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  • DE-88069 Tettnang
  • 06/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-152066)

Gestaltung der Öffentlichen Räume der Innenstadt


  • 1. Preis

    Tagperspektive Karlsstraße

    Architekten, Stadtplaner
    GERHARDT.stadtplaner.architekten, Karlsruhe (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mona Madina

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Neuordnungs- und Gestaltungsidee
    Das übergeordnete städtebauliche Ziel des Entwurfs ist die verbesserte Wahrnehmung des Bereichs zwischen Montfortstraße und Karlsstraße sowie zwischen Schlossstraße und Bärenplatz als gestalterische Einheit und als ablesbare Kernstadt von Tettnang. Dabei soll auch die Verbindung zum Schlossareal, das als wesentlicher identitätsstiftender Faktor der Stadt gesehen wird, gestärkt werden.
    Im gesamten Kernstadtbereich soll der Verkehr nur mit reduzierter Geschwindigkeit fahren, die beiden Haupteinkaufsstraßen mit dem größten Fußgängerverkehr, die Montfortstraße und die Karlsstraße, sollen als verkehrsberuhigter Bereich ausgebildet werden.
    Das durchgehende Material für den Stadtboden der Kernstadt, ein graues Granitpflaster mit changierender Farbigkeit, betont die Wertigkeit des zentralen Stadtbereichs und bildet den homogenen Hintergrund für die weitere Ausgestaltung der verschiedenen Teilbereiche.
    Die unterschiedlichen Verlegearten des Pflasters, ein ‚wilder Verband‘ im Bereich der historischen Altstadt mit der Montfortstraße, der Schulstraße sowie einem Teil der Schlossstraße und eine Verlegung in Reihen im restlichen Bereich, unterstreichen die städtebaulichen Besonderheiten und geschichtlichen Zusammenhänge der Straßenräume.
    Darüber hinaus akzentuieren zwei individuell gestaltete Bänder die beiden Hauptachsen der Innenstadt, die Karlstraße und die Montfortstraße.

    Bereich Montfortstraße
    In der Montfortstraße wird das bereits angelegte Motiv des Wassers aufgenommen und differenziert. Der offene Wasserlauf des „Stadtbachs“ wird stellenweise aufgeweitet, Wasserspielangebote schaffen neue Aktionsflächen für Kinder. Ein Feld aus straßenniveaugleichen Bodensprudlern akzentuiert und belebt den Rathausplatz, ohne den Marktbetrieb einzuschränken. Neue Sitzelemente entlang des Wasserlaufs ergänzen die Gestaltung des Abschnitts. Die Stellplätze im Bereich des Rathausplatzes werden so umgestaltet, dass nordöstlich des Rathauses die Möglichkeit für eine Außenbewirtschaftung und damit eine Belebung des Rathausplatzes entstehen kann.

    Verbindung Karlstraße - Montfortstraße
    Die Verbindung zwischen den beiden Einkaufsachsen der Innenstadt über die Küfergasse wird wesentlich gestärkt und neugestaltet. Dafür sollte perspektivisch auch über eine bauliche Neuordnung der Bebauung zwischen Küfergasse und Zum Stadtgraben nachgedacht werden. Der Entwurf schlägt hier einen „Stadtpavillon“ vor, der durch seine zurückgesetzte Stellung im Gefüge der Karlstraße einen neuen Platzraum definiert, in die Küfergasse hineinführt und großzügigere Durchgänge in Richtung Monfortstraße definiert. Eine Showbrauerei mit „Hopfengarten“ und geschütztem Spielangebot, die den nordöstlichen Abschluss des neu gefassten Rathausareals bildet, ist ein weiterer Trittstein, der die Verbindung zwischen Montfortstraße und Karlsstraße hervorhebt. Der Platz nordwestlich des neu geschaffenen „Stadtpavillons“ wird soweit als möglich freigeräumt, die transparente
    Überdachung des Parkhauszugangs wird erneuert, ein Wasserspiel bietet einen neuen Akzent für die Platzfläche. Besondere Einzelbäume begleiten die Querverbindung und akzentuieren die kleinen Platzsituationen.

    Karlsstraße
    Der lineare Straßenraum der Karlstraße wird durch versetzt angeordnete Baumreihen in 3 Abschnitte gegliedert, die wesentliche Querverbindungen aufnehmen und hervorheben.
    Der Straßenquerschnitt wird niveaugleich ausgebaut. Entwässerungsrinnen begrenzen den Fahrstreifen, flankiert von Längsparkplätzen auf der einen Seite und einem gestalteten Band unter Bäumen auf der gegenüberliegenden Seite.
    Der „Basaltteppich“ - mit in das Pflaster integrierten, eingestreuten LED-Leuchten - unterstützt die Abschnittsbildung, ist Boden für das Stadtmobiliar und bildet auch in der Nacht einen charakteristischen Gestaltungsakzent. Besonders gestaltete Quader werden als großzügige Sitzmöbel oder Pflanzgefäße variiert. Breite Zonen vor den Gebäuden bieten zusätzlichen Raum für Außengastronomie und Verkaufsstände.
    Der Bus hält ohne gesonderte Busbucht im Fahrstreifen, die Haltestellenüberdachung rückt hinter die Zufahrt zur Tiefgarage an der Neugasse.

    Lichtkonzept
    Ziel des Lichtkonzeptes ist es, einerseits den historischen Altstadtbereich um die Monfortstraße und die Schulstraße, andererseits die Karlsstraße, aber auch die kleinen dazwischen liegenden Gassen in ihren Besonderheiten zu unterstreichen und unverwechselbare, überraschende Beleuchtungssituationen zu schaffen.
    Während der Bereich der historischen Altstadt in ein punktuelles, warmweißes Licht gekleidet wird, das der Lichtfarbe der Glühlampe ähnelt, wird in der Karlstraße eine Beleuchtung mit Reflektoren- Lichtmasten vorgeschlagen, die für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung sorgen. Eingestreute LED-Steine im Basaltteppich und Bodenstrahler unter den Bäumen setzen besondere, spielerische Lichtakzente.
    Der „Stadtbach“ und die neugeschaffenen Wasserflächen werden am Abend durch blaues Licht in ihrer Präsenz unterstützt, die Stege am Stadtbach werden mit LEDs unterleuchtet.
    Einzelne historisch bedeutsame und markante Gebäude werden durch GOBO-Strahler sanft beleuchtet und hervorgehoben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.