loading
  • DE-82362 Weilheim in Oberbayern
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-161063)

Neubau und die Neugestaltung von Busbahnhof und Bahnhofsumfeld


  • 1. Preis

    Perspektive Platz, © bbz|ATELIER PK

    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ATELIER PK ARCHITEKTEN, Berlin (DE)
    Architekten: UTArchitects, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsverfasser beschreibt ein neues „Weilheimer Band“ entlang der Bahn – die Umsetzung ist gelungen durch eine lineare Anordnung der Bike & Ride, der Busbahnhofüberdachung, der Reihung der Bäume und der einheitlichen Beläge, die dieses Band definieren. Ein akzentuiertes Ende findet dieses Band im Süden an der Einmündung zur Bahnhofsgasse mit einem Ärztehaus und einem Quartiersplatz. Hier kann glaubhaft ein
    Eingang zu einem neuen Stadtquartier geschaffen werden. Die Bebauung entlang der Bahn im Ideenteil ist in der vorgeschlagenen Form aus städtebaulicher Sicht gut realisierbar. Gut gelungen ist die Umlenkung bzw. Hinlenkung vom Bahnhof zur Altstadt mit der markanter Raumkante des Ärztehauses, des Quartiersplatzes und Weiterführung des Belages bis zur Fußgängerzone.

    Die Lage des ZOB im Norden ist gut gelöst und funktioniert gut, lediglich die Bereitstellungsflächen sind umständlich anzufahren und nicht sehr wirtschaftlich. Grundsätzlich positiv ist der begrünte Aufstellungsbereich für die Bereitstellung zu bewerten.
    Die Beläge aus Mineralbeton sind teilweise ungeeignet und scheinen damit unwirtschaftlich. Die Bahnhofsallee wird mit Bäumen aufgewertet, der bestehende Parkplatz bleibt bestehen. Hier in der Allee befinden sich die Taxistände und der SEV, der weiter vom Busbahnhof entfernt liegt. Dadurch ergeben sich weite Wege für Zugreisende über die Bahnhofsstrasse zum Aufstellplatz. Die Erschließung des Bahnhofs für Zugreisende ist gut gelöst, die Bahnhofstraße und Bahnhofsallee sind beidseitig befahrbar, innerhalb des Bahnhofs - Vorbereiches akzentuieren Tiefboards den Fahrbereich.
    Das Glasdach des ZOB liegt direkt parallel am Gleis 1, schließt an die Überdachung der Bahn an und bietet eine kurze Wegeanbindung. Die Haltestelle für Stadtbus und RVO ist am Bahnhofsgebäude an zentraler Stelle angeordnet, jedoch ist der Wendebereich von der Strecke her zu lang bemessen. Hervorzuheben ist die unmittelbare Nähe zum Bahnsteig mit kurzen Wegen zum Bus ohne Querung einer Straßenfläche.

    Die leichte Dachkonstruktion über dem Busbahnhof und der südlichen Bike & Ride Anlage nehmen Bezug auf die Architektur des bestehenden Bahnhofvordaches und betonen so die Zugehörigkeit zur Gesamtanlage. Die Dachkonstruktion des ZOB ist bestechend klar, einfach und gestalterisch von hoher Qualität, der Aufenthaltsbereich darunter ist hell, Sitzplätze sind an jeder Haltestelle genügend vorhanden und ausreichend windgeschützt. Die Konstruktion scheint wirtschaftlich in Realisierung und Unterhalt.

    Kernpunkt des Entwurfes ist das sog. „Weilheimer Bahnhofsband“. Eine einheitlich gepflasterte Fläche (Großstein Granit, gestockt) spannt sich räumlich zwischen Ärztehaus und neuem Baumdach im Norden auf. Durch den zurückhaltenden und geordneten Einsatz von Einbauten entsteht ein ruhiges und einheitliches Erscheinungsbild des Stadtraums.
    Die beidseitig angeordneten Entwässerungsrinnen, die eine Fahrspur zeichnen, widersprechen allerdings dem Gedanken des shared space. Die Baumpflanzungen unterstützen das räumliche Gefüge, leider erkauft durch den Verlust fast aller bestehenden Gehölze. Die Bahnhofsallee funktioniert und führt mit einer angemessenen Neupflanzung zum Bahnhof.

    Die Nord-Süd-Radweganbindung ist von Norden parallel zum Busbahnhof als Rampe an der Geländekante gelöst und endet in einem der beiden Fahrradparkplätze. Der Radweg von Süden befindet sich direkt parallel an den Gleisen, mündet in der zweiten Bike & Ride Anlage mit ansprechendem Glasdach. Die Führung der Trasse ist in Teilen unklar. Eine eventuelle Trennung des Geh- und Radweges in Gehweg und Radweg wird empfohlen.
    Der Entwurf nimmt die immissionsschutztechnischen Vorgaben aus der Auslobung gut auf, sowohl im Bereich des ZOB als auch im Bereich der geplanten Wohn- und Gewerbenutzung im Süden. Der Pflasterbelag im Bereich des Bahnhofsplatzes sowie der Bahnhofsallee und Bahnhofsstraße aus Großgranitsteinpflaster führt an der bestehenden Bebauung zu einer Verschlechterung der schalltechnischen Situation. Die erforderlichen schall- und erschütterungstechnischen Schutzmaßnahmen im Bereich der geplanten Bebauung im Süden sind bereits benannt und im Rahmen der weiteren Planung nochmals zu überprüfen.

    Der Entwurf stellt für die Stadt Weilheim hinsichtlich Busbahnhof und Bahnhofsumfeld mit der hohen Gestaltungsqualität des Daches einen eigenständigen und ausbaufähigen Entwurf
    dar.