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  • Anerkennung


    Architekten
    agn architekten ingenieure generalplaner, Ibbenbüren (DE), Düsseldorf (DE), Halle/Saale (DE), München (DE), Ludwigsburg (DE), Münster (DE), Hamburg (DE), Wiesbaden (DE), Delmenhorst (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Johannes Busch

    Preisgeld
    500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Es wäre nicht das erste Mal, dass eine „Pfarrscheune“ oder „Zehntscheune“ einer Kirchengemeinde als Domizil für ihr Gemeindehaus dient. Der Entwurf für dieses Haus muss - obgleich es ein modernes neues Bauwerk wäre - nicht lange auf seine Wiedererkennung und Bezeichnung warten. Die Entwurfsverfasser schlagen für die gestellte Bauaufgabe ein schlichtes, satteldachgedecktes, eingeschossiges Haus vor, das traufständig am neuen Kirchplatz steht. Es stellt praktisch den nördlichen Abschluss dieses Platzes gegenüber der Pfarrkirche dar. Der Kirchplatz überspielt hierbei die Seestraße und bildet die zentrale Kommunikations- und Erschließungszone zwischen den kirchlichen Gebäuden. Die Stellplätze auf dem Platz schmälern allerdings die Qualität desselben. Allein die Pfarrverwaltung wäre von der Amannstraße aus im Hanggeschoss auf der Nordseite des Gemeindehauses erschlossen.

    Die architektonische Gestalt die ihre Leitidee aus einem transformierten, bäuerlichen Bauen herleitet, überrascht zunächst durch ihren Purismus und ihre klare ein wenig zwanghaft wirkende Geometrie.

    Gleichwohl gelingt es den Entwurfsverfassern die Saal- und Gruppenraumnutzungen sowie Küche und Behindertentoilette auf der Erdgeschossebene zu bündeln und diese mitsamt dem Foyer auf den Kirchplatz ausstrahlen zu lassen. Die Nutzungen der Pfarrverwaltung sind gesondert im Hanggeschoss platziert und erlauben im Bedarfsfall eine Funktionstrennung.

    Die Ausrichtung der Verwaltungsräume wird jedoch als suboptimal angesehen. Die verwendeten Baumaterialien, gefärbter Beton mit Holz, Glas und Pfannenziegeln suchen den Bezug zur handwerklich traditionellen Bauweise und regionalen Bauformen. Hierbei werden überkommene Materialien und Form in moderner, streng geometrischer Weise neu zusammengefügt und verfremdet.

    Die Wirtschaftlichkeit des Entwurfs liegt wegen sehr günstigen Nutzflächen und größerem Raumvolumen im mittleren Bereich. Ob der vorgesehene Entwurf im gegebenen Kostenrahmen zu realisieren ist, wird vom größeren Teil des Preisgerichts angezweifelt.

    Insgesamt gelingt es den Entwurfsverfassern für das Katholische Gemeindehaus ein markantes, gut strukturiertes Neubaukonzept vorzuschlagen, dass wegen der strengen Anmutung polarisieren kann, aber auch seine Qualitäten erkennen lässt.


INFO-BOX

Angelegt am 11.08.2014, 10:39
Zuletzt aktualisiert 27.09.2018, 11:44
Beitrags-ID 4-89510
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