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  • DE Wedel
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-5118)

Schulauer Hafen


  • 4. Rang


    Landschaftsarchitekten
    k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Axel Klapka

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Prof. Peter Tausch, München (DE)
    Architekten: raumzeit - Läufer, Tausch, Tuczek, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Plätze am Hafen

    Der Schulauer Hafen gewinnt eine neue Qualität als maritimer Standort durch eine neue räumliche Fassung mit hochwertigen Wohn- und Freizeitnutzungen.
    Am Hafen entsteht eine Sequenz von attraktiven Plätzen, die durch ein Netz von Promenaden verbunden wird, das zum Flanieren einlädt.
    Die Randbebauung des Hafens ist so situiert, dass Blickbezüge von und zur Elbe erhalten bleiben.

    Polder am Hafen
    Ein Polder als Sockelgeschoss, das den Flutschutz gewährleistet, bildet eine neue, charakteristische Hafenkante. Auch direkt auf Kaihöhe werden so neue Nutzungen (Gastronomie, Fahrradverleih, Bootsbedarf) angeboten, die neues Leben an den Hafen bringen. Der Flutschutz erfolgt für diese Nutzungen über Tore.

    Stadtraum und Weitblick
    Der räumlich gefasste Hafen wird so Teil der Stadtstruktur und bildet einen Kontrapunkt zu den angrenzenden, großzügigen Grünanlagen mit ihrem weiten, unverstellen Blick auf die Elbe.

    Pontonrundweg
    Die neuen Pontons am Elbuferpark mit Fähranlegern, Willkomm-Höft und Gastronomie werden in das vom Hafen ausgehende Rundwegesystem miteinbezogen. Das Schulauer Fährhaus erhält auf den Pontons neue Freischankflächen. Dafür werden die Freischankflächen am Fährhaus zugunsten des Elbuferparks verkleinert und gestalterisch aufgewertet. Der Höhensprung an der Terrasse des Fährhauses kann durch eine Geländemodulation des Elbuferparks entfallen.

    Bauliche und zeitliche Flexibilität
    Der Verwaltungsstandort der Firma Schneider wird erhalten. Die flacheren Logistikhallen der Firma Schneider werden jedoch durch eine neue, hochwertige Bebauung ersetzt, die sich vom Hafen aus bandförmig südlich entlang des Landeschutzdeichs in Richtung Tonnenhafen und Hamburger Jachthafen entwickelt. Die Elemente des Bandes sind nach Süden orientierte Blöcke mit einer offenen, viergeschossigen Bebauung mit Wohn-, Freizeit und Dienstleistungsnutzungen. Durch die bandförmige Bebauung ist ein hohes Maß an baulicher und zeitlicher Flexibilität bei der Bauabschnittsbildung und Verlagerung von Teilen der Firma Schneider möglich.

    Zusammenhängende Freibereiche
    Die Anbindung des Freizeitgeländes im Norden erfolgt durch einen Weg zum neuen Hafenplatz und einen Weg zur Gastronomie im Strandbadbereich. Die Bootslagerhalle inklusive Vereinsheim wird an den Hamburger Jachthafen verlagert um eine zusammenhängende Grünfläche südlich der neuen Bebauung zu schaffen.
    Die Ostmole des Tonnenhafens wird für die Öffentlichkeit geöffnet. Am Kopf des der Mole entsteht eine neuer Freizeit und Gastronomiestandort mit einem Ponton als Aussichtsplattform.

    Kulturhaus im Park
    Die Villa Ladiges soll als Kulturhaus in einem öffentlichen Park genutzt werden. Quer durch den Park führt eine neue und öffentliche Ost-West Wegeverbindung. Entlang der Hafenstraße ensteht lediglich am Rand des Ladiges-Parks hochwertiger Wohnungsbau in offener Bauweise.

    Neue Stadtkante
    Das AEG-Gelände erhält eine neue Bebauung, die sich zum Wasser hin eine neue attraktive Stadtkante bildet, entlang der Hafenstraße sich jedoch als offene Bebauung in die Struktur des Quartiers einfügt.


    Beurteilung durch das Preisgericht

    Arbeit 2008 – Plätze am Hafen

    Strukturelle Leitidee
    Der Hafenrand wird beidseitig durch Bebauung eingefasst und der Hafenkopf durch einen Hotelbau betont.
    Das Schneider-Verwaltungsgebäude wird erhalten, westlich davon entwickelt sich eine 2-3geschossige Bebauung in Clusterform mit Mischnutzung (Wohnen, Arbeiten, Freizeit).
    Der Strandbaddamm wird in den Norden dieser Bebauung verlegt.
    Zwischen vorhandenem Strandbad und Deich wird eine neue Grünzone (erhöhtes Niveau durch Auffüllung) geschaffen.

    Raumbildung, Orientierung, Identifikation
    Die Idee der konsequenten Blockrandbebauung und die Erweiterung der Bebauung nach Westen hinter Schneider sind sehr interessant.
    Die Darstellung der neuen Raum- und Aufenthaltsqualitäten fehlt leider, insbesondere der Eingriff in den Strandbadbereich auf der Westseite des Hafens ist nicht überzeugend entwickelt.
    Der Strandbaddamm wird nach Norden auf die jetzige Parkplatzfläche verlegt und mit Parkplätzen ergänzt. Die Hofbebauung auf dem Schneider-Gelände ist mit Tiefgaragen vorgesehen

    Qualität und Realisierbarkeit
    Klare Nutzungsabgrenzungen zwischen Strandbad und Marschbebauung durch Schaffung einer neuen Grünzone. Die Mischnutzung ist als Idee interessant, zur Realisierung wird die tatsächliche Nachfrage nach Gewerbeflächen zu prüfen sein. Die Mischnutzung der Stadtrandbebauung ist als Idee richtig, jedoch wird die flutgeschützte Sockelzone mit Gastronomie und Läden nur mit großem Aufwand zu realisieren sein.
    Ladiges-Park ist als Stadtpark, nur mit geringfügiger zusätzlicher Bebauung, vorgesehen.
    Drei Bauabschnitte sind schlüssig dargestellt und realisierbar.

    Abschließende Beurteilung
    Ein klares strukturiertes Konzept mit deutlichen Nutzungsabgrenzungen, das jedoch aufgrund seiner spröden Darstellung mögliche Raum- und Aufenthaltsqualitäten nicht überzeugend vermitteln kann.