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  • DE Hamburg
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-5190)

Architektur-Olympiade 2006


  • Teilnahme - Empfehlung

    I - Sporthalle Wandsbek

    Architekten
    architekten prof. klaus sill, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jan de Wolff Wilken Behrens Volker Zinsmeister

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Situation - Potentiale
    Das Wettbewerbsgebiet verfügt über große Potentiale, die aktiviert werden können:
    - Mit der Zollinsel und dem historischen Verlauf der Wandsbeker Zollstraße können wichtige historische Wurzeln des Gebietes reaktiviert und erlebbar gemacht werden.
    - Die Wandsbeker Zollstraße verfügt als überregionale Großstadt- und Bundesstraße über ein Kundenpotential von ca. 40.000 Kfz/Werktag.
    - Der Wandsegrünzug als wichtiger radialer Grünzug stellt ein attraktives Naherholungsgebiet für Wohnbevölkerung und Beschäftigte dar.
    - Das Wettbewerbsgebiet liegt in unmittelbarer Nähe des Wandsbeker Marktes.

    Städtebauliche Situation - Probleme
    In der aktuellen Situation bestimmen jedoch andere Faktoren die Wahrnehmung:
    - „Klar definierte Raumkanten sowie Orientierungspunkte sind rar“ B7.1
    - Die Wandsbeker Zollstraße wird als „Durchfahrtsraum“ wahrgenommen
    - Starke Nutzungsdurchmischung mit heterogenen Gebäudetypologien führt zu einem ungegliederten Charakter.
    - Der Wandsegrünzug ist vom Straßenraum aus nicht erlebbar.

    Aus der Beschreibung der Potentiale und der Probleme wird deutlich, dass Lösungs- und Gestaltungsansätze aus den vorhandenen Potentialen des Ortes herausgearbeitet werden können.

    Städtebauliche Situation - Maßnahmen
    Das Planungsgebiet zwischen Kattunbleiche und Kedenburgstraße bildet den Übergang zwischen der westlich anschließenden Zentrumsbebauung des Wandsbeker Marktes und der östlichen, offenen Bebauung sowie den Grünflächen des Eichtalparkes.

    Vier Orientierungspunkte, die Zolltürme, werden entlang des Plangebietes installiert. Als Starterprojekte geben sie dem Gesamtgebiet eine eigene Identität im Sinne eines Corporate Designs.
    Am jeweiligen Standort weisen sie auf wichtige Nutzungen hin (z.B. Wandsbeker Sporthalle/Arena Wandsbek) bzw. bilden Platzkanten und Bezugsmarken von Grünachsen aus (Fussgängerzone an der Zollinsel). Als Nutzungen sind sowohl Büro-/Gewerbenutzungen, als auch Wohnnutzungen möglich.

    Gebäudetypologien und Nutzungen werden in Sinne einer Abschnittsbildung am jeweils vorteilhaftesten Standort zusammengefasst. So kann der Charakter des jeweiligen Ortes optimal herausgebildet werden. Stadträumlich entstehen homogenere Gebäudekomplexe, die Raumkanten und –ecken ausbilden.

    Raumkanten und –ecken machen räumliche Aufweitungen und Verdichtungen erlebbar, bilden ortsspezifische Situationen aus und vernetzen den Wandsegrünzuges in Form breiter Baumalleen mit der Wandsbeker Zollstraße. Baumalleen in Hochbeeten mit integrierten Sitzgelegenheiten formen straßenbegleitende Promenade. Durch die Rhythmisierung wird der Durchfahrtscharakter des Straßenraumes in Orte mit identifizierbaren Identitäten gegliedert.

    Abschnitt I
    Der bogenförmige Verlauf der B75 bietet bisher von der Wandsbeker Sporthalle Richtung Westen betrachtet ein heterogenes, ungeordnetes Bild..

    Zollinsel / Wandsbeker Zollstraße
    Der historische Verlauf der Wandsbeker Zollstraße wird als Fussgängerzone erlebbar gemacht. Ein Gewerbe-/Bürokomplex („Zollinselcenter“) auf der ehemals bebauten Zollinsel und Gebäude auf der Werksgrenze der Deutschen Hefewerke setzen die zusammenhängende Ladenstruktur vom Wandsbeker Markt bis zum neuen „Zollplatz“ fort. Das Zollinselcenter fungiert als Membran und Raumkante zur B75.
    Die Fussgängerzone mündet in den neuen „Zollplatz“, an den auch die wichtige Fusswegbeziehung zum Wandsegrünzug mündet. Seitlich flankiert wird der Platz durch den Gewerbebau CONRAD-Elektronik und den „Zollturm 02“, die auch gastronomische Nutzungen aufnehmen.

    Sporthalle Wandsbek
    Die Sporthalle Wandsbek nimmt mit hier stattfindenden größeren Sportereignissen eine bedeutende Rolle für den Bezirk und die Stadt ein. Diese wichtige Nutzung zeichnet sich durch die bestehende Architektur im Stadtraum nicht ab. Zur Schließung des Straßenraumes wird eine Mantelbebauung vorgeschlagen, in die als Orientierungspunkt der erste der„Zolltürme“ des Plangebietes Wandsbeker Zollstraße integriert wird. Dieser Übernimmt die Präsentation der Arena Wandsbek.

    Abschnitt II
    Im östlichen Bereich werden die vorhandene, verdichteten Gewerbe- und Büronutzungen und Typologien gestärkt.

    Gewerbebau Conrad-Elektronik –
    Eine großflächige Gewerbenutzung wie Conrad-Elektronik kann eine wichtige Raumkante ausbilden und als weithin sichtbarer Attraktor im bogenförmigen Straßenverlauf wirken. Aus diesem Grund wird vorgeschlagen, als Planungsziel einen Gewerbebau direkt an der Wandsbeker Zollstraße zu positionieren. Dieser kann Gewerbe- und Büroflächen aufnehmen und im Erdgeschoss durch gastronomische Nutzungen den entstandene „Zollplatz“ bespielen.

    Wandsegrünzug – „Wohnen im Park“
    Im Übergang zum Grünraum am Holzmühlenteich wird qualitativ hochwertiges „Wohnen im Park“ angesiedelt. Geschützt vor den Emissionen der B75 bilden die frei geformten Wohngebäude eine bandartige, den Grünzug begleitende Bebauung aus.

    Morewoodstraße/Rüterstraße – „Zollturm 02“
    Der „Zollturm 02“ fungiert als übergeordneter Bezugspunkt und Orientierungsmarke zur Grünachse Richtung Holzmühlenteich. Der „Zollturm 02“ nimmt Büro- und Gewerbenutzungen sowie als Platzkante des „Zollplatzes“ gastronomische Nutzungen auf.

    Gewerbeblock Baumarkt
    Zur Standortsicherung des Baumarktes ist eine Erweiterung notwendig. Ein Fortführung der vorhandenen, dichten Struktur der Gewerbebebauung wird angestrebt, um die Raumkante zu schließen. Es wird ein Mischtypologie vorgeschlagen, die den Hofbereich durch große Luftgeschosse im unteren Bereich zur Straße hin öffnet.

    Ecke Efftingerstraße – „Zollturm 03“
    Die gegenüberliegende Eckbebauung Wandsbeker Zollstraße/Efftingerstraße wird durch den „Zollturm 03“ gebildet. Dieser fungiert als übergeordneter Bezugspunkt und Orientierungsmarke zur Grünachse Holzmühlenstraße. Der „Zollturm 03“ nimmt Büro- und Gewerbenutzungen auf.

    Abschnitt III

    „Wandsbeker Gewerbehof“
    Der Abschnitt III ist weißt eine starke Zersiedlung durch diverse kleinere und mittlere Gewerbebetreibe auf. Eine Zusammenfassung in einem Gewerbehof bietet das Potential einer homogenen Gebäudetypologie. Die Präsentation der Gewerbeeinheiten wird durch Firmenlogos auf der Straßenfassade übernommen. (Kurz-)Parkmöglichkeiten direkt vor den Einheiten sichern eine direkte Anbindung zum Kunden.

    Südliche Wohnbebauung
    Südlich der Wandsbeker Zollstraße zwischen Efftingerstraße und Puvogelstraße wird Wohnen angesiedelt. Eine straßenbegleitende Bebauung aus erdgeschossigem Gewerbe und darüberliegenden Geschoss- und Maisonettewohnungen schützt das Blockinnere vor den Emissionen der Straße. Im Blockinneren wird verdichtetes, familiengerechtes Wohnen in Häusern, tw. mit zuschaltbare Einliegerwohnungen für Generationenwohnen, angeboten.
    Ecke Kedenburgstraße – „Zollturm 04“
    Den Start- bzw. Schlusspunkt des dichter bebauten Teil der Wandsbeker Zollstraße bildet der „Zollturm 04“. Am Übergang zum Eichtalpark und offenerer Bebauung nimmt dieser Wohnnutzung auf.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dieser Beitrag setzt sich explizit mit den ansässigen Nutzern, wie zum beispiel dem Baumarkt auseinander und versucht, qualifizierte Maßnahmen vorzuschlagen. Insofern ist die Arbeit auch für den generellen Umgang mit derartigen Strukturen im städtischen Kontext interessant. Die rückwärtige Ausbildung der Strukturen zum Fluss Wandse ist fragwürdig und bedarf einer grundlegenden Überarbeitung.


INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 21.06.2010, 15:10
Beitrags-ID 4-9156
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