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  • DE-69198 Schriesheim
  • 09/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-168654)

Festplatz/Talstraße


  • ein 5. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Rolf Heinrich Breer , Christine Sima

    Erläuterungstext
    AUSGANGSLAGE & ANSATZ

    Städtebaulich betrachtet ist das Sanierungsgebiet, mit und rund um den Festplatz Schriesheims, zentral im Stadtgefüge eingebunden. In unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtkern. Durch seine Lage im Übergang zwischen öffentlichen Altstadtstrukturen und privaten Wohnquartieren gilt der Festplatz als Schnittstelle, Verteiler und wichtiger Verbindung zwischen den Quartieren. Prägende Elemente, wie der Kanzelbach, welcher die Anbindung zur Altstadt und Naherholungsgebieten verstärkt, das Rathaus mit Rathausplatz, welches als wichtige städtische Institution Zentrumscharakter aufweist, und die Nähe zum Bahnhof rücken den Festplatz in die urbane Mitte Schriesheims.
    Aufgrund der markanten Lage und in Bezug auf die städtebauliche Entwicklung des Quartiers und der Stadt Schriesheim wird ein großes Potenzial des Festplatzes als großzügiger öffentlicher Freiraum gesehen, den es langfristig zu sichern gilt.

    Aus diesem Verständnis heraus und unter Berücksichtigung der funktionalen Anforderungen als Parkplatz und Festplatz bleibt der Platz als multifunktionaler, zentrumsnaher Freiraum erhalten. Eine bauliche Nachverdichtung ist im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens im Bestand anzustreben.
    Die Positionierung des Erweiterungsbaus Feuerwehr schließt die bauliche Lücke zwischen Bismarck- und Friedrichstrasse und ergänzt den südlichen Rahmen des Festplatzes. Die Talstrasse wird durch die Überbauung geschlossen, hierdurch rückt das „Bachschlösschen“ optisch stärker in den Strassenraum und markiert so den Eingang in die Altstadt. Das dreigeschossige Gebäude bietet neben den Feuerwehrräumen Platz für Wohn- und Gewerbenutzungen, entsprechend der Mischnutzung entlang der Talstrasse. Durch seine Lage zwischen Kanzelbach und Talstrasse ist eine Teilverlegung des heute an dieser Stelle eingedolten Bachbettes erforderlich.

    Durch die großflächigen Strukturen, die aus der rein funktionalen Nutzung hervorgehen, und die fehlende Verknüpfung möglicher Aufenthaltsbereiche, weist der Festplatz trotz des alten Baumbestandes, Kanzelbaches und Spielangebote wenig Aufenthaltsqualität auf. Der vorliegende Entwurf zeigt auf wie die Nutzungsansprüche einer Verkehrs- und Festplatzanlage mit einer hohen Aufenthaltsqualität einhergehen können.

    Gestaltung PARK ¦ PLATZ

    Die Neugestaltung des Festplatzes gliedert sich in zwei wesentliche Elemente: Das umlaufende Parkband bestehend aus Allee und dem landschaftlich gestalteten Bachbereich und dem offenen Platz, dessen funktionale Gestaltung auf die zu erfüllenden Anforderungen (Parkplatz / Mathaisemarkt) reagiert.
    Die bereits heute den Festplatz rahmende Lindenreihe wird ergänzt und durch eine zweite Baumreihe zu einem vegetativen Band gestaltet, welches zusammen mit dem aufgewerteten Bachraum als umfassendes ‚Aktionsband‘ gelesen wird und ein wichtiges Gestaltungselement darstellt. Hier werden unterschiedliche Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Besucher angeboten. Dem Aktionsband angegliedert sind im Westen eine großzügige Wiesenfläche, die bespielet werden kann, im Osten der repräsentativer Rathausplatz mit dem bestehenden Brunnen und einem Baumhain.

    Verkehrstechnische Anpassungen

    An der Schnittstelle zwischen Altstadt und Wohnquartier übernimmt der Festplatz eine Vermittlerfunktion, vor allem für den Langsamverkehrs werden neue Verbindungen ermöglicht. Die Wegeverbindungen lassen einen individuell freien Bewegungsraum zu und schaffen klar leitende Verbindungen in die nähere und ferner Umgebung (z.B. Altstadtfußweg, Bahnhof, Landschaftsraum). Das Verkehrsregime für den MIV bleibt weitestgehend erhalten. Der Festplatz wird als Begegnungszone ausgestaltet, die eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer vorsieht.

    Materialisierung

    Die Materialisierung der Bodenbeläge wird deutlich einheitlicher gestaltet. Durch die Wahl der Materialien soll klar ablesbar sein welchen Nutzungen hier bevorzugt nachgegangen werden kann.
    • Der Rathausplatz wird mit großformatigem Plattenbelag als einheitlicher „Teppich“ gestaltet.
    • Die „Transitwege“ auf denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt agieren werden aus einem einheitlichen Betonbelag ausformuliert.
    • Die Autoparkplätze werden, wie heute bestehend, aus einem wassergebundenen Belag mit grober Abstreuung bestehen.
    • Ebenfalls aus einem wassergebundenem Belag, jedoch deutlich feiner, werden die Wege am Kanzelbach und die Flächen unter der Parkband – Allee gestaltet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.