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  • Ankauf

    Blick entlang Schanzenstraße

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    Architekten
    Spine Architects, Hamburg (DE)

    Mitarbeit
    Bearbeiter: Neil Winstanley, J\'orn Hadzik, Melanie Zirn

    Erläuterungstext
    Cutting Edge


    1. Städtebau

    Die Schanze ist magnetisch.
    Sie ist anziehend, bunt, laut und lebendig.
    Von morgens bis spät in die Nacht reißt der Strom der Schanzengänger nicht ab.
    Die Schanze lebt, sie ist in Bewegung.

    Das Gebäude „Cutting Edge“ scheint wie aus Bewegung entstanden.
    In einem eleganten Twist taucht das Dach des höheren Baukörpers von der Schanzenstraße kommend am Kreuzungspunkt der Hauptzugangsstrassen des Gebiets fulminant ab, um nach einer gekonnten Drehung wieder entlang der Altonaer Straße nach oben zu steigen.

    Durch diese räumliche Sequenz entsteht eine markante Ecke, deren komplexe Wirkung auf einer einfachen und logischen Figur beruht. Dem Turmgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird somit ein eigenständiger architektonischer Kontrapunkt gegenübergestellt, ohne eine Torsituation entstehen zu lassen.
    Gleichzeitig schließt der Neubau die städtebauliche Lücke in der vorh. gründerzeitlichen Blockrandbebauung und vermittelt zwischen den unterschiedlichen Höhen der angrenzenden Bebauung. Mit der zeitgemäßen Interpretation einer Lochfassade passt sich der Neubau an die vorhandene Nachbar- und Umgebungsbebauung des Gründerzeit Viertels an.

    Durch das zusätzliche „Herausdrehen“ der oberen Baukörperspitzen wird der Besucher mit einer einladenden Geste in die Schanzenstraße, respektive in die Altonaer Straße hinein geleitet.

    Aus der Höhenvermittlung, der städtebaulichen Geste des Herausdrehens und der Reaktion auf das dreieckige Eckgrundstück, ist eine selbstbewusste, individuelle und expressive Architekturgeometrie mit gekanteten Oberflächen entstanden. Für Passanten und Autofahrer bietet das Gebäude immer wieder unerwartete Perspektiven.


    2. Nutzungskonzept allgemein:

    Bei der Durcharbeitung des Entwurfs hat sich gezeigt, dass die Umsetzung der beim Rückfragenkolloquium geforderten „möglichen Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum oder umgekehrt“ (Frage 2) in der Praxis zu einer aus unserer Sicht sehr unwirtschaftlichen Lösung führt.

    Abgesehen davon, das eine Umwandlung von Wohn- in Gewerbefläche gegenwärtig von der Rechtslage als „Zweckentfremdung“ bewertet wird, hätte die Verwirklichung dieser Forderung eine Reihe von planerischen und baulichen Maßnahmen mit erheblichen Mehrkosten zur Folge. Für eine nur potentiell mögliche Umwandlung von Wohn- zu Büroraum und umgekehrt, müssten überdimensionierte Schächte, Hohlraumböden und unwirtschaftliche Geschoßhöhen eingeplant werden.

    Aus dieser Erkenntnis heraus und wie in der Ausschreibung gefordert, haben wir uns entschieden die Nutzflächen Wohnen und Gewerbe im Verhältnis 1:1 zu verteilen. Dieses Verhältnis ist in der Planungsphase selbstverständlich weiterhin variabel. Darüber hinaus, ist die Flexibilität hinsichtlich der Größe der Nutzungseinheiten durch Verschieben von Wänden oder Deckendurchbrüche weiterhin gewährleistet.


    3. Nutzungskonzept Gewerbe:

    Für die im EG. geplanten Gewerbeflächen ist eine vielfältige Laden- und Gastronomie Nutzung vorgesehen. Zwischen den Einheiten im Erd- und 1. Obergeschoss an der Schanzenstr. ist eine interne Verbindung möglich, d.h. hier ließe sich z.B. eine zweigeschossige Gastronomie mit einer Galerie realisieren.

    Um den Anforderung hinsichtlich Belichtung und Schallschutz gerecht zu werden ist in der Gebäudespitze ausschließlich Gewerbe bzw. Büro als Nutzung vorgesehen. Diese Flächen dienen dem Wohnen als Lärmpuffer gegenüber der viel befahrenen Straßenkreuzung.

    Bei der vorgegebenen Gebäudetiefe von 10m sind Gruppen- oder Zellenbüros in allen Büroetagen realisierbar. Im Bereich der Gebäude-Auskragung mit einer größeren Gebäudetiefe sind an der Ecke Schanzenstr. / Altonaer Str. auch Kombibüros möglich.

    Alle Büroräume werden unmittelbar über einem Treppenhauskern mit Aufzug erschlossen.

    Für den neuen Firmensitz der HIBB ist eine zusammenhängende 3-geschossiger Bürofläche in den oberen Etagen des Baukörpers an der Schanzenstr. vorgesehen. Diese Bürofläche lässt sich nach Bedarf auch, den Erschließungskern querend, in die Gebäudespitze vergrößern.

    Durch die spannende Rauminszenierung über drei Etagen, entsteht ein kommunikativer Arbeitsbereich, der sowohl zusammenhängend als auch strukturiert ist. Von der an die obere Ebene angeschlossene Dachterrasse genießt man einen spektakulären Blick über dem Schanzenpark auf die Stadt Hamburg. Außen- und Innenraum ergänzen sich zu einer unverwechselbaren Adresse.


    4. Nutzungskonzept Wohnen:

    Der Wettbewerbs Entwurf sieht eine Mischung aus 2 und. 3 Zimmer Wohnungen in einer Ebene sowie Maisonettewohnungen mit 4 und 5 Zimmern vor. Diese Wohnungsanzahl sowie deren Größe ist auf Grund des fehlenden Raumprogramms als Vorschlag zu betrachten, der sich im Zuge einer eventuellen Ausführungsplanung ohne Änderung des Gesamtkonzepts an dem tatsächlichen Bedarfs des Bauherrn anpassen lässt.

    Um die Lärmbelästigung vom öffentlichen Straßenraum möglichst zu minimieren sind alle Wohneinheiten auch zum ruhigen Hinterhof orientiert. Durch diese Lösung wird zudem ein natürliches Querlüften der Wohnungen ermöglicht.

    Die horizontale Erschließung der Wohnungen erfolgt über rückseitige Laubengänge. Dadurch werden für die vertikale Erschließung insgesamt nur zwei Treppenhauskerne und Aufzugsschächte benötigt. Diese wirtschaftliche Lösung bietet zudem auch gute gestalterische Qualitäten für die Fassade und erhöht die Möglichkeit der Kommunikation der Bewohner untereinander. Durch die Orientierung der Nebenräume zum Laubengang werden direkte Einblickmöglichkeiten in die Wohnungen ausgeschlossen.

    Küchen und Bäder sind als Boxen konzipiert, die die jeweils von hinten nach vorne durchgehenden Wohnungen zonieren.

    Allen Wohnungen ist ein Balkon oder eine Loggia zugeordnet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 25.10.2008, 23:19
Beitrags-ID 4-9568
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