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  • DE-78112 St. Georgen
  • 07/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-165229)

Stadtkern 2020/2025


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Gass

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: K9 ARCHITEKTEN Borgards.Lösch.Piribauer, Freiburg im Breisgau (DE)
    Bauingenieure: KIRN INGENIEURE, Pforzheim (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf sieht die Möglichkeit einer gestalterischen Aufwertung des Ortszentrums vor allem in der Weiterentwicklung und Gestaltung der Freiräume. Der Gebäudebestand bleibt nicht nur im Wesentlichen unverändert, vielmehr wird für die Gebäude „Torwarthaus“ und „Am Markt 1“ ein Abriss vorgeschlagen, um eine bessere Vernetzung der einzelnen Platzräume zu erreichen. Ob dies im Fall des Torwarthauses notwendig ist, wird in Frage gestellt, während der Zugang von Osten in Form eines Baumhains als guter und sinnvoller Beitrag gewertet wird. Allerdings wäre dann die dort vorgeschlagene Erweiterung der Tiefgarage nur erschwert möglich. Die Zufahrten zur Tiefgarage erfolgen ausschließlich aus der Gewerbehallestraße, was der Gerwigstraße die Perspektive einer Fußgängerzone eröffnet. An Stelle der bisherigen Tiefgaragenzufahrt aus der Gerwigstraße platzieren die Verfasser ein „Eingangsgebäude“, das nicht nur den Zugang für Fußgänger und Radfahrer in die Tiefgarage bildet, sondern auch mittels eines Aufzugs den barrierefreien Zugang zur nächsthöheren Platzebene und zum Rathaus. Die Möglichkeit, hier einen angemessenen Platzbereich bis zur Robert-Gerwig-Schule zu schaffen, wird leider nur unzureichend aufgegriffen. Auch wird die nur eingeschränkte Ost-West-Durchgängigkeit nördlich des zentralen Geschäftshauses kritisch beurteilt, wo die zentrale Hauspassage in einer Sackgasse endet.

    Es sticht ins Auge, dass die Verfasser in Anlehnung an die Gestaltung der Stadtterrasse
    grünplanerische Akzente setzen, so zum Beispiel bei den Rasenterrassen südlich des Rathauses oder den klug platzierten Baumdächern. Dies schafft unterschiedlich gestaltete Teilräume mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Wie der öffentliche Raum sinnvoll an die Gebäude anschließt, ist am Beispiel des Rathauserdgeschosses in einer äußerst durchdachten Weise dargestellt. Die Unterbrechung der Hauptstraße durch eine Pflasterung bis an die gegenüberliegenden Hausfassaden stellt das Rathaus in einer angemessenen Form in die Platzmitte. Ausgehend vom Rathaus wird für die gesamte Innenstadt eine Pliseé-Pflasterung in bläulichem Granitpflaster vorgeschlagen, mit dem Vorteil einer guten Anpassung an die Höhenverhältnisse und die uneinheitlichen Gebäudestellungen.

    Die neue Mittelpunktfunktion des Rathauses drückt sich auch in der Fassadengestaltung aus, die über eine klar strukturierte Natursteinfassade ein zeitgemäßes Erscheinungsbild vermittelt und somit ein Pendant zum gegenüberliegenden Ärztehaus darstellt.

    Der Entwurf orientiert sich stark an der Notwendigkeit der Sanierung des Rathauses und seines direkten Umgriffs und bietet in diesem Zusammenhang wohlüberlegte Realisierungsvorschläge. Dazu gehören auch die Beiträge zur Aufwertung der Tiefgarage, die über Glaskuben auf den Plätzen zusätzlich belichtet und für Fußgänger zugänglich gemacht werden soll.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen vor allem freiraumplanerisch wohl durchdachten Beitrag zur Belebung und gestalterischen Aufwertung der Stadtmitte dar, die eingesetzten Mittel sind der Aufgabe angemessen und lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.