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  • DE-77704 Oberkirch
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-169730)

Stadträumliche Entwicklung Altstadt


  • Anerkennung

    Hauptstraße, © AG Freiraum

    Landschaftsarchitekten
    AG Freiraum, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: böwer eith murken vogelsang architekten, Freiburg (DE)
    Künstler: Günther Holder, Freiburg im Breisgau (DE)

    Preisgeld
    5.200 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Es ist die Absicht der Verfasser, den „Rundling“ als prägendes städtebauliches Erscheinungsbild in den Vordergrund ihrer Gestaltungsüberlegungen zu stellen. Insoweit zeichnet sich die Arbeit durch ein durchgängiges, einfaches und einheitliches Belagskonzept innerhalb des Rundlings aus, die beiden Zugänge werden durch „Stadttore“ betont. Auf Baumstrukturen verzichten die Verfasser bewusst, um die Wirkung der flankierenden mittelalterlichen Fassaden zur Geltung kommen zu lassen. Ob dieser puristische Ansatz einer „steinernen Fläche“ kombinierbar mit einer starken Betonung der inneren Fußgängerzone nur Vorteil ist, wird kontrovers diskutiert.

    Für Fußgängerzone und den Bereich um die Kirche wird ein schlichtes, in Reihen verlegtes Granitpflaster in verschiedenen Größen vorgeschlagen, ein Format, das dem historischen Ambiente sicherlich angemessen ist. Ein schöner gestalterischer Akzent wird hier durch die markante, aber räumlich nicht verstellende „Belagsbordüre“ gesetzt, ein liegender Werkstein, der den Fassaden der südlichen Hauptstraßenseite vorgelagert ist. Die wenigen Ausstattungselemente (Brunnen, Bänke) sind richtig gesetzt und lassen viel Spielraum für temporäre, situationsangemessene Möblierung. Die seitlich angrenzenden Gassen sollen wie bisher mit Porphyrpflaster belegt bleiben.

    Das Fontänenfeld innerhalb des auf dem Kirchplatz nachgezeichneten Grundrisses der ehemaligen Stadtkirche erscheint an dieser Stelle überzogen. Der fast vollständige Verzicht auf Parkierung im Bereich des Kirchplatzes und der neue Brunnen kommen der Gestaltung, der Zugänglichkeit zu den Geschäften und der Aufenthaltsqualität zugute.

    Am Mühlbach soll der Bestand durch sensible Einfügung von Aufenthaltselementen wie Sitzstufen sowie Spielorte aufgewertet werden. Die Ringstraße wird zu einem „Grünen Ring“ aufgewertet, in der dargestellten Form allerdings nicht mit der angemessenen Konsequenz.

    Die vorgeschlagenen Möblierungselemente unterstreichen die Absicht der Verfasser zu einer zurückhaltenden und einfachen Gestaltung in der Altstadt.

    Die im Nordwesten vorgeschlagene bauliche Ergänzung zum „Wohnen an der Stadtmauer“ wird als guter Beitrag gesehen, allerdings wird die Möglichkeit einer Nachzeichnung des historischen Stadtgrundrisses nicht in ausreichender Dichte aufgegriffen, so dass das Ensemble nur geringe gestalterische Kraft entfaltet.

    Verkehrstechnisch soll der Kernbereich der Hauptstraße als Fußgängerzone ausgewiesen werden, der Rest der Altstadt wird als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen mit Parkberechtigung nur für Anwohner. Im Gegenzug werden in der Peripherie der Altstadt (REWE = Parkdeck und Tiefgarage hinter dem Amtsgericht) zusätzliche Parkeinrichtungen geschaffen. Ebenso ist als Option eine Bushaltestelle in der Fußgängerzone vorgeschlagen. Der damit verbundene Rückgang von Verkehrsaufkommen und ruhendem Verkehr in der Altstadt ist sicherlich positiv zu bewerten.

    Die Arbeit bildet mit ihrem zurückhaltenden, ganzheitlichen Ansatz sicherlich einen guten Beitrag im Verfahren, sie erscheint in der Umsetzung wirtschaftlich, allerdings vermögen die dargestellten Details nicht die diesem Ansatz geschuldete Stimmung zu erzeugen.