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  • DE-87466 Oy-Mittelberg
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-166110)

Neubau Rathaus


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Carola Stürzer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MAIER.NEUBERGER.ARCHITEKTEN GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf greift die Gestalt der umgebenden Bebauung auf, der 2-geschoßige Neubau wird auf den Fußabdruck des Bestandes gestellt und fügt sich in das Umfeld in seiner Maßstäblichkeit sehr gut ein. Der Straßenraum der Haager Straße wird- endsprechend dem Bestand- bewusst knapp gehalten. Das Gebäude orientiert sich eindeutig zum St. Anna Platz, von wo aus das großzügige Foyer und die Touristeninfo erschlossen sind, ein Nebeneingang erschließt das Gebäude von den Parkplätzen.

    Das Erdgeschoß mit seiner geschoßhohen Verglasung öffnet sich großzügig nach außen, die großflächige Verglasung zur Haager Straße wird kontrovers diskutiert. Der Grundriss ist klar und übersichtlich gegliedert. Die Raumanordnung ist auch im Verwaltungsbereich übersichtlich, großzügige Wartebereiche sind zentral angeordnet, so dass alle Büros gut überblickt werden können.

    Durch die Zweigliederung des Grundrisses ist die Erschließung des vom Sitzungssaales ist auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses problemlos möglich. Besonderes Merkmal der Arbeit ist der Verzicht auf den Bau einer Tiefgarage, die jedoch problemlos errichtet werden könnte Die vorgesehene Holzrahmenkonstruktion mit einer vertikal gegliederten Fassade aus Weißtanne wird positiv gesehen. Das verwendete Material und die angemessene, wohlproportionierte Ausbildung der Fassaden machen das Gebäude deutlich als Sonderbau im Ortsbild lesbar.
    Das Gebäude lässt aufgrund seiner geringen Verkehrsflächen und dem unterdurchschnittlichen Gebäudevolumen eine hohe Wirtschaftlichkeit erwarten.

    Der zurückhaltende Entwurf stellt in seiner architektonischen Haltung und dem klaren, wohlorganisierten Grundriss einen gelungenen Beitrag zur Lösung der Bauaufgabe dar.
    Beide Rettungswege sind baulich gesichert, wobei eine Treppe ohne Treppenraum von dem EG zum OG geführt wird. Da sich hier der sensible Sitzungssaal befindet, scheint eine Abtrennung zum Luftraum erforderlich, um die Zugänglichkeit zum 2. Rettungsweg zu sichern. Ohne diese Abtrennung müssten erhebliche technische Ersatzmaßnahmen zur Ausführung kommen.

    Die Prinzipien der Oberflächengestaltung auf dem St. Anna Platz werden schlüssig weitergeführt. Der verkehrsberuhigte Bereich an der Haager Straße endet mit dem Parkplatz, an der Hauptstraße weniger überzeugend vor der Wegegabelung. Der Schulweg entlang der Haager Straße ist durch Poller gesichert, auf der Nordseite ist ein Fußweg entlang der Fassade zum Café geführt. Der Geländeverlauf an der NO-Ecke ist problematisch, eine Aussage dazu fehlt.

    Da auf eine Tiefgarage verzichtet wird, werden bedauerlicherweise Stellplätze auch knapp entlang der Fassade des im Süden gelegenen Gebäudes angeordnet. Durch die Stellplatzreihe und die parallel gestellten Gebäude verstärkt sich der Charakter einer Straßenschlucht. Die am nördlichen Ende des Parkplatzes ausgewiesenen Stellplätze werden zum Verlust des dort befindlichen Baumbestands führen. Neu gepflanzte Bäume überstellen den Parkplatz wohltuend.

    Die im Modell noch weich dargestellte Geländekante an der Hauptstraße ist im Plan als Stützmauer ausgebildet. Der an der Nordseite des Gebäudes knapp entlang geführte Weg mündet in die Hauptstraße räumlich unentschlossen. Ob die Stele an der Stirnseite des Rathauses wildes Parken und Überfahren wirksam verhindern wird, darf bezweifelt werden.