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  • 5. Preis

    © B19 ARCHITEKTEN BDA

    Architekten
    B19 Architekten BDA, Weimar (DE), Barchfeld (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Marc Rößling , Matthias Döhrer

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: Trabert + Partner, Geisa (DE), Weimar (DE)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro für Wärme- und Haustechnik IBP GmbH, Erfurt (DE)
    Modellbauer: modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE)

    Preisgeld
    10.400 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit 1003 ist durch 2 eigene Baukörper mit guter Platzbildung geprägt, der aber im Detail nicht konsequent umgesetzt wird. Die Anordnung ist rechtwinklig zueinander ohne Bezug oder Aufnahme von Gebäudekanten. Der Haupteingang für die Zuschauer ist an der Nord-West-Ecke situiert, der über einen kleinen und in seiner Dimension eher untergeordneten Vorplatz mit Bäumen erreichbar ist. Ein Teil der Parkierungsfläche wird mit Bäumen begrünt, was die Multifunktionalität des Festplatzes etwas einschränkt.

    Der zweite Bau (Ideenteil) für Universitäts-und Institutsflächen wird als Einzelbaukörper seiner Funktion und Außendarstellung gerecht, der Bezug zu den Sportfreiflächen im Süden wird jedoch nicht nachgewiesen. Die Flächenangeboten werden aber auf Kosten der sehr gering angesetzten Verkehrsflächen deutlich unterschritten, die Auffindbarkeit des Eingangs ist gegeben.

    Im Inneren der Sporthalle wird der Hallenbesucher über ein ausreichend dimensioniertes Foyer auf einer einläufigen, breiten Treppe nach oben in den Verteilerbereich geführt. Die Verteilung auf die Sitzbereiche mit einem Erschließungsgang ist gut und am Ende sehr großzügig gelöst. Die Barrierefreiheit ist mit einem Aufzug im Eingangsbereich gelöst. Der Blick auf das Spielfeld ist auf der Nordtribüne eingeschränkt. Damit werden die angebotenen Zuschauerplätze um ca. 20 % minimiert. Trotz der steilen Tribünen ist eine vollständige Einsehbarkeit auf das Spielfeld nicht gegeben.

    Der Schulsportzugang, der gleichzeitig Sportlereingang ist, scheint deutlich unterdimensioniert und wird der häufigen Nutzung von großen Schülerzahlen nicht gerecht. Zudem werden keine getrennten Schmutz- und Saubergänge angeboten. Die Kletterhalle ist mit der direkten Anbindung an den Eingang gut gelegt und überzeugt an dieser Stelle. Die Einsichtigkeit in die Halle von außen ist gut nachvollziehbar und weckt Interesse bei den Vorbeigehenden. Die Nebenraumfunktionen sind gut nachgewiesen und bis auf den Technikanteil ausreichend und sinnvoll angeordnet.

    Die Institutsflächen sind deutlich unter der „Zielzahl“ von ca. 7500 BGF und mir den geringen
    Verkehrsflächen so nicht akzeptierbar. Die Anordnung der Räume ist in Bauabschnitten realisierbar, aber mit ihren Beziehungen zur Spielfläche falsch orientiert.

    Die Konstruktion und das Tragwerk der Halle scheinen mit der Stahlträgerkonstruktion einfach und mit dem „Unterbauch“ geschickt für die geringe Höhenentwicklung zu sprechen, obwohl ansonsten der Träger sehr massig in der Ansicht wirkt. Die Fassade und Außenansicht mit hochgestellten Aluminiumpanelen vereinnahmt die Halle wie die restlichen Baukörper als Ganzes. Eine Funktionsablesung der inneren Nutzung erfolgt über die verschiedenen Abstände der Streben was beruhigend und positiv gestehen wird. Die Bürobelichtungen sind aber zu hinterfragen.

    Eine Bauabschnittsbildung ist nachgewiesen, die Baukörper bedingen sich nicht gegenseitig, was auch den Verzicht auf Synergien bei einem gleichzeitigen Bau bedeuten würde. Die Bildung von eigenen Grundstücken ist möglich mit einer gemeinsamen Erschließung.

    Die Arbeit stellt im wirtschaftlichen Vergleich eine durchschnittlich Lösung aufgrund des BRI-
    Wertes dar. Der Freiraum wird nicht durchgängig zum Naherholungsbereich und dem Naturschutzgebiet angeboten, sondern durch Parkplätze und dem Institutsbaukörper verstellt. Die Baumreihe im Süden wird erhalten, die Verknüpfung zum Sportplatz im Süden aber nicht effektiv für Sitztribünen oder durch Anbindungen (Ausgänge) genutzt.

    Die Arbeit stellt mit der gelungenen Fassade und den angenehmen Kubaturen einen guten
    architektonischen Beitrag dar, der aber durch fehlende Freiraumqualitäten geschwächt wird.


INFO-BOX

Angelegt am 01.07.2014, 17:23
Zuletzt aktualisiert 19.12.2014, 15:01
Beitrags-ID 4-87236
Seitenaufrufe 254