angrenzenden und ruhigen Dachterrasse im Süden und ist über die Vorzone mit dem Foyer im Erdgeschoß verbunden.

    Bibliothek

    Raum für eine Bibliothek gibt es an der Ecke Nord-Ost im EG, welche sich hier bewusst in den öffentlichen Raum hinein schiebt und Präsenz zeigt. Der gewählte Standort der Bibliothek im neuen Rathaus in der öffentlichen Erdgeschoßzone sehen wir in Verbindung mit dem Wartebereich für richtig an.

    Lärmbelästigung / Orientierung

    Als Schutz vor direktem Lärm, welcher von der Bundesstraße im Norden her ausgeht, sitzt als Puffer im EG das notwendige Archiv. Die Büroräume der Verwaltung orientieren sich nach Ost und West.

    VEREINS- / BEGEGNUNGSHAUS

    Für den ehemaligen Verwaltungstrakt des alten Rathauses wird eine künftige Nutzung als Vereins- / und Begegnungshaus vorgeschlagen.
    Sowohl der Wunschkatalog der Bürger nach Flächen für ihre Vereine, wie auch die vielfältige und verhältnismäßig große Vereinslandschaft in Straßkirchen und der Nachbarorte legt nahe, dass hier Bedarf besteht und von den Bürgern angenommen wird.
    Den Bürgern wird hier für ihre Vereine und Aktivitäten Raum gegeben. An der Dorfmitte entsteht so ein sozialer und kultureller Treffpunkt für alle Generationen.

    Zusammen mit dem Feuerwehrhaus wird das Vereins- / Begegnungshaus die ‚Neue Mitte‘ zusätzlich als Zentrum des Dorflebens und Dorfgeschehens stärken. Um die Zugehörigkeit zum Dorfzentrum zu verstärken wird der Haupteingang abgewandt von der Bundesstrasse in Richtung Marktplatz verlegt. In der Eingangshalle bekommen die künftigen Nutzer des Hauses einen Ort um Ausstellungen zu organisieren und sich und ihre Aktivitäten vorzustellen.

    Der derzeitige, direkt an der Bundesstrasse gelegene, Vorplatz des alten Rathauses wird als Fahrzeughof genutzt. Ein Platz für öffentliche Außenveranstaltungen für das Vereins- / und Begegnungshaus befindet sich in der neuen Dorfmitte.


    FEUERWEHRHAUS

    Das Erdgeschoss des bestehenden Feuerwehrhauses verbleibt in seiner ursprünglichen Nutzung als Fahrzeughalle für die Feuerwehr.

    Das Obergeschoss wird künftig vollständifg von der Feuerwehr genutzt und deren Bedürfnissen angepasst.
    Der künftige Schulungsraum kann zudem von den anderen im Haus ansässigen Vereinen für grössere Versammlungen genutzt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.