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  • 1. Preis


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    Landschaftsarchitekten
    Schmidtke+Boué Landschaftsarchitekten, Hamburg (DE), Friedrichsfehn (DE)

    Mitarbeit
    Evelyna Boué, Wieland Schmidtke, Evelyna Boué

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: SEHW Architekten, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Der Neubau ist als homogener Stadtblock konzipiert, der sich in seiner Höhenentwicklung an den Gründerzeitbauten des Schanzenviertels orientiert und den Blockrand entlang der Schanzenstraße und der Altonaer Straße schließt. Das hohe, großflächig verglaste EG bildet den Gebäudesockel, auf dem vier Vollgeschosse als flexibel nutzbare Mischung aus Wohn- und Büronutzung aufsatteln. Das Staffelgeschoss wird an die Fassadenflucht herangerückt und in das Fassadenbild eingegliedert, um dem Baukörper die notwendige Höhenentwicklung zu geben. Die Gebäudehöhe nimmt an der Schanzenstraße die Traufhöhe des Straßenzuges auf (nicht die des unmittelbaren Nachbarn!) und führt diese gleichmäßig um den Blockrand herum. Vor der angrenzenden Blockrandbebauung an der Altonaer Straße gibt es einen Höhenversatz über die beiden oberen Geschosse, so dass im Übergang zum Nachbarhaus das Höhenniveau an dieses angeglichen wird.
    Der Stadtblock erhält zwei deutlich unterschiedliche Gesichter. Nach außen, zu den Straßenräumen der Schanzen- und der Altonaer Straße entsteht eine öffentliche „Stadtseite“. Die raumhohen Glasfassadenelemente erhalten durch eine durchlaufende Struktur von vorgehängten Balkonloggien eine horizontale Gliederung, die den Charakter der Blockrandbebauung betont und ein Spannungsmoment zu dem vertikal ausgerichteten Turmgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite bildet. Das Innere des Blocks ist wiederum als „Gartenseite“ konzipiert, die dem privaten, von der Stadt zurückgezogenen Charakter der Blockinnenseite entspricht. Dem als Gartenhof gestalteten Blockinnenraum entsprechend werden die zum Hof orientierten Wohnbalkone durch einen grünen Schleier aus Rankpflanzen eingehüllt, die an einer filigranen Stahlseilstruktur aus dem Hof emporwachsen. Durch eine „Fenster“-Struktur aus Rahmenelementen, um die die Rankpflanzen herum wachsen können, wird dieser Schleier zu einer „grünen Fassade“, die als Schutzhülle große Bereich der Balkone vor den Einblicken der gegenüberliegenden Einheiten schützt und trotzdem offene Ausblicke in den Hof gestattet.
    Das EG erstreckt sich wie die beiden darunterliegenden Tiefgaragengeschosse über die gesamte Grundstücksfläche. Die so gewonnene Fläche erhöht die Flexibilität in der Nutzung der Gewerbeflächen. Darüber hinaus wird der begrünte Gartenhof im Blockinneren hochgelegt, wodurch dieser eine deutlich bessere Versorgung mit Tageslicht erfährt. Das Staffelgeschoss erhält zur Hofseite eine großzügige, umlaufende Dachterrasse, die der oberen Mietung eine außergewöhnliche Großzügigkeit und Nutzungs-qualität verleihen.

    Nutzungsstruktur
    Der Stadtblock bietet ein Höchstmaß an Flexibilität in der Nutzung!
    Tragwerks- und Fassadenraster sowie die Geschosshöhen und die Anordnung der Treppenhäuser sind so konzipiert, dass sowohl Wohn- als auch Büronutzung problemlos darin untergebracht werden können. Durch die drei Treppenhäuser lassen sich pro Geschoss bis zu sieben Einheiten in den Größen zwischen ca. 55 m² und ca. 125 m² erschließen, die untereinander beliebig koppelbar sind.
    Die Wohn- und Büromietungen können geschossweise im Gebäude verteilt werden, es ist aber auch eine Anordnung von Wohn- und Büroflächen auf dem gleichen Geschoss möglich, bei Bedarf auch über die unterschiedlichen Treppenhäuser zu erschließen.
    Die Hauptadresse bildet das große, repräsentative Treppenhaus, welches von der Gebäudeecke Schanzen-/Altonaer Straße erschlossen wird und als innenliegendes Treppenhaus durch ein großes Oberlicht belichtet wird. Durch die geschwungene Form der Wände und des Aufzugschachtes sowie der Ausformung der Treppen- und Galeriebrüstungen als weiße Wandflächen erhält das Treppenhaus einen hellen und ausdrucksstarken Charakter, der dem neuen Wohn- und Geschäftshaus eine prägnante und sehr repräsentative Adresse verleiht.
    In der im Projekt ausgearbeiteten Flächenaufteilung ist eine horizontal gegliederte Nutzungsstruktur vorgesehen:
    Die beiden Tiefgaragengeschosse werden von der Altonaer Straße erschlossen und verfügen über insgesamt 56 PKW Stellplätze sowie Lagerräume für die Mietungen, Fahrradräume und Haustechnikräume.
    Das Erdgeschoss erstreckt sich über die gesamte Grundstückstiefe mit einer flexibel aufteilbaren Nutzfläche von ca. 850 m². Eine mögliche Belegung mit einer Gastronomienutzung und zwei Ladeneinheiten ist hier dargestellt.
    Im 1. bis 3. OG ist eine Wohnnutzung vorgesehen, wobei die Wohnungen im 1. OG besonders attraktiv und kinderfreundlich sind durch den direkten Zugang zum Gartenhof und einer eigenen Hofterrasse. Alle Wohnungen erhalten großzügig verglaste Fassadenfronten denen jeweils eine Loggia (Straßenseite) oder ein Balkon (Hofseite) vorgelagert sind. Während die Fassadenelemente im Raster von 1,35 m in ihrer Aufteilung eine spätere Umnutzung zu einer Büroraumaufteilung ermöglichen, schaffen die Balkone jeweils einen Sicht- und Sonnenschutz, der die für eine Wohnnutzung notwendige Privatsphäre ermöglicht. Der Gartenhof ist für alle Mieter über das Treppenhaus an der Schanzenstraße zu erreichen.
    Für das 4. OG und das Staffelgeschoss ist eine Büronutzung vorgesehen. Im 4. OG können zwei größere Büromietungen á ca. 230 m² eingeteilt werden, die über das Haupttreppenhaus erschlossen werden und eine ca. 175 m² große Mietung, die über das Treppenhaus an der Altonaer Straße erschlossen wird. Es können gemäß dem Fassadenraster und einer Raumtiefe von 4,80 m jeweils Bürozellen abgeteilt und mit offenen Arbeitsplatzflächen als Kombibüros genutzt bzw. reine Zellenbüro oder Großraumflächen angeboten werden. Küchen und WC’s sind jeweils an den Treppenhauskernen oder über den Naßzellen der Wohnungen angeordnet. Die Büroflächen im Staffelgeschoss erhalten ihren besonderen Reiz durch die große Dachterrasse und die dadurch geschützte, ruhige Lage.

