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  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    club L94, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Architektur Contor Müller Schlüter, ACMS Architekten GmbH, Wuppertal (DE)
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Preisgeld
    7.500 EUR

    Erläuterungstext
    Das Wettbewerbsgebiet wird als Campus-Wiese mit Terrassengärten gestaltet.
    Aufbauend auf diesem Gedanken wird das gesamte Gelände als Wiese mit sanft ansteigenden oder modellierten Höhenunterschieden verstanden, das mit Bäumen und Baumgruppen überstellt die Gebäude umfließt. Für die zentrale Grünfläche, die „Terrassengärten“ süd-westlich des Klosters, ist die Verwendung einer besonderen Baumart (z.B. Obstbäume als Anknüpfung an das Gartenmotiv) vorstellbar.
    Den Gebäuden zugeordnet entstehen den Erdgeschossen angelagert Mietergärten unterschiedