loading
  • DE-72124 Pliezhausen
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-170312)

Neubau einer Musikschule


  • Anerkennung


    Anzeige


    Architekten
    Kathrin Schmitz Architektin, Berlin (DE)

    Verfasser
    Kathrin Schmitz

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: WTM Engineers, Hamburg (DE), Berlin (DE), München (DE)

    Preisgeld
    3.500 EUR

    Erläuterungstext
    Die Positionierung des Baukörpers auf dem Grundstück lässt einen urbanen Raum mit klarer Zuordnung zum Quartier entstehen, der als neue Mitte von Pliezhausen als öffentlicher Platz der Kommunikation und der kutlurellen und gemeinschaftlichen Begegnung verstanden werden kann.
    Durch Verwendung eines weichen und warmen, ja fast sinnlichen Materials – nämlich Holz - hebt sich das neue öffentliche Gebäude von den Putzbauten des Quartiers ab. Zusätzlich kann subtil der Gedanken an die wundersam-poetischen Resonanzkörper von Musikinstrumenten erweckt werden.

    Die Musikschule fügt sich trotz ihrer Größe in die kleinteilige Struktur des Ortes ein, indem über Abstaffelungen die unterschiedlichen Höhen des Quartiers aufgenommen werden. Die Baummasse wächst eingeschossig aus dem Hang, erhebt sich aber zum Tal und zum Ortszentrum in voller Höhe. Zum neuen Platz erfolgt die Öffnung mit einer weiteren Zurückstaffelung. In der Ausprägung der Figur lässt sich die Anordnung der einzelnen Funktionen ablesen. Seine Basis bildet ein Sockel, auf dem sich zwei zueinander versetzte Körper befinden. Der größere beherbergt die Funktionen der Musikschule, der kleinere den Veranstaltungssaal. Der Sockel steht für die öffentliche Nutzung im Erdgeschoss, der beide Nutzungen miteinander verbindet und ergänzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Auf einem trapezförmigen Sockelgeschoss sind zwei unterschiedlich große Kuben platziert. Das EG wird in Ost‐West‐Richtung durch ein mittiges Foyer gegliedert. Gegenüber der Saalgruppe befinden sich hier die Vereinsprobenräume. Davon abgeteilt sind die Unterrichts‐ und Verwaltungsräume in zwei weiteren OGs angeordnet. Die klare Trennung der Funktionen überzeugt. In der innenliegenden zweigeschossigen Flurzone des Unterrichtsbereichs wird der fehlende Außenbezug bemängelt. Der Raum für musikalische Früherziehung leidet unter ungünstigen Proportionen.

    Bezweifelt wird auch, ob die geplante Holzfassade mit ihren großen Glasflächen in Bau und Unterhalt wirtschaftlich bleibt. Die Überbauung unterschiedlich ausgeformter Volumina schafft ‐ wenngleich spannend vorgetragen ‐ große konstruktive Probleme.

    Insgesamt bleiben Zweifel, ob der räumlich interessante Beitrag mit seiner architektonischen Haltung angemessen auf die gestellte Aufgabe und den Ort reagiert.


Anzeige