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  • DE-83471 Berchtesgaden
  • 09/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-165398)

Dokumentation Obersalzberg


  • 4. Preis

    Perspektive Dokumentation und Rundweg

    Landschaftsarchitekten
    HOLZWARTH Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gerd Holzwarth

    Mitarbeit
    Philipp Rösner, Maike Nolte

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: TRU ARCHITEKTEN, Berlin (DE), Düsseldorf (DE)

    Erläuterungstext
    Die intakte, gesunde und konkurrenzstarke Waldgesellschaft, die gekennzeichnet ist durch Artenreichtum und ein Geflecht von sich gegenseitig bedingenden Faktoren, bildet den Hintergrund für einen künstlichen Eingriff. Ein neu eingefügtes Baumraster, welches die historischen Orte im Gelände markiert. Die Dichte der Baumstellung erzwingt einen artifiziellen Kleinwuchs der Bäume. Auf diese Weise entsteht durch einen kleinen Eingriff eine weithin sichtbare Metapher für das Verhältnis zwischen der pervertierten Ideologie, für die dieser Ort den malerischen Hintergrund liefern sollte, und einer lebenswerten Gesellschaft, die auf der Freiheit und Entfaltung aller Menschen beruht.

    Diese Konfrontation setzt sich in der Wegeführung zwischen Museum, nördlichem Bunkerzugang und Plateau am Berghof fort. Der Weg löst sich sowohl topografisch als auch formal von den Bildern der landschaftlichen Wanderwege. Um die Gefälle zu vermitteln und Informationen in Tafeln und Schaukästen aufnehmen zu können, gräbt er sich teilweise ein und bildet Engstellen, und verläuft an anderer Stelle als erhöhter Gang mit freien Blickbeziehungen über dem eigentlichen Gelände. Die polygonale Wegeführung bricht mit dem idyllisch verschleierten Blick auf die umgebende Landschaft.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Durch die Anordnung auf dem Areal wird das Ausstellungsgebäude vom Parkplatz aus für
    ankommende Besucher bereits gut erkennbar, wenngleich das Gebäude unter dem Höhenniveau des Parkplatzes liegt. Das Gebäude setzt sich vom bestehenden Gebäude in seiner architektonischen Ausformung und von der Lage her deutlich ab. Das jetzige Dokumentationsgebäude wird mit sehr geringen Eingriffen zum Bildungszentrum umgebaut. Auch wird die Anbindung an die bestehende Stollenanlage positiv gesehen.

    Das Bildungszentrum erhält leider keine direkte Anbindung zum Ausstellungsgebäude. Lediglich über die Stollenanlage wird eine Verbindung zwischen den beiden Gebäuden hergestellt.

    Die funktionalen Anforderungen wurden gut erfüllt, wenngleich wegen der 2-geschossigen unterirdischen Anordnung auch eine hohe technische Gebäudeausstattung erforderlich wird. Die 2-geschossige unterirdische Bauweise mit teilweise 5,50 m Geschosshöhe zieht einen hohen finanziellen Aufwand nach sich.

    Die nach der 1.Preisgerichtssitzung angesagte Prüfung zur Überdeckung des Rückweges vom Bunkerrundgang wurde scheinbar nicht vorgenommen. Die Barrierefreiheit zum neuen Stollenabgang ist nicht gegeben, außerdem ist die Anlieferung im Bereich des Haupteingangs funktional schwierig bzw. nicht denkbar.

    Die Anbindung des Berghofgeländes über einen neuen „Höhenweg“ wird als ein interessanter Ansatz gesehen. Der weiterführende neue Höhenweg trennt jedoch das bestehende Dokumentationszentrum, das nun als Bildungszentrum fungiert, unverständlich ab.

    Die Gebäudekennwerte liegen im oberen Bereich.