loading
  • DE-20457 Hamburg
  • 06/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-178606)

HafenCity Hamburg ─ Lohsepark ─ Baufeld 72


  • 1. Preis - Frei finanziertes Wohnen

    © KSP Jürgen Engel Architekten

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Brandschutzplaner: hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), München (DE), Hamburg (DE), Bremen (DE), Braunschweig (DE)
    Innenarchitekten: everydesign Braunschweig GmbH, Braunschweig (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau und Leitidee
    Das Grundstück für den Neubau des Hotel- und Wohngebäudes sowie des Studentenwohnheims liegt in prominenter und gut sichtbarer Lage am Lohsepark. Das Grundstück belegt einen kompletten Block und ist von vier Straßen umschlossen. Im Westen und Süden grenzt das Grundstück an zwei große Alleen- zum Norden hin an die ruhiger gelegene Kobestraße. Im Osten erstreckt sich der Lohsepark. Die besondere Lage des Grundstücks schafft schöne Ausblicke sowie einen sich immer wieder neudefinierbaren Außenbezug, der für Gebäudenutzer erlebbar gemacht werden soll und sich als Thema an der Fassade wiederspiegeln soll. Neben der Schaffung und Nutzung der möglichen Außenbezüge soll aber auch ein innenräumlich spannendes und vielfältiges Gefüge entstehen.

    Konzept
    Das Grundstück wird auf der Grundlage der klaren räumlichen Struktur des Masterplans mit einem alle Raumkanten besetzenden Klinkerblock bebaut. Dieser Block wird funktionsabhängig differenziert behandelt und durch das umlaufende überhöhte Erdgeschoss, mit rückwertiger Galerieebene zusammengefasst. Es entsteht eine vertikale Dreiteilung des Karees. Eine Sockelzone (Anfangsteil), Mittelteil und ein Abschluss. Der Verzicht auf auskragende Balkone und Gebäudeteile fügt das Gebäude gut in die Umgebung ein und bildet zu allen Seiten eine klar definierte Raumkante. Der Block erhält ein differenziertes übergeordnetes Raster, das ausreichend Spielraum für die funktionsspezifischen Anforderungen an Fensteröffnungen und Austritten gewährleistet. Der Wohnbaukörper wird thematisch subtraktiv behandelt, es gibt eingeschnittene Loggien, die dem Nutzer einen mental geschützten und privaten Außenbereich bieten, der im Bedarfsfall über eine zweite vollständig zu öffnende Glasebene ganzjährig genutzt werden kann. Gleichzeitig gewähren die Loggien einen erhöhten Schallschutz. Durch den Verzicht auf Auskragungen werden keine darunterliegenden Wohnungen verschattet. Die Ausrichtung der einzelnen Wohnungen zum Lohsepark hin bietet dem Bewohner einen hervorragenden Blick in den Grünraum und ermöglicht eine optimale Belichtung der Wohnräume. Die Schlafräume orientieren sich zum ruhigen Innenhof hin und sind mit zusätzlich, geschossweise verspringenden Balkonen, bestückt. Das Verschatten der darunter liegenden Wohnungen wird minimiert. Die Wohnungen sind bis auf die 120 qm großen Eckwohnungen alle durchgesteckt. Die beiden südlichen Zweispänner sind so konzipiert, dass sie bei einer gewünschten Ausrichtung zum Innenhof gespiegelt werden können. Die Hotelfassade unterliegt einem strengen, gleichmäßigen aus seiner Funktion entspringendem Raster, welches lediglich durch zwei große Einschnitte unterbrochen wird. Es handelt sich um die Sondernutzung Fitness und den Haupteingang. Die einseitig abgeschrägten Leibungen bieten dem Betrachter, je nach Blickwinkel, unterschiedliche Ansichten. Die großzügige rahmenlose Festverglasung erlaubt einen störungsfreien Blick nach Draußen. Die Lüftung der Hotelzimmer erfolgt neben der mechanischen Belüftungüber seitlich in den schrägen Leibungen angeordnete, manuell bedienbare Lüftungsschlitze. Die Eingangsbereiche werden mit filigranen, hellen klar ablesbaren Rahmungen definiert. Dieses Thema findet sich in allen Gebäudeteilen wieder. Das Studentenwohnheim nimmt das Konzept der Rasterung weiter auf. Die Öffnungen berücksichtigen den dahinterliegenden Grundriss und ermöglichen ein klares Ablesen der Einheiten. Das Verhältnis von Horizontalen zu Vertikalen wurde so gewählt, dass durchlaufende Bänder das Fassadenbild dominieren- auch das horizontale Zusammenfassen der Fenster verstärkt diesen Effekt. Wie beim Hotel werden auch die Fensteröffnungen des Studentenwohnheims von einseitig abgeschrägten Leibungen begleitet, welche sich hier allerdings in einer anderen Materialität und Farbgebung zeigen. Der zweite Rettungsweg, der als Loggia ausgebildet wird, ordnet sich dem gesamten Fassadenbild unter. Die Hoffassaden des Hotels und des studentischen Wohnens sind streng gerastert, wohingegen die Hofansicht des freifinanzierten Wohnens ein aufgelockertes Spiel, von sich geschossweise verschiebenden Fensteröffnungen, zeigt.

    Material
    Die einladenden Öffnungen wie Hauseingänge, Fitness und Hoteleingangssituation sind mit einem hellen geschliffenen Sichtbeton gerahmt. Die Fenster des Studentenwohnheims bestehen aus einem metallverkleideten Fertigteilelement. Die Außenfassade ist entsprechend dem roten Hamburg an der Elbe mit einem einheitlichen Stein gefertigt. Hierbei werden den inneren Funktionen entsprechend offene und geschlossene Bereiche harmonisch miteinander in Beziehung gebracht. Während die äußere Fassade des Baukörpers mit Klinkermauerwerk gestaltet wird, sind die Innenhöfe mit einem hellen, Lärm absorbierenden, aufgerauten Putz versehen.

    Freianlagen und Dachterrassen
    Der landschaftlich angelegte grüne Innenhof bietet den Bewohnern des freifinanzierten Wohnens Möglichkeiten zur intimen Entspannung und zur Kommunikation. Durch die Bildung von grünen Inseln werden unterschiedliche Bereiche definiert und nehmen die Thematik des Lohseparks auf. Es entstehen sowohl Liegewiesen als auch Spielflächen für Kinder und Jugendliche. Die beiden Maisonette Wohnungen sind mit zusätzlichen Terrassen- und Gartenflächen ausgestattet. Auf den Dachflächen des Studentenwohnheims und des freifinanzierten Wohnens entstehen großzügige gemeinschaftlich genutzte Terrassen- und Grünflächen. Die Wohnungen im 6.Obergeschoss erhalten zusätzliche private Dachgärten. Die Erschließung der Dachflächen erfolgt über gläserne horizontale motorbetriebene Schiebedächer. Dadurch wird Ansicht des Baukörpers nicht durch störende Dachaufbauten beeinträchtigt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.