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  • Anerkennung


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    Energieplaner
    Ingenieurbüro Leiser, Würzburg (DE)

    Verfasser
    Thomas Leiser

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten, Berlin (DE), Stuttgart (DE), Köln (DE), Dresden (DE), Wrocław (PL), Erlangen (DE), Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: Planungsgruppe Landschaft | Landschaftsarchiteckten · Stadtplaner · Landschaftsökologen, Nürnberg (DE)
    Tragwerksplaner: KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH, Darmstadt (DE), Berlin (DE), Freiburg im Breisgau (DE), Karlsruhe (DE), Dresden (DE), Mainz (DE), München (DE)

    Erläuterungstext
    Grundprinzip unsere Energieplanung war, dass zunächst das Gebäude der Umgebung und Nutzung angepasst wird, die Architektur also bereits im Entwurf auf die klimatisch-energetischen und nutzungsspezifischen Anforderungen reagiert. In einem zweiten Schritt folgte die Prüfung auf die Nutzung natürlicher Ressourcen wie beispielsweise der natürlichen Lüftung. Und als letzter Schritt dann die Planung einer möglichst effizienten Versorgungs- und Gebäudetechnik unter Berücksichtigung des Primärenergiebedarfs und der Wirtschaftlichkeit.

    In Stichworten:
    - Sehr gute Dämmung und 3-fach verglaste Wärmeschutzfenster
    - Minimierung und Vermeidung von Wärmebrücken
    - Sommerlicher Wärmeschutz durch außen liegende, verfahrbaren Sonnenschutz
    - Dachoberlichter und Fenster zur optimalen Nutzung des Tageslichtangebots
    - Anschluss an das effiziente Erlanger Fernwärmenetz
    - Kompressionskältemaschine mit effizienter Rückkühlung
    - Nutzung der Gebäudemasse als thermischer Puffer
    - im Sommer nächtliches Entspeichern der thermischen Gebäudemasse über freies Lüften
    - Freie Lüftung über automatisch gesteuerte Fenster
    - Ergänzend zentrale Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung
    - Photovoltaikpaneele auf dem Dach

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit sieht die große Baumasse der Sporthalle an der Ostseite des Grundstücks vor, die Institutsgebäude Zaster und NLZ bilden die südwestliche Abgrenzung der Bebauung und formen zusammen mit der Einfachhalle des dritten Bauabschnittes eine begrünte Hofsituation. Die Erschließung der Halle erfolgt über eine großzügig bemessene, baumbestandende Passarelle, in der auch Fahrradabstellplätze angeordnet sind.

    Die gebildete Platzsituation ermöglicht für die Institutsgebäude und die Einfachhalle eine gut funktionierende Erschließung. Für die Hallennutzer entsteht durch diese Anordnung jedoch ein ca. 42 m langer Zuweg von der Hartmannstraße aus.

    Von der Hartmannstraße aus zeigt sich das Ensemble sowohl vom Süden als auch von Westen jeweils von der Rückseite, insgesamt lässt der Gebäudekomplex die eindeutige Adresse vermissen. Sämtliche Eingänge befinden sich auf der Hofseite. Beim Einsetzen des Modells in die Einsatzplatte wird deutlich, dass ein Ausklingen der Bebauung zum Landschaftsschutzgebiet durch die Institutsgebäude angenehmer wäre, als die massive Abgrenzung durch die enorme Baumasse der Sporthalle. Problematisch ist zudem die städtebauliche Situation bis zur Realisierung des 2. und 3. Bauabschnittes.

    Die Erschließung der Wettkampfhalle für Veranstaltungen erfolgt über das Obergeschoß ringförmig; der Zugang für die knapp 3000 Besucher über eine Haupttreppenanlage wird als problematisch angesehen. Die Sichtmöglichkeiten sind gut ohne Einschränkungen, die Hallenfläche wurde entsprechend auf 28,5 m² verbreitert.
    Positiv anzumerken ist die Belichtungs- und Ausblickmöglichkeit vom Obergeschoß aus in das Landschaftsschutzgebiet. Weniger geeignet erscheint auch aus gestalterischen Gründen die „Guckkastenlösung“ zum Platz hin.

    Für die Fassadengestaltung der Halle erscheint das gewählte Material Metallpaneele Edelstahl-Cortenstahl als zu wuchtig und zu dominant für die große Baumasse.
    Gestalterisch positiv ist das Foyer im Obergeschoß zu bewerten, insbesondere auch durch die Belichtungsmöglichkeiten seitlich und von oben.

    Stahlbetonskelettbau mit weit gespannten Stahl-Fachwerkträgern und Ausfachungen aus Porenbeton, Außendämmung. Bewährte und wirtschaftliche Konstruktion.

    Die Arbeit liegt bei sämtlichen Kennzahlen im unterdurchschnittlichen und damit wirtschaftlichen Bereich. Die ausgewiesenen Technikflächen dürften mit 5,18 % keinesfalls ausreichen (üblich sind 12-15 %).
    Insgesamt ist der Entwurf hinsichtlich der gewählten Konstruktionsart (Massivbau mit Stahl-Fachwerk, vorgehängte Fassaden, allseitige Wärmedämmung) und der beschriebenen Haustechnik als wirtschaftlich zu bezeichnen.

    Der Entwurf kann bezüglich der Kriterien Funktionserfüllung, Konstruktion und Wirtschaftlichkeit überzeugen. Die Fassadengestaltung der Halle ü berzeugt jedoch nicht.

    Ebenso vermag die städtebauliche Anordnung der Institutsgebäude und der Halle aus den dargestellten Gründen nicht zu überzeugen.


INFO-BOX

Angelegt am 02.07.2014, 09:59
Zuletzt aktualisiert 24.07.2014, 11:29
Beitrags-ID 4-87267
Seitenaufrufe 86

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