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  • DE-82362 Weilheim in Oberbayern
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-161063)

Neubau und die Neugestaltung von Busbahnhof und Bahnhofsumfeld


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Yvonne Baur, Philip Schmoeger, Carola Stürzer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MAIER.NEUBERGER.ARCHITEKTEN GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    18.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Im städtebaulichen Ideenteil wird eine Lärmschutztypologie entwickelt, welche die dahinterliegenden Bereiche von den Beeinträchtigungen der Bahn abschotten. Die zu den Gleisen gerichteten Höfe sind allerdings einer starken Lärmbelastung ausgesetzt. Die Umlenkung der Bahnhofstraße wird durch ein massives Gebäude erreicht.
    Im Realisierungsbereich werden klare Bereiche ausgebildet. Der Bahnhofsvorplatz wird deutlich heraus gearbeitet. Über die klare Ausbildung der Beläge werden diese Bereiche zoniert. Wasserspiele und Freibereich des Cafés werten den Platz zusätzlich auf. Die Bahnhofsallee wird wieder zur beidseitig baumbestandenen Allee. Das markante Dach markiert den Zentralen Busbahnhof (ZOB), wird zum klaren Identifikationspunkt und schließt den Bahnhofsplatz ab. Die Erschließung der einzelnen Bereiche ist klar gegliedert, wird durch die Ausbildung der Beläge verstärkt und führt zu einer guten Orientierbarkeit. Die klare Form des Daches mit seiner Konstruktion in Sichtbeton nimmt die Bushaltestellen, Bereitstellungsflächen und einen Teil der Fahrradboxen auf. Durch die robuste Konstruktion ist eine wirtschaftliche Umsetzung zu erwarten. Der Standort des Schienenersatzverkehrs ist räumlich getrennt und weit entfernt von Busbahnhof und wird im Sinne der Orientierbarkeit kritisch gesehen.

    Die Arbeit unterscheidet zwischen Bahnhofsstraße und Bahnhofsplatz. Dieser wird mit einem Granitbelag in wechselnden Formaten belegt. Sein Material wird im Format differenziert in den Gehbereichen fortgeführt. Die analoge Behandlung in der Bahnhofsallee überzeugt aber nicht; sie ist typologisch (Straßenraum) nicht konsequent und als Appendix zum Bahnhofsplatz nicht verständlich. Die Bestandsbäume werden erhalten, die neue Baumreihe definiert wie selbstverständlich den Vorplatz des Bahnhofs. Es wird hinterfragt, ob die vorgeschlagenen Ausstattungselemente die Idee des Mischverkehrs stützen. Eine räumliche
    Platzfassung südlich der Post fehlt, der Übergang auf den Parkplatz ist nicht gelöst. Die farbig codierten Rad- und Fußwege erscheinen zu aufdringlich. Eine eventuelle Trennung in Gehweg und Radweg wird empfohlen. Der Belag im Busbahnhof sollte geprüft werden (geschliffene Betonoberfläche). Die Anzahl der KFZ - Stellplätze ist noch genauer zu prüfen. Die Sichtverhältnisse vor dem Bahnhof sind teilweise durch den Bestandsbaum beeinträchtigt.

    Der Wettbewerbsbeitrag setzt die schalltechnischen Ausführungen gemäß der Auslobung für den ZOB gut um. Durch den geplanten Granitsteinpflasterbelag im Bereich der Bahnhofsallee und am Bahnhofsplatz kommt es zur Erhöhung der Schallimmissionen an der angrenzenden Bebauung. Die geplante Riegelbebauung mit zum Teil zurückspringenden Gebäuden südlich der Bahnhofstraße führt zum Schutz der dahinter liegenden Wohnbebauung und lässt ruhige Wohnhöfe und Fassaden entstehen. Die Gebäude selbst sowie die Freibereiche im Westen bedürfen jedoch weitergehender erschütterungstechnischer und schalltechnischer Schutzmaßnahmen.

    Die Arbeit stellt ein robustes Konzept mit differenzierten Lösungen der einzelnen Bereiche
    dar.