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  • DE-10318 Berlin
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-173413)

Neuerrichtung Schulsporthalle Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium


  • 3. Preis

    Fassadenschnitt mit Teilansicht

    Architekten
    Weinmiller Großmann Architekten PartGmbB, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Gesine Weinmiller , Michael Großmann

    Mitarbeit
    Bastian Große Halbuer

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Ingenieurgesellschaft Ridder und Meyn mbH, Berlin (DE)
    Bauphysiker: Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE)
    Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    3.300 EUR

    Erläuterungstext
    Neue Sporthalle Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium

    Mit dem Brand der alten Schulsporthalle verlor das Hans – und – Hilde – Coppi – Gymnasium nicht nur ein funktional unerlässliches Gebäude, sondern darüber hinaus ein wichtiges Element, das als Teil des Ensembles den Pausenhof räumlich einfasste.

    Durch den Neubau wird mit einer minimalen Variation auf Basis des Musterraumprogramms eine Setzung gefunden, die den Schulhof wieder umfasst und selbstverständlich an das bestehende Gebäudeensemble anschließt.

    Die hohe transluzente Halle markiert den Abschluss im Nord-Westen. Nach Süden ist ihr lediglich ein schmaler Sockel mit den Geräteräumen vorgelagert und hält den notwendigen und sinnvollen Abstand zu den Fenstern der Unterrichtsräume der Mobilen Unterrichtseinheit. Der Umkleidetrakt, der in der Standardkonfiguration parallel zu den Geräteräumen liegt, wird von der Längsseite der Halle an die Stirnseite verlagert und wird so zum Bindeglied hinüber zum Bestand. Ein deutlich auskragendes Vordach läuft begleitend entlang der Hoffassaden des Sockeltraktes und schließt an die Kolonnaden des Altbaus selbstverständlich an.

    Daraus erwachsen ein Reihe von Vorteilen:
    Es entsteht eine witterungsgeschützte Aufenthaltszone, die mit den integrierten überdachten Sitznischen eine neue Aufenthaltsqualität für den Schulhofbereich bietet.
    Der gesamte Baukörper mit seiner gestaffelten Kubatur bildet den nördlichen Abschluss des Schulgeländes zum Römerweg und schirmt die benachbarte Wohnbebauung vom Lärm der Schule ab.
    Der Nebeneingang für die außerschulische Nutzung der Sporthalle ist selbstverständlich und klar auffindbar an der drei Meter breiten Fuge zwischen Alt und Neu unter der gleichen horizontalen Dachlinie, die den gesamten Sockel der Halle umläuft. Der Nebeneingang kann von externen Sportlern genutzt werden, ohne dass diese das Schulgrundstück betreten müssen.
    Es entsteht eine große Sportfreifläche südlich der neuen Halle.

    Konstruktion und Material

    Der Sockel

    Der solide Sockel aus Mauerwerk und Beton verbindet Halle und Nebenräume. Er ist mit robusten natürlichen Backsteinen verkleidet. In der Halle verbirgt er den notwendigen Anprallschutz . Im Hofbereich bildet die Außenwand des Umkleidetraktes Sitznischen aus, welche die Pausenhoffläche um einen überdachten Aufenthaltsbereich erweitern.

    Das Betondach des Sockels läuft als horizontale Linie um den Gesamten Baukörper und bildet auf der Südseite einen Dachüberstand der als Konstruktiver Sonnenschutz dient.

    Die „Laterne“ der Halle

    Der Laterne der Halle wird als eine gefaltete zweischalige, transluszent gedämmte Profilglasfassade ausgebildet. Jede Faltung besteht aus zwei baulichen Elementen die in einem 90 Grad Winkel zueinanderstehen. Im Sinne einer unterstützenden natürlichen Belüftung wird, je nach Bedard in dem nördlich ausgerichteten Element ein Öffnungsflügel eingeplant. Bringt viel diffuses Licht , Keine Blendung der Sportler

    Wirtschaftlichkeit - Nachhaltigkeit - Effizienz

    Einfache klare Konstruktionen.
    Leichte Konstruktion im Dach, ökonomische Leimholzbinder
    Langfristige Nutzungsqualität durch verschleissarme Materialien mit unbehandelten Oberflächen.
    Wirtschaftlicher Betrieb durch konsequente Ebenerdigkeit aller Räume

    Auskragendes Dach im Süden dient als konstruktiver Sonnenschutz.
    Gewählte Profilglasfassade benötigt keinen weiteren außenliegenden Sonnenschutz – es entstehen keine Wartungskosten. Die transluszenten Fassadenelemente ermöglichen ein diffuses durchfluten des Raumes mit Licht. Die Notwendigkeit von Kunstlicht, auch an bedeckten Tagen wird stark reduziert.

    Halle wird im Sommer über Lüftungsflügel in der Fassade belüftet.
    Aufgrund einer erhöhten Flexibilität wird die Halle über Warmluft geheizt. Die Halle wird dadurch nicht dauerhaft warmgehalten sondern zu den benötigten Zeiten aufgewärmt.
    Ergänzende eine mechanische Lüftung.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Neubau versucht, den Schulhof städtebaulich wieder zu fassen und selbstverständlich an das bestehende Gebäudeensemble anzuschließen. Die städtebaulichen Linien werden im Lageplan bewusst weitergeführt, ordnen sich aber gestalterisch in der Höhenentwicklung soweit dem historischen Kontext unter, dass die Entscheidung über die Dachausformung des Sozial- und Sanitärtrakts unabhängig entwickelt werden kann.

    Der solide Sockel aus Mauerwerk mit den Sitznischen, der die Halle mit den Nebenräumen und dem Altbau verbindet, schafft eine zusätzliche Aufenthaltsqualität für den Pausenhof. Der Gebäudekomplex öffnet sich mit seinen Nutzräumen zum Pausenhof, somit nach Süden hin, wobei das auskragende Dach als konstruktiver Wetterschutz fungiert.

    Die Laterne der Halle, aus gefaltetem Profilglas ausgebildet, wird in nachhaltiger und wirtschaftlicher Hinsicht als problematisch angesehen, wobei die positiven Aspekte des Lichteinfalls durchaus gesehen werden.

    Die Materialität des Gebäudes ist sehr stimmig und stahlt eine ruhige Kraft aus. Hauptproblempunkt der städtebaulichen Positionierung erscheint jedoch die Nähe zur Fernwärmetrasse. Durch die Unterschreitung der Nutzfläche bei den Umkleiden wird das Abrücken des Baukörpers von dieser Leitung als problematisch angesehen.
    Bauaufsichtlich wird das Rettungswegekonzept positiv beurteilt.