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  • DE-77654 Offenburg
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-182462)

Mühlbach Karree


  • ein 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Lehmann Architekten GmbH, Offenburg (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    12.250 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Wettbewerbsbeitrag kombiniert in selbstverständlicher Weise eine straßenbegleitende
    Bebauung an der Angelgasse mit einer offenen, villenartigen Struktur entlang des Mühlbachs. Die Grundidee der klaren Teilung zwischen dem zentralen halböffentlichen Wohnhof als Quartiersplatz und den privaten Freiräumen ist überzeugend. Sie wird durch die Lage der Tiefgarage unterstützt, die Baumpflanzungen und räumliche Qualitäten dort realisierbar macht. Auch die östlichen Vorzonen an der Wilhelm-Bauer-Straße formulieren klare Qualitäten für die Bebauung und den öffentlichen Raum. Die Anordnung der Baukörper und Tiefgaragen erlaubt die Schaffung eines durchgrünten, mit großkronigen Bäumen bestandenen Innenhofes. Dieser Wohnhof kann über eine hohe Aufenthaltsqualität verfügen, ist aber leider von den Wohnungen nur auf Umwegen über die straßenbegleitenden Gehwege erreichbar.

    Die Gebäude mit den Eigentumswohnungen an der Wilhelm-Bauer-Straße sind in ihrer Geometrie und Erschließung äußerst kompakt gehalten. Eine Abtreppung der Gebäude zum Blockinnenraum trägt zur besseren Besonnung bei und schafft gleichzeitig hochwertige Dachterrassen für die oberen Geschosse. Allerdings führt die Stellung der Baukörper zu teilweise recht geringen Abständen. Die Ausrichtung nach Osten sowohl zum Mühlbach als auch nach Westen zum Innenhof ist positiv, allerdings sind die dort angeordneten Balkone aufgrund ihrer Nähe zueinander von geringerer Privatheit. Die Lage der Erdgeschossfreisitze und Balkone bei Haustyp B2 wird aufgrund ihrer Nähe zur Gehsteigkante als kritisch erachtet.

    Die Feuerwehraufstellflächen für die nach Westen ausgerichteten Eigentumswohnungen sind nicht nachgewiesen.

    Die Mietwohnungen entlang der Angelgasse sind allesamt von der Straße erschlossen, durch den Baukörper durchgesteckt und mit Freisitzen zum Hof versehen, wodurch eine gute Ost-West- Belichtung entsteht und alle Wohnungen von der Straße anleiterbar sind. Die abgetreppte Geschossigkeit in der Angelgasse nimmt Bezug zur Umgebung. Eine durchgehend 4-geschossige Bebauung wäre denkbar und der Wirtschaftlichkeit zuträglich. Das ausschließliche Angebot von 2- Spännern wird aus wirtschaftlicher Sicht kritisch gesehen.

    Die vorgeschlagenen Materialien verleihen den Baukörpern eine hochwertige Erscheinung. Die Anordnung der Fenster und die Fassadengliederung wurden kontrovers diskutiert.

    Die direkte Zugänglichkeit aller Gebäude von der jeweiligen Straße aus stärkt die Adressbildung und wird als positiv empfunden. Alle Gebäude sind durch Tiefgaragen erschlossen. Kritisch zu betrachten ist die Wirtschaftlichkeit der Tiefgarage unter dem Einzelbaukörper in der Angelgasse - hier wäre alternativ eine Verlängerung der bestehenden Garage anzustreben.

    Das geforderte Raumprogramm wurde sowohl bei den Eigentums- als auch den Mietwohnungen erreicht. Die Zahl der Mietwohnungen ist durch ein mögliches 4. Geschoss an der Angelgasse und die Ausbildung von 3-Spännertypen noch steigerungsfähig.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen guten und robusten städtebaulichen Beitrag mit großem
    Entwicklungspotenzial dar.