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  • 3. Preis

    Außenraumperspektive, © LIMA* architekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LIMA architekten | Lisa Bogner und Tobias Manzke, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen eingeschossigen, L-förmigen Baukörper vor, der präzise in das vorhandene bauliche Umfeld eingefügt ist und dabei ganz beiläufig die Baufluchten der zwei angrenzenden Straßen aufnimmt. Durch die gezielt flache Ausbildung des Neubaus soll die Bedeutung der Kirche als ein fernwirksames Gebäude unterstützt und keinesfalls in Frage gestellt werden. Ob diese zunächst sympathische Idee auch stadträumlich sinnvoll ist, wird im Preisgericht kontrovers diskutiert. Einerseits wird diese Geste als angemessen angesehen, andererseits wird die Frage gestellt, ob das neue Gemeindezentrum nicht einer stärkeren Präsenz bedarf.

    Positiv bewertet wird der deutliche Bezug zur Kirche, der über den gut dimensionierten Platzraum vor dem neuen Gemeindezentrum angeboten wird. Dieser angenehm proportionierte Raum könnte vielfältige Aktivitäten ermöglichen und zu einem wichtigen Anlaufpunkt der Gemeinde entwickelt werden. Durch das Angebot des Vorplatzes für öffentliche Nutzungen und die Ausbildung seiner Ränder entwickelt das Gemeindehaus eine offene und einladende Geste. Die Kirche wird dabei zum selbstverständlichen Teil des Gesamtensembles. In der Logik des Entwurfes nicht nachvollziehbar, ist die vorgesehene Verglasung der am östlichen Rand des Platzes gelegenen Arkade. Die vor dem Gebäude geplanten Behindertenstellplätze sind in der Lage funktional zwar nachvollziehbar, hinsichtlich angedachter Platzqualität wird deren Positionierung kritisch gesehen. Darauf hinzuweisen ist, dass durch die Eingeschossigkeit des Hauses ein angenehmer Übergang zum benachbarten Wohngebäude an der Ammannstraße hergestellt wird.

    Der Entwurf überzeugt durch eine sehr kompakte und übersichtliche Organisation. Die Küchenausgabe wird als zentraler Anlaufpunkt geschickt angeordnet. Der Saal ist bewusst direkt und gut zugänglich am Foyer geplant. Die Auskömmlichkeit der Tageslichtnutzung wäre zu klären. Das vorgeschlagene Oberlicht wirkt etwas überdimensioniert. Die gewünschte Zuschaltbarkeit des Sitzungsraumes ist gegeben.

    Negativ wird die Lage des Gruppenraumes 2 bewertet, der in großer Entfernung vom Foyer in der nordöstlichen Gebäudeecke positioniert ist. Die Registratur ist zu prominent an der Ecke Seestraße / Ammannstraße geplant. Dies gilt auch für den Geräte- bzw. Müllraum an der Seestraße. Für pastorale Mitarbeiter wären jeweils einzelne Büros einzuplanen. Die Grundrissdisposition könnte eine vom öffentlichen Bereich getrennte Nutzung der Büroräume erlauben, was vom Nutzer gewünscht und positiv bewertet wird.

    Die Verfasser entwickeln ein Gebäude das hinsichtlich der Fassadengestaltung noch nicht vollumfänglich überzeugen kann. Insbesondere entlang der Ammannstraße wirkt die Fassade wenig strukturiert und dadurch etwas monoton. Die in diesem Bereich vorgesehene Anordnung der Stellplätze unter dem Gebäude ist zwar planerisch nachvollziehbar, die Raumqualität und der Aufwand für diese Maßnahme müssten jedoch überprüft werden.

    Hinsichtlich der freiraumplanerischen Qualitäten ist die aus einheitlichem Belag angedachte Verbindung zwischen Kirche und Gemeindezentrum positiv zu bewerten. Die Realisierungsmöglichkeit dieser Idee kann in Bezug auf die Auswirkung für die Verkehrsführung und Parkierung entlang der Straße vom Preisgericht nicht abschließend beurteilt werden.

    Die wirtschaftlichen Kennwerte der Arbeit liegen bei BRI und BGF im Vergleich zu den eingereichten Beiträgen im unteren Bereich. Die schlichte Struktur und die damit einfache, eingeschossige Konstruktion des Beitrages lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.

    Insgesamt handelt es sich um einen qualitätsvollen Beitrag, der in vielfacher Weise den an die Auslobung gestellten Anforderungen erfüllt .