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  • DE-86157 Augsburg
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-5389)

Realisierungswettbewerb Westparkschule - KITA Sheridanareal


  • Ankauf

    Modell

    Architekten
    Werkgemeinschaft HHK Architekten Gesellschaft mbH, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Jedamzik + Partner Landschaftsarchitekten, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Leitidee/Städtebauliche Einbindung
    Die besondere Qualität des Grundstücks besteht in seiner Lage am geplanten Grünzug, gegenüber der dort vorgesehenen Frei- und Sportanlagen. Als öffentliches Gebäude ergänzt die Schule das Angebot der am Grünzug vorgesehenen infrastrukturellen Einrichtungen. Durch die Längsstellung des Hauptbaukörpers der Grundschule wird der Grünzug gegenüber den öffentlichen Freibereichen räumlich gefasst und ein Rücken für die verschiedenen Außenbereiche der Schulanlage formuliert. Die Außenanlagen der Schule werden zum Park hin orientiert und bilden mit ihm eine gemeinsame Zone von öffentlichen und halböffentlichen Freibereichen. Die Sportanlagen der Schule bilden mit den Sportanlagen im Park eine gemeinsame Spange.

    Freiflächen
    Das Leitmotiv der Freiflächenkonzepts besteht in der Fortführung der Planung für den Park. In die übergeordnete, geometrische Raumstruktur sind organische geformte Elemente, Wege und Baumgruppen integriert.
    Deshalb werden lockere Haine in die Freibereiche des Schulgebäudes eingezogen, die eine Verknüpfung der Freianlagen Park/Schulbereich schaffen. Diese bilden den Rahmen für verschiedene Aktivitäts- und Funktionszonen wie Klettergerüst, Sitzpoller, Biotop. Der „Grasiger Platz“ als Eingangsbereich der Schule ist Auftakt zum Park. Auch hier bilden Haine das landschaftliche Motiv. Der Schulbaukörper öffnet zum „Grasiger Platz“ hin Räume als „Schaufenster“, hier ist eine kleine Außenbühne in Fortsetzung des Mehrzweckraums vorgesehen. Im Bereich der Kita wird die erforderliche Abgrenzung des Freibereichs in den Hain integriert. Um Beeinträchtigungen des Schulbetriebs durch Lärm zu vermeiden, ist die Freifläche der KiTa vom Schulgebäude abgerückt.
    Die Sportflächen im Außenbereich werden wie „Patches“ in die Gesamtfläche eingelegt. Dazwischen entstehen räumliche Verbindungen zum Park. Als Oberflächenbelag ist ein Wechsel aus offenen Pflasterungen, Schotterrasen und Wasser gebundenen Ober-flächen vorgesehen. Das Freiflächenangebot wird durch großzügige, in den Baukörper integrierte überdachte Pausenflächen ergänzt.

    Baukörper/Funktion
    Der winkelförmige Baukörper beinhaltet in jeweils einem Teil Schule und KiTa, die durch den gemeinsamen Eingangsbereich verbunden sind. Dieser ist vom „Grasiger Platz“ aus erschlossen und leitet in die Pausenhalle der Schule und den Vorbereich der KiTa über. Das Herzstück der Schule bildet die zentrale Erschließungshalle, die mit einem Wechsel aus zweigeschossigen Bereichen, überdeckten Zonen, eingeschnittenen Höfen und angelagerten überdachten ußenbereichen eine besondere räumliche Erlebniszone ist. Spezielles Thema sind hier die beiden Innenhöfe, von denen einer gedeckt sein kann und Kreativ- und Erlebniszonen beinhaltet. Der offene Hof stellt einen Freibereich innerhalb des Gebäudes dar und enthält, ähnlich einem Terrarium, verschiedene Bepflanzungen. Beide Höfe sollen begehbar sein. Es werden hier keine Bodenplatten vorgesehen.
    Die Stammklassen sind alle nach Osten zum ruhigen Bereich, die fachklassen hin zum Schulhof orientiert. Ein an den Baukörper anschließendes Dach verbindet Schule mit Sporthalle und bildet einen überdachten Pausenhof. In diesem Bereich ist auch der 2.BA vorgesehen. Die Pausenhalle kann durch den gemeinsamen Eingangsbereich von Schule und KiTa erweitert werden. Auch im Baukörper der KiTa beinhaltet ein eingeschnittener Hof besondere Frei- und Erlebnisbereiche innerhalb des Gebäudes. Von den Gruppenräumen der KiTa aus ist eine gemeinsame Galerie erschlossen, die wiederum in die „Brotzeitoasen“ übergeht und eine Dachterrasse, das „Baumhaus“ erschließt.

