loading
  • DE-55116 Kaiserslautern
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4882)

Fachhochschule Kaiserslautern, Kammgarngelände


  • 1. Preis

    Lageplan 1:500 / Ansicht Nord

    Architekten
    Poos Isensee Architekten, Hannover (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Dipl. Ing. Mónica Llobell, Dipl.-Ing. Joachim Plate, Michael Helbing Fachplaner: Energieberatung Planungsgruppe VA Hannover Tragwerksplaner BSI Garbsen

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Planungsbüro Hubertus von Rundstedt, Schönfeld (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau, Gestalt und Prägung

    In unserem Vorschlag für die Erweiterung der Fachhochschule Kaiserslautern soll die Bebauung auf dem Kammgarngelände die Dreigeschossigkeit nicht übersteigen.
    Es sollen nach unserem Dafürhalten eher flächige Strukturen entstehen, die mit ihren überglasten Atrien die Assoziation an die industriell genutzten Vorgängerbauten wach hält. Gleichzeitig wird im Bereich des Stadteingangs die vorhandene Bausubstanz lediglich neu genutzt und das äußere Erscheinungsbild direkt übernommen. Durch strategische Eingriffe (z.B.: Entfernung der Laderampe und Eingang auf Straßenniveau Bau 26/ 28 und ebenerdiger Anordnung der übrigen Neubauten) ist die barrierefreie Erschließung der einzelnen, gereihten, durch Zäsuren voneinander getrennten Baukörper gewährleistet.
    Allein die Verbindungsstege in der Ebene des 1.OG verknüpfen die studentischen Einrichtungen und Aktivitäten, ähneln dem funktional linearen Produktionsablauf im überkommenen Bestand.
    Im weiteren Verlauf der Schoenstraße werden die Fassaden der ehemaligen Produktionshallen lapidar umfunktioniert und als steinerne Kulissen zur Abschirmung störender Emissionen und Einblicke, als Pufferzone zu den Niedrigenergiehäusern interpretiert. Als Reminiszenz der maroden Bausubstanz, die sich für die neue Nutzung als wissenschaftliche Einrichtung mit Passivhausstandard nicht eignet.
    An zentraler Stell des neu entstehenden Campus wird die Mensa in ähnlicher Höhenentwicklung wie die alte Shedhalle neu als zweigeschossiger quadratischer Baukörper mit leichter Dachfläche in das Areal des Pocket- Parks eingebettet.
    So entstehen niedrige, in den Innenzonen gut zu belichtende kompakte Gebäudehüllen, die in der horizontalen Schichtung die Funktionen vereinigen, in der vertikalen Staffelung ein Abnehmen der Flächenkonzentration konzipieren und trotz starker Verdichtung und Verzahnung Offenheit innerhalb der Bauvolumina erzeugen.
    Büros und Labore sind Ost- West orientiert und entgehen somit der Ungunst des vorhandenen Gelände¬profils. Der Blick aus den Gängen und Atrien richtet sich dagegen auf die steile Abbruchkante des ehemaligen Steinbruchs, von dem die Gebäude Abstand einhalten und die Imposanz der Felswand freilegen.
    Der Zwischenraum bis zur Felskante wird durch einen wasserbelebten Weg attraktiviert, vorbei an den Felsengrotten durchquert er den gesamten Campus und verbindet, ausgehend vom Parkplatz, auch die Zugänge aus der Stadt mit den Universitätsgebäuden.
    Rückgrat der Fachhochschulbauten FB 3 Multimedia, FB 4 Forschung/ zentrale Werkstätten, FB 5 Mensa/ Aula, sowie FB 2 Werkstätten/ Seminare/ Labore/ Verwaltung bilden die Fassaden der ehemaligen Kammgarnspinnerei, mit dem markanten Abknicken der Flucht zur Forellenstraße. An der Schoenstraße und am Kopfgebäude wird die Wucht der Industriearchitektur verstärkt und gleichermaßen relativiert durch das vorgelagerte Wasserbecken, das an der Flanke des Pocket Parks zur Felskante verschwenkt. Es imitiert in Blickrichtung zum Rathausturm den Verlauf der Lauter in geometrisch übertragener Form, denn alles was an diesem Ort aus dem Fels geschlagen und auf ihn gesetzt wurde ist einer vernunftbetonten, geradlinigen Ordnung unterworfen, steht im Kontrast zur organischen Vegetation der sanft ansteigenden Hügelformation des Lautertals nach Norden und nach Süden zu der zerklüfteten, steilen, rot leuchtenden Sandsteinwand.
    Der Gedanke fasziniert uns, dass zu dem transponierten, schweren Material leichte, filigrane, abstrakte Konstruktionen, Glas, aber auch versöhnliche Elemente, Vegetationsdächer hinzugefügt werden könnten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.