loading
  • DE-74523 Schwäbisch Hall
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-174055)

Wohngebiet “Sonnenrain“ und Landschaftspark


  • 4. Preis

    Vogelschau, © QUERFELD EINS

    Stadtplaner
    QUERFELD EINS Landschaft | Städtebau | Architektur PartGmbB, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Daniel Stöcker-Fischer , Frank Großkopf , Annegret Stöcker

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Landschaftspark nimmt schlüssig die Hauptwege und Landschaftsstrukturen auf und verknüpft sie zu einem klar konturiertem Netz mit einem reizvollen Wechsel von landwirtschaftlichen Offenlandflächen, die den Park mit der freien Landschaft im Norden und Südosten verbinden, naturnahen Ökokontoflächen und ostwestorientierten Aktionsbauten, die Spiel-, Sport- und Erholungsangebote konzentriert beherbergen. Die wertgebenden Biotopstrukturen bleiben erhalten und werden gestärkt. Der Tafelberg wird als ruhiger Aussichtspunkt integriert. Die Umfahrungsstraße schont durch ihren Verlauf Richtung Osten das Wohngebiet Kreuzäcker vor Lärm, führt aber dennoch zu einer Zerschneidung und empfindlichen Verlärmung des Landschaftsparks. Das isolierte Sportfeld liegt nicht optimal und wäre aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen besser am Sportplatz gelegen.

    Insgesamt ist der Entwurf zum Park in seiner Leitidee überzeugend und bietet eine gestalterisch alternative, in der Nutzung ausgewogene und umsetzbare Lösung an.

    Die Gliederung des südlichen Teils des Landschaftsparks durch zwei Ost- West verlaufende Aktionsbänder, die die vorhandene Vegetation und den Wasserlauf des Badersklingenbach einbeziehen, ist ein hervorragendes Mittel, einerseits das Wohngebiet Sonnenrain an seinem Nordrand einzugrünen, aber auch nördlich davon weitere zukünftige Bauabschnitte zu ermöglichen. Diesen würde selbstverständlich im Vorhinein ein grüner Rand wachsen. Aus dem Wohngebiet heraus werden sowohl zum Ortskern Hessental als auch zum Gebiet Solpark, zum Tafelberg und Richtung Schul- und Sporteinrichtungen schlüssige Wegeverbindungen aufgebaut.

    Das Wohngebiet erschließt sich sehr prägnant über einen Quartiersanger hin zu einem Quartiersplatz. Dieser unverwechselbare städtebauliche Raum ist eine zentrale Qualität des Entwurfes.

    Durch Grünfinger Nord-Süd und einen Grünkorridor West-Ost wird das Gesamtgebiet in überschaubare Wohninseln gegliedert. Jede dieser Wohninseln hat einen kommunikativen Wohnanger, wo sich die Nachbarschaften gut treffen können. Es wird begrüßt, dass in jeder Wohninsel unterschiedliche Wohntypologien angeboten werden.

    Die Bauabschnitte können von Ost nach West gut additiv erschlossen werden. Eine Anpassung an sich wandelnde Anforderungen des Wohnungsmarktes wird durch das Konzept ermöglicht.

    Die isolierte Lage des Altenwohnens wird kritisch betrachtet, sie könnte ausgrenzend wirken. Anderseits wird in dem im Osten abgelegenen Wohnhof durchaus auch die Chance zur Realisierung eines besonderen Wohnortes gesehen, vielleicht auch als Standtort für eine private Baugruppe oder Genossenschaft.

    Bei der Übersichtlichkeit und guten Orientierbarkeit des Erschließungskonzeptes ist aber zu kritisieren, dass Einfamilienhäuser und Punkthäuser im südöstlichen Bereich schlecht oder teilweise mittelbar über andere Grundstücke zu erschließen sind (TGs der unkthäuser und EFH als Hinterlieger). Die so entstehenden Abhängigkeiten sind am Standort nicht umzusetzen. Die beiden nordöstlichen Quartiere enden in Sackgassen ohne Wendemöglichkeit. Servicefahrzeuge können diese Quartiere so nicht bedienen.

    Die Anbindung des Wohngebietes allein an einen Anschluss an die Bühlertalstraße erscheint dem Preisgericht als zu unterdimensioniert, auch wenn Ausweichverkehre im Notfall auf randliche Feldwege ausweichen können.

    Die Konzeption liegt noch im wirtschaftlich vertretbaren Rahmen. Recht großzügige Grünzäsuren im Wohngebiet werden durch eine sparsame Erschließung kompensiert.

    Der Entwurf bietet die Möglichkeit zu einem angenehmen Wohngebiet, mit hohen Qualitäten der Stadträume und der freiräumlichen Vernetzung.