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  • DE-78652 Deißlingen
  • 09/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-164510)

Ortsmitte


  • 1. Preis


    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit mit dem Titel ‚Deisslingen am Neckar’ ergänzt mit klaren Bebauungsstrukturen die bestehende Bebauung und arbeitet differenzierte öffentliche, gemeinschaftliche und private Räume und Freiflächen heraus. Richtig gesetzt ist der Marktplatz, der in Lage und Materialität selbstverständlich Bezug zur Laurentius Kirche aufnimmt und so einen neuen Ortskern von Deisslingen bilden kann. Mit Café, Dienstleistungen und Volksbank bilden kräftige Baukörper den Platzrand – die Chancen für eine lebendige Mitte werden positiv gesehen. Die Anordnung von Stellplätzen auf dem Marktplatz darf aber nicht zu dessen Nachteil gereichen und wird kritisch betrachtet. Denkmal und Baumdach setzen richtige Akzente, der Brunnen und der anschließende Wasserlauf führen unaufgeregt zum Neckar. Diese Verbindung über einen kleinen Quartiersplatz wird in der Platzabfolge positiv bewertet. Sitzstufen und Brücke über den Neckar bilden einen zurückhaltenden Schwerpunkt an der richtigen Stelle. Der Grünraum entlang des Neckars scheint noch etwas schematisch, bietet aber ausreichend Flächen für Mensch und Natur, für Spiel und Ruhe.

    Die Bebauung differenziert in der Art der Dachausbildung, Flachdächer mit Attikageschossen im Süden sowie Satteldächer in der Ortsmitte sind ausgewogen. Flachdächer sind zwar nicht ortstypisch, mit einem Gründach versehen und beschränkt auf die Wohnhöfe können sie einen wertvollen ökologischen und ökonomischen Beitrag leisten ohne das Ortsbild zu stören. Die Erschließung der Wohnhöfe mit Quartiersplätzen lassen zudem qualitätvolle Freiräume erwarten, die Anbindung von Gupfenstraße und Kirchbergstraße scheint praktikabel. Die Anordnung der Baukörper lässt für die Zukunft verschiedene Nachbarschaften erwarten und wird positiv gesehen. Die Orientierung nach Süd-Ost und Süd-West erlaubt auch die Nutzung von Sonnenenergie. Über die Anordnung der Stellplätze schweigen sich jedoch die Verfasser en Detail aus – dies wird kritisch gesehen unter Betrachtung des Straßenraums und der privaten Freiräume. Die Zufahrt der TG Volksbank ist zu verschleiert dargestellt, aber möglich. Die Längsparkplätze entlang der Stauffenbergstraße wirken zwar zurückhaltend im Straßenbild, schränken jedoch die Zufahrten auf private Grundstücke ein.

    Gupfenstraße und Stauffenbergstraße sowie die Kirchbergstraße werden zurückhaltend gestaltet – den Bedürfnissen von Deisslingen durchaus angemessen. Durch die Platzsituation an der Kreuzung Kirchbergstraße – Stauffenbergstraße wird zugunsten eines qualitätvollen Freiraums eine richtungsweisende Aussage getroffen und eindeutig die Bahnhofstraße als wichtige Verbindung betont.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltige, ökologische, und zukunftsorientierte Entwicklung in Deisslingen dar, die in Abschnitten realisiert werden kann, neue Nachbarschaften berücksichtigt und den Neckar als wichtigen Grünraum mit einschließt.