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  • 1. Preis

    Blick auf den Eingangsvorplatz, © bkt Architekten

    Architekten
    Krummlauf Teske Happold Architekten BDA, Heilbronn (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU Das neue Gemeindezentrum in Bönnigheim wird von der Heilig Kreuz Kirche und dem künftigen Gemeindehaus gebildet. An einen zentralen Kirchplatz , der sich über die Straße hinweg spannt, stehen sich Kirche und Gemeindehaus diagonal gegenüber und bilden ein Ensemble. Der Kirchturm positioniert sich Richtung Gemeindehaus, welches mit seiner Ausrichtung darauf reagiert und sich zu diesem hinwendet.
    Der neue Kirchplatz wird durch die L-förmige Figur des Gemeindehauses räumlich klar gefasst.
    Der Straßenraum erhält mit dem städtebaulichen Hochpunkt des Gemeindesaals an der Kreuzung Ammanstraße / Seestraße einen maßgeschneiderten Abschluss, ohne dass die üblichen Traufhöhen überschritten würden oder der Heilig Kreuz Kirche ihre dominierende Stellung genommen würde.
    Durch die Positionierung des Neubaus wird die volle Besonnung der nördlich angrenzenden Bebauung gewährleistet.

    ERSCHLIESSUNG Unter Ausnutzung der Hanglage werden die eher öffentlichen Bereiche wie Pfarramt und Gemeindesaal dem Kirchplatz an der Seestraße zugeordnet, wohingegen die Gruppenräume in einem Sockelgeschoss ebenerdig den Garten mit einbeziehen. Beide Ebenen sind somit barrierefrei erschlossen. Die Stellplätze befinden sich größtenteils auf der Gebäudenordseite. Die Anlieferung funktioniert ebenerdig entlang der Gebäudewestseite von der Seestraße.

    ARCHITEKTUR Um den skulptural geformten Gemeindesaal legt sich ein L-förmiger Flachbau, sodass der Gemeindesaal mit seinem geneigten Dach und dem krönenden „Lichtfänger“ empor ragt und Aufmerksamkeit beansprucht. Der zur Kirche gerichtete Eingang ist schlüssig im geschützten Winkel positioniert und nutzt mit einem durchgesteckten Foyer die Qualitäten des Grundstücks aus. So schließt es den grünen Garten mit seinem üppigen Baumbestand an den steinernen Kirchplatz an. Der Saal bietet über eine gezielt gesetzte Übereckverglasung einen intensiven Blickbezug zur Kirche und kann durch hinzuschalten von Foyer und Sitzungssaal sehr flexible genutzt werden. Pfarrbereich und Gruppenräume können jeweils autark erschlossen werden.
    Die Fassade des Gemeindehauses greift die Putzfassaden der Nachbarhäuser und der Kirche auf und zitiert die Sandsteinsockel der Umgebung in seinem Sockelgeschoss. Das Gemeindehaus kommt auf diesem Sockel innerhalb des abfallenden Geländes zu einem sicheren Stand.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit greift die Gebäudefluchten der Amannstraße und Seestraße auf, indem der L-förmige Baukörper mit seinem Hochpunkt genau auf der Straßenecke positioniert wird. Die Betonung der städtebaulichen Ecke wird für beiden Straßenfluchten als angemessen und wohltuend empfunden. Zwischen Kirche und Gemeindehaus entsteht über die Straße hinweg ein prägnanter neuer Kirchplatz, wobei sich die platzbildende Kante des neuen Gemeindehauses an den Rücksprüngen der Nachbarschaft orientiert und diese fortsetzt.

    Über den Kirchplatz wird das großzügige Foyer des Putzbaus ganz selbstverständlich betreten, das den Blick weiter in den Garten schweifen lässt. Im Erdgeschoss sind sehr geschickt sowohl die Gemeindesäle mit Nebenräumen als auch das Pfarramt angeordnet. Der Gemeindesaal und das Sitzungszimmer können über Doppeltüren und Trennwänden mit dem Foyer zusammengeschaltet werden, womit die Flexibilität und Variabilität in der Nutzung gesichert ist. Der Gemeindesaal erhält über die Übereckverglasung das Pultdach und die indirekte Belichtung seine architektonische Aufwertung. Das dazugehörige Stuhllager ist sinnvoll angeordnet von zwei Seiten nutzbar.

    Die Pfarrverwaltung ist mit einem eigenen Eingang ebenerdig funktional organisiert. Die gut proportionierten Gruppenräume im Sockelgeschoss sind ebenfalls separat nutzbar und verfügen über eigene WCs und eine eigene Teeküche. Eine zusätzliche Behindertentoilette wäre für diese Nutzungseinheit wünschenswert. Die Jugendräume verfügen darüber hinaus über einen eigenen Außenbereich mit Terrasse. Direkt daran angrenzend werden auf der Nordseite des Gebäudes fünf der sechs geforderten Stellplätze nachgewiesen wobei auch der sechste Stellplatz noch einzuplanen wäre.

    Für eine wirtschaftlichere Errichtung und noch bessere Einfügung sollte über eine Reduzierung des Saalvolumens nachgedacht werden.

    Insgesamt handelt es sich um eine sehr gelungene Arbeit, die ein hohes Maß an Verständnis für die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen der Kirchengemeinde erkennen lässt. Das vorgeschlagene Gemeindezentrum stellt Bezüge zu den Nachbarbauten her und ist von unverwechselbarer sowie angemessener Erscheinung.


INFO-BOX

Angelegt am 11.08.2014, 10:19
Zuletzt aktualisiert 11.08.2014, 14:35
Beitrags-ID 4-89505
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