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  • CH-3011 Bern
  • 06/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-154686)

Neubau Basisstufen und Tagesschule Länggasse


  • 4. Rang 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Werkgruppe agw, Bern (CH)
    Bauingenieure: Zeltner Ingenieure AG, Belp (CH)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro Matter + Ammann AG, Bern (CH), Biel (CH)
    TGA-Fachplaner: Varrin & Müller, Bern (CH)
    Akustikplaner, Bauphysiker: Grolimund & Partner AG, Bern (CH)

    Preisgeld
    10.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das stark gegliederte, mässig kompakte Gebäude ist orthogonal zur bestehenden Quartiersbebauung im südlichen Bereich des Perimeters situiert, was einen angenehm grossen Abstand zur nördlichen Parzelle generiert. Die länglich-rechteckige Form ist nächstmöglich an die westliche Nachbarsparzelle geschoben und nützt fast die gesamte Parzellenlänge aus. Durch die nicht sehr grosse und gegliederte Bauhöhe erscheint die Nähe zum westlichen Nachbarn möglich.

    Auf einem zur Depotstrasse hin leicht abgesenkten und im nördlichen Bereich eingegrabenen Sockelgeschoss liegt ein Gebäudekörper mit drei vordergründig unabhängigen Aufbauten mit Pultdach. Diese sind zurückversetzt und schaffen so eine gemeinsame, gut nutzbare südliche Dachterrasse. Die Erscheinung des volumetrisch differenziert ausformulierten Baukörpers erscheint für die Schulfunktion stimmig. Das Sockelthema mit aufliegendem Körper ist nicht stringent ausgearbeitet, die Idee der unabhängigen Dachaufbauten ist kaum eingelöst. Die Holzfassade wirkt im Quartier fremd.

    Das Projekt gliedert das Gelände in zwei Ebenen mit zwei getrennten Zugangssituationen. Der Zugang für die Tagesschule im Sockelgeschoss liegt in der Ecke Depot- /Muesmattstrasse. Der abgesenkte schmale Aussenraum erscheint wenig attraktiv. Der Zugang mit gut nutzbarem Aussenraum für die Basisstufe ist in der nordöstlichen Ecke an der Muesmattstrasse situiert. Die guten topografischen Anschlüsse an die Nachbarparzellen werden weitgehend belassen.

    Das Projekt zeichnet sich durch die ebenerdige Erschliessung aller Einheiten aus. Die beiden Nutzungen Tagesschule und Basisstufe werden räumlich klar getrennt. Die Treppenverbindungen zwischen der im Sockelgeschoss liegenden Tagesschule und der darüber angeordneten Basisstufen sind plausibel gelöst, aber wohl zu steil. Die Tagesschule ist gut zoniert, richtet sich aber auf einen zu knappen, qualitativ unbefriedigenden Aussenraum hin. Der rückwärtige Bereich mit unbelichtetem Gang ist mangelhaft. Die zweigeschossigen und beidseitig belichteten Basisstufen können gut übergreifend genutzt werden. Die Garderoben sind klar den Klassen zugeordnet, ihre innere Organisation mit den Bänken müsste noch angepasst werden, um auch als Spielraum genutzt werden zu können. Der Grundriss der Basisstufen über zwei Stockwerke bietet spannende Raumerfahrungen, und stufengetrenntes Arbeiten ist möglich. Fraglich ist die akustische Abtrennung des Hauptraums zur Galerie. Die Dachterrasse ist eine gute Möglichkeit, um mehr Aussenraum zu erhalten, die Überschaubarkeit vom Hauptraum aus ist aber eher schwierig.

    Die beiden Nutzungen haben separate Eingänge, sogar jede Klasse hat einen eigenen Zugang von und nach aussen; eine gute funktionale Organisation. Der Zugang zur Basisstufe von der Muesmattstrasse erfolgt auf einer Höhe, welche eine Aufschüttung im Wurzelbereich der Eiche von ca. 90 cm zur Folge hat. Gehbehinderte Personen haben vom Eingang Muesmattstrasse den längsten Weg, um das Eingangsniveau der Basisstufe zu erreichen. Im Gebäude ist der Lift von dieser Stelle wiederum sehr weit entfernt. Der Aussenraum der Basisstufe ist unterteilt in einen multifunktional nutzbaren Allwetterplatz, eine Sandanlage und eine Rasenfläche und ist aus den Klassenräumen gut überblickbar. Entlang der Südostfassade steigt das Gelände vom Eingang der Tagesschule bis zum Eingang Muesmattstrasse an. Der Übergang zum Eingangsbereich der Basisstufe erfolgt à Niveau. Das Potenzial des sonnigsten Teils vor der Tagesschule wird nicht ausgenutzt. Die Darstellung dieser Fläche im Grundriss lässt auf Rasen oder Wiese schliessen, es sind jedoch keine Möblierungen, Pflanzungen oder mögliche Ausstattungen angegeben. Ergänzend zum Aussenraum steht jeder Basisstufe zusätzlich eine Dachterrasse zu. Die Verbindung der beiden südlich und nördlich liegenden Gartenräume ist ungenügend.

    Die zu erwartenden Erstellungskosten liegen im unteren Bereich der Projekte der engeren Wahl. Die Tragstruktur entspricht grossmehrheitlich einem wirtschaftlichen Prinzip. Das mässig kompakte Bauvolumen in Mischbauweise lässt einen eher höheren Aufwand an grauer Energie erwarten. Das Energie- und Haustechnikkonzept kann nicht nachvollzogen werden. Die Räume der Tagesschule werden teilweise nicht mit genügend Tageslicht belichtet, auch der Sonnenschutz ist unzureichend.
    Der Beitrag «Luege Lose Loufe» schlägt einen städtebaulich und organisatorisch interessanten Ansatz vor. In den Bereichen Aussenraum, Dachvolumetrie und Fassadierung vermag die Disposition aus der Sicht des Preisgerichts allerdings nicht zu überzeugen. Da die Lehrergarderobe zur Hauptnutzung zählt, wird in diesem Bereich des Untergeschosses die zulässige Gebäudetiefe überschritten.