loading
  • DE-99091 Erfurt
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-169704)

BUGA Erfurt 2021 ─ Teilbereich Nördliche Gera-Aue


  • 2. Preis

    Lageplan BUGA, © bbz | Schultz-Granberg

    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: STUDIO SCHULTZ GRANBERG - Städtebau und Raumstrategien, Berlin (DE)

    Preisgeld
    37.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Unter dem vielleicht etwas missverständlichen Titel „Auf zu neuen Ufern“ entwickeln die Verfasser ein klares Konzept, das die nördliche Gera-Aue als großen zusammenhängenden Grünraum in der nördlichen Stadtstruktur Erfurts verankert. Eine nah am Bestand orientierte Auenlandschaft bildet einen zusammenhängenden Raum vom Nordpark bis Gispersleben-Kiliani. Dies ist ein robustes Grundgerüst und bildet einen wertvollen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Gesamtareals.

    Die Teilbereiche Nordpark, Sportpark, Park der Nationen, Kraftwerk und Kiliani werden in einen räumlichen Zusammenhang gestellt und bilden funktional eigenständige Teilbereiche.

    Der konzeptionelle Ansatz wird vom Preisgericht gewürdigt. Insbesondere der Vorschlag für die Neugestaltung des Nordparks unter weitestgehender Beibehaltung der historischen Spuren kann überzeugen. Es wird bewusst auf blickverstellende Strauchpflanzungen verzichtet, um den ursprünglichen Charakter des Volksparks wieder stärker erlebbar zu machen, ein großzügiger Freiraum unter Bäumen.

    Dem gut nachvollziehbaren Grundkonzept, der Ausbildung einer Auenlandschaft als charaktervolles Landschaftsbild, folgt der Umgang mit der Uferkante nur sehr punktuell. Es wird vom Preisgericht bemängelt, dass eine stärkere Auseinandersetzung mit der Ausgestaltung der Uferkanten weitestgehend fehlt.

    Die Ausbildung der städtebaulichen Ergänzungen wirkt schematisch und werden den jeweiligen räumlichen Situationen nicht gerecht.

    Drei Hauptwegeverbindungen weisen unterschiedliche Qualitäten und Raumerlebnisse auf und machen die nördliche Gera-Aue als zusammenhängenden Parkraum erlebbar. Die klar ausformulierte Wegestruktur weist dabei eine eindeutige Hierarchie auf und wird vom Preisgericht positiv bewertet. Der Verlauf der Nebenwege wirkt insbesondere in den Anschlusspunkten an die Hauptwege, so auch im Vertiefungsbereich „Park der Nationen“ teilweise noch etwas zufällig. Besonders die Anschlusspunkte der Nebenwege an die Hauptwege scheinen überarbeitungsbedürftig. Die Lage der Stellplätze im Nordpark wird kritisch bewertet. Die Lage unmittelbar am Wasser erscheint unter den Gesichtspunkten der konzeptionellen Grundidee unpassend.

    Die Abgrenzung des Ausstellungsgeländes ist logisch aus der Konzeption für den Nordpark abgeleitet. Das Ausstellungskonzept selbst bildet eine gute Grundlage. Besonders hervorzuheben ist die sehr differenzierte und auf die bestehende Situation bezogene Eingangssituation am Garnisonslazarett. An dieser Stelle formuliert die Arbeit sowohl für die Fläche zwischen den Gebäuden, wie auch für den Übergangsbereich in den Nordpark und damit für die Eingangssituation in den Nordpark eine sehr überzeugende Lösung. Die sattelitenartige Fortsetzung von Buga-Themen entlang der Auenlandschaft kann überzeugen und stärkt das Gesamtkonzept.

    Aus denkmalpflegerischer Sicht wird der Entwurf sehr positiv bewertet. Er spürt die historischen Qualitäten auf und entwickelt sie geschickt weiter.

    Eine grundsätzliche Auseinendersetzung mit dem bestehenden Kraftwerk wird positiv bewertet, die Umsetzung, insbesondere auch die Ausbildung der Staudengärten und der Fernwärmeleitung erscheint befremdlich.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Gesamtareals dar. Die sehr bestandorientierte Konzeption läuft jedoch Gefahr insgesamt zu zurückhaltend zu bleiben.