    Fassade/Material/Konstruktion
    Die Gestaltung der Fassaden wird durch Belange der Behaglichkeit, Ökologie, Ökonomie und bestimmt. Optimierte Fenstergrößen schaffen gute Tageslichtausbeute, vermeiden hohe Transmissionswärmeverluste und Überhitzung im Sommer. Als übergeordnetes Gestaltungsthema der Fassaden werden Fensterbereiche von Raumgruppen durch umlaufende Alu-Rahmen gruppiert. Hieran ist der außen liegende Sonnenschutz samt Führungen befestigt. Dieser ist als transluzentes, Licht lenkendes Screen vorgesehen. Um Überhitzung zu vermeiden, ist es sinnvoll, diese Markisen-behänge mit einem Abstand zur Fassade auszubilden. Die Verglasung wird als Holz-Alu-Elementfassade vorgesehen, innen Holz als haptisch-stimmungshaftes Material, außen Alu, wartungsfrei. Die Außenwandkonstruktion wird als vorgehängte, hoch gedämmte Holz-Ständerfassade vorgesehen. Außenwandbekleidung ist eine bunte Faserzementfassade mit durchlaufend vertikaler Gliederung.
    Die Primärkonstruktion bildet eine konventionelle Stahlbetonkonstruktion mit hoher Speichermasse! Der sehr kompakte Baukörper ist, ins Besondere in Hinblick auf die Passivhausanforderung kostengünstig herzustellen und zu betreiben. Die Erschließungshalle wird durch die Höfe und Dachsheds sehr gut belichtet. Die Sheds erhalten auf der nach Süden geneigten Fläche Fotovoltaikelemente.

    Energiekonzept/Behaglichkeitskonzept
    Der kompakte, zweigeschossige Baukörper hat ein günstiges Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen, dies lässt geringe Transmissionswärmeverluste und eine kostengünstige Ausführung erwarten.
    Das Energiekonzept hat dreierlei zu leisten:
    1. Umweltschutz
    2. Günstige Unterhaltskosten
    3. Behaglichkeit, d.h. eine positive und anregende Lernumgebung
    Schule ist ein sozialer Ort und Lernarbeitsplatz. Um effektiv lernen zu können sind notwendig:
    1. Gute Luftqualität, d.h. geringe CO2-Konzentration
    2. Visuelle Behaglichkeit, d.h. hoher Tageslichtanteil, keine Blendung
    3.Thermische Behaglichkeit, d.h. keine Überhitzung im Sommer, keine
    Zugerscheinungen und Strahlungsasymmetrien im Winter
    4. Räumliche Behaglichkeit, d.h. gute Raumproportionen, angenehme Oberflächen
    5. Akustische Behaglichkeit, d.h. guter Schallschutz und kurze Nachhallzeiten
    Das Energiekonzept ist grundlegend durch die hohe Nutzungsdichte in Schulen bestimmt. Entscheidend ist, die inneren Lasten zu nutzen, Überhitzungen zu vermeiden und die Luftqualität zu verbessern.
    Das integrale Konzept für die „Westparkschule“ Augsburg dient gleichermaßen der Ökologie, der Ökonomie und der Behaglichkeit.
    Die Belüftung der Klassenräume erfolgt kontrolliert und der Belegung entsprechend durch eine Ersatzluftanlage (keine Klimaanlage). In jedem Klassenraum wird die Zuluftmenge– und Temperatur über Fühler gesteuert, sodass sie genau dem Bedarf entspricht.
    Die Frischluft wird über einen Erdwärmetauscher geführt, der im Sommer vorgekühlte, und im Winter vorgewärmte Luft liefert, die mittels Wärmerückgewinnung weiter erwärmt wird. Diese wird über einen im Flurbereich geführten Kanal mit Weitwurfdüsen in die Klassenräume eingeblasen. Die frische Quellluft verteilt sich im Raum und erwärmt sich
    durch die inneren Wärmequellen (Personen).
    Die warme Abluft wird über Schall gedämmte Überströmöffnungen in die zentrale Erschließungshalle abgesaugt und einem Wärmetauscher zugeführt. Für extreme Käteperioden werden an Brüstungen oder Wänden zusätzlich Heizkörper vorgesehen. Durch den Erdwärmetauscher können die Temperaturen auch im Sommer ohne
    mechanische Kühlung unter den Außentemperaturen gehalten werden.
    Zum sommerlichen Wärmeschutz ist neben einem optimalen Verglasungsanteil eine Nachtauskühlung des Gebäudes vorteilhaft. Dies erfolgt durch freie Nachtlüftung über die Halle. Erwärmte Luft steigt durch die natürliche Thermik nach oben und entweicht durch die Lüftungsöffnungen in den Sheds. Durch die zentral gesteuerten, motorisch betriebenen Oberlichtflügel in der Fassade der Klassenräume und die Überström-öffnungen der Flurtrennwände, fließt kühle Nachtluft und durchspült das Gebäude.
    Die Dachsheds der Halle sorgen außerdem für sehr gute Belichtung und sind mit Fotovoltaikelementen bestückt. Als Sonnenschutz werden Licht lenkende, transluzente Screens als außen liegende Markisen vorgesehen. In den Übergangsjahreszeiten ist jederzeit eine konventionelle Fensterlüftung möglich. Selbstverständlich erhält der Baukörper eine hohe, Wärmebrücken freie Wärmedämmung und hochwertige Verglasungen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.