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  • DE-81671 München
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-162203)

Bildungscampus und Sportpark Freiham


  • Preisgruppe Zur Überarbeitung aufgefordert - Bildungscampus

    h4a | Perspektive

    Architekten
    h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Gessert , Albrecht Randecker

    Mitarbeit
    Mark Hemsen, Carlos De Paz, María Mesa Izquierdo, carsten büttner, Johannes Krüger, Nadine Hertrampf, JiaBei He

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten, Eichstätt (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser folgen dem städtebaulichen Leitbild für den neuen Bildungscampus Freiham, in dem sie mit Neubauten den angrenzenden Straßen eindeutige Raumkanten verleihen und im Inneren des Wettbewerbsgeländes großzügige Freiflächen für öffentliche und schulische Nutzungen anbieten. Durch die Besetzung derGrundstücksecken mit präzise positionierten Bausteinen entsteht ein zentraler Freiraum, der die übergeordneten Grün- und Wegeverbindungen aufnimmt und als weithin erlebbarer Orientierungspunkt dient.
    Hinzuweisen an dieser Stelle ist jedoch, dass die unter stadträumlichen Gesichtspunkten anerkennende Behandlung der Bebauungsstruktur entlang der Straßen bei genauer Betrachtung zum Teil nicht nachvollziehbar ist. Insbesondere betrifft dies den westlichen Bereich der U-1705, mit einer eingeschossigen, wenig überzeugenden Fassadenausbildung, die diesen Bereich des Straßenraumes zu einer Rückseite erklärt.
    Die funktionale Verteilung entspricht weitgehend den an das Verfahren gestellten Erwartungen. Den Auftakt auf das Gelände bildet in konsequenter Weise die „zentrale Mitte“ mit Mensa, Kreativbereich und Sporthalle. Das gut proportionierte, großzügige Foyer wirkt einladend und übersichtlich zugleich. Die Bibliothek sollte separat erschlossen und nicht in die Zone der allgemeinen Nutzung integriert werden. Die Außenflächen des Kreativ-Bereiches bieten ein willkommenes zusätzliches pädagogisches Angebot. Die Andienung und die Zufahrt in die Tiefgarage sind richtig positioniert.
    Die bauliche Struktur der Grund- und Förderschule, angeordnet im nordwestlichen Bereich des Geländes, sowie des Gymnasiums und der Realschule, an der Bodenseestraße gelegen, folgt dem pädagogischen Konzept des Campus, das von der Bildung qualitätsvoller Lernhäuser ausgeht.
    Die Grund- und Förderschule erhalten einen gemeinsamen Eingang. Die Erschließung der Lernhäuser erfolgt über eine interne Schulstraße, die spannungsreiche Bezüge zwischen Innen- und Außenraum aufbaut.
    Auch das Gymnasium und die Realschule erhalten einen gemeinsamen Zugang mit angrenzender Pausenhalle. Die Lage des Zugangs ist zwar klug gewählt, insgesamt ist die räumliche Situation der Pausenhalle wenig geglückt. Die im Außenraum aufgebaute kraftvolle Eingangsgeste findet durch die in der Halle angeordneten Nebenräume, die vorgeschlagene „Kunstwand“ und den beengten Übergang zu den Fachklassen keine adäquate innenräumliche Entsprechung. Die zur Erschließung der einzelnen Lernhäuser dienende Schulpromenade ist in Teilbereichen zu schmal ausgebildet und wirkt in ihrer Grundrissgeometrie formal überzogen. Dies ist nicht zuletzt in der Fassadengestaltung entlang der Bodenseestraße zu erkennen, die aus Sicht des Preisgerichts zu unruhig wirkt. Hierbei wird auf einen gewissen Widerspruch zwischen den Darstellungen der Fassaden in den Plänen und dem Modell verwiesen.
    Die konsequente Orientierung der Klassenräume zum zentralen Grünraum ermöglicht nicht nur gute Tageslichtqualitäten sondern auch eine natürliche Belüftung dieser Bereiche. Durch die Lage der Schulpromenaden sind die Belange des Schallschutzes berücksichtigt. Als überzogen wird die Vielzahl an Stegen im ersten Obergeschoss empfunden, die das ansonsten klare Erschließungskonzept konterkarieren.
    Die Brandschutzanforderungen sind weitgehend erfüllt. Das Konzept zeigt ein wirtschaftliches Tragwerk. Die Gebäudekennwerte des Entwurfs liegen im Vergleich zu den eingereichten Arbeiten im unteren bis mittleren Bereich.
    Insgesamt würdigt das Preisgericht vor allem die qualitätsvolle Umsetzung der Lernhäuser. Die Behandlung des Gebäudevolumens samt Fassaden und der Umgang mit der internen Erschließung können hingegen nicht vollumfänglich überzeugen.
    Das Lernhauskonzept ist umgesetzt, mit einer Ausnahme (Südliches Lernhaus der Realschule). Der MINT-Bereich liegt im EG des Gymnasiums und ist auch von der Realschule aus erreichbar. Die Außenfläche des Kreativ-Bereichs bietet ein zusätzliches pädagogisches Angebot. Die Zonierung des Speisesaals ist erkennbar. Gelungen ist die Ausweisung von offenen Bereichen im Foyer, sie müssen jedoch auch als geschlossene Räume nutzbar sein. Die Bibliothek ist leider nicht in die Zone der allgemeinen Nutzungen integriert.
    Das landschaftsarchitektonische Konzept im Bereich des Campus, schafft im Zusammenspiel mit der städtebaulichen Konfiguration ein kohärentes Gesamtbild. Es entstehen vielfältige Räume deren Gliederung eine brauchbare Dualität zwischen Pausenflächen und Campuspark erarbeiten. Kritisch diskutiert wurde die Dimensionierung der Freiflächen insgesamt, welche in der städtebaulichen Figur keinen rechten Halt findet.


INFO-BOX

Angelegt am 12.11.2014, 14:28
Zuletzt aktualisiert 18.11.2014, 12:45
Beitrags-ID 4-94570
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