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  • 2. Preis

    Lageplan, © de la Ossa Architekten GmbH

    Stadtplaner
    delaossaarchitekten, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Julika Petz, Sylvia Maier, Katharina Lechner, Mariela Rey

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: NRT NARR RIST TÜRK Landschaftsarchitekten BDLA, Stadtplaner & Ingenieure, Marzling (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag gliedert die Bebauung in fünf ähnliche Quartiere, die eine prägnante Struktur aufweisen und einen klar definierten Ortsrand bilden. Die neue Struktur differenziert sich vom angrenzenden Bestand und entwickelt einen sehr eigenständigen Ausdruck. Die verkehrliche wie fußläufige Erschließung ist stringent.

    Die Grünverbindungen stärken die Qualitäten am Standort, es entstehen vielfältige Verbindungen zwischen Ort und Landschaft, die Grünfuge in der Verlängerung des Eulenwegs fällt entgegen der Auslobung deutlich zu schmal aus. Durch die den neuen inneren Grüngürtel entsteht ein wertvoller Binnenraum, der das Wäldchen am bestehenden Krippenhaus ergänzt und Rücksicht gegenüber den Bestandsbauten nimmt. Die zwei östlich gelegenen Hofhäuser im Bereich des Grüngürtels wirken in diesem Kontext unverständlich.

    Das Gewerbequartier ist plausibel, günstig erschlossen und bildet durch den Gebäuderiegel im Westen ausreichend Schallschutz gegenüber der angrenzenden Wohnbebauung.

    Die Wohnquartiere sind über die Wohnanger gut erschlossen, die einen reizvollen halböffentlichen Außenraum bilden. Die Ketten- und Rucksackhäuser sind auffällig lang, deren Ausarbeitung im Grundriss überzeugt nicht in allen Details. Die Freibereiche zur Grünfuge werden positiv gesehen. Der Geschosswohnungsbau wird hinsichtlich der Schallproblematik wie auch der Ost-West-Ausrichtung als sehr gut bewertet, kritisch ist der knappe Abstand zwischen den Häusern zu sehen. Die schrägen Abschnitte auf der Nordseite werden im Hinblick auf Funktionalität und Vermarktbarkeit als nicht optimal erachtet.

    Die Situierung des Einheimischen-Modells inmitten des Planungsgebietes überzeugt. Das Pflegeheim wird auf Grund der vier Geschosse und der Ausrichtung des Hofes nach Südost kritisch beurteilt. Die Anforderungen an Bebauungsdichte und Stellplätze ist auf das Gesamtgebiet gesehen erfüllt, die Verteilung innerhalb der Teilgebiete weicht jedoch von den Zielen ab. Eine bauabschnittsweise Realisierung ist möglich.

    Im Ganzen liegt ein in städtebaulicher Hinsicht sehr wertvoller Beitrag vor, wobei im Detail hinsichtlich der Akzeptanz der Wohnungstypen durch zukünftige Bewohner Bedenken bestehen bleiben.

    Die Wohnanger als Erschließungshöfe und die grünen Fugen zwischen den Baufeldern fügen sich zu einem schlüssigen und qualitätvollen Freiraumkonzept. Die Fugen sind wohlproportioniert und können vielfältige Spiel- und Aufenthaltsfunktionen aufnehmen. Zugleich erlauben sie den Bezug zum Landschaftsraum der Rodungsinsel. Auch die Erschließungshöfe versprechen eine hohe Aufenthaltsqualität und profitieren zusätzlich von den Blickbezügen in die grünen Fugen.

    Die Straßenstruktur ist klar gegliedert in Wohnstraßen mit Erschließungsfunktion und die
    Angersituationen in den Wohnquartieren. Die kurzen Erschließungswege werden begrüßt. Allerdings wird der Fahrverkehr durch die oberirdischen Stellplätze nicht gänzlich aus dem Anger ferngehalten. Je Wohnquartier ist eine große Tiefgarage vorgesehen. Die entsprechenden Zufahrtsbereiche liegen sinnvoll an der Peripherie der Quartiere. Eine Durchfahrtsroute für den Bus durch das Plangebiet ist nicht dargestellt, erscheint jedoch möglich.

    Die Ausrichtung des Innenhofes Seniorenwohnheim nach Süd – Osten ist unglücklich gewählt, da sich an dieser Stelle die Anlieferungszone der Küche befindet und damit auch der angrenzende Freibereiche des umliegenden Grünlandes nicht mit einbezogen wird.

    Der Wettbewerbsentwurf setzt die Vorgaben des Auslobungstexts zum Thema Immissionsschutz relativ gut um. Zur Autobahn hin wird durch die Riegelbauten in den Randlagen ein Schallschutz erzielt, der durch eine Optimierung der Planung der sich anschließenden Ketten- und Rucksackhäuser noch verbessert werden kann. Positiv ist auch die Planung der Wohngebäude an der Dorfstraße zusehen, die bereits jetzt relativ große Abstandsflächen zu den maßgeblichen Lärmquellen hin aufweist und aufgrund der großen Grünflächen bei Bedarf wahrscheinlich noch etwas abgerückt werden könnte.