    Konstruktion und Fassaden
    Der Neubau ist als Stahlskelettkonstruktion mit aussteifenden Treppenhauskernen konzipiert. Die Flachdecken aus Stahlbeton erlauben ein flexibles Stützenraster mit Stützenabständen zwischen 4,5 und 7,5 m. Die Geschosshöhen der Regelgeschosse wurden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gegenüber der Ausschreibung auf 3,20 m reduziert. Der Bodenaufbau von 15 cm ermöglicht in den Wohnungen und Büros den Einbau bodengleicher Heizkonvektoren und ermöglicht in den Büros die Anordnung eines Hohlraumbodens.
    Die Fassaden sind umlaufend auf Straßen- und Hofseite als raumhohe Glasfassaden in Pfosten-/ Riegel Konstruktion vorgesehen. Zur Straßenseite werden Schalldämmlüfter in das Fassadensystem integriert (Produkt: SIEGENIA od. ähnlich), die eine schallisolierte Frischluftzufuhr bei geschlossen Fassadenflügeln ermöglichen. Als zusätzliche Schallschutzmaßnahme können im Anschluss an die Glasbrüstungen der straßenseitigen Balkonloggien Wintergartenverglasungen vorgesehen werden.
    Die Balkonloggien bieten darüber hinaus die Möglichkeit eines Austrittes mit Blick auf die Straßen und bieten einen Schutz vor direkter Einsehbarkeit der Mietungen. Sie werden als Betonfertigteile vor die Decken des Gebäudetragwerks gehängt und mit vorgehängten Fassadenelemente/ Trespa/ Alu oder Wärmedämm-verbundsystem verkleidet. Die Loggien sind als gestalterisch als versetzte Rahmenstruktur gegliedert, die das Fassadenbild prägen. Innerhalb dieser Rahmen werden farbig beschichtete Stahlblechleibungen eingesetzt, die in verschiedenen Einbautiefen angeordnet der Fassade eine räumliche Tiefenstruktur verleihen. Diese Struktur aus Rahmenelementen und Farbflächen verleiht dem Stadtblock ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

    Der Gartenhof
    Nach Außen, zur Straße präsentiert sich das Gebäude mit einer glatten , gläsernen „Haut“, die den Verkehr mit seinem Lärm und Staub abperlen lässt und das bunte Straßengeschehen nur als lebendiges Bild in das Innere des Hauses eindringen lässt. Im Gegensatz zu der schützenden Härte der Straßenseite, stellt die zum Hof gekehrte Innenseite des Gebäudes einen scheinbar weichen, organischen Rahmen für den Innenhof dar.
    Grüne Vorhänge aus feinem Blattwerk begleiten die Fassade, filtern den Blick auf das Gegenüber und lassen den Hof kostbar und geborgen erscheinen.
    Das Licht, der Regen, der Wind, die Jahreszeiten verändern diese Kulisse ständig und werden dadurch selbst zu einem stärker wahrnehmbaren Teil des Alltags. Der Bodenbelag ist aus hellem Kies, der Ruhe und Einfachheit ausstrahlt, den Hofnutzer zum langsameren Schritt zwingt und eine sanfte Topographie ermöglicht. Mehrstämmige Amelanchier mit lockeren schirmförmigen Kronen stehen auf weich modellierten Inseln und schaffen aus verschiedenen Richtungen wechselnde Blickausschnitte auf die anliegenden Privatterrassen. Eine Sitz- und Spielecke liegt am Rande des kleinen Baumhains.
    Der Innenhof ist ein Garten – sehr grün und doch wohltuend leer.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 26.04.2010, 10:12
Beitrags-ID 4-9563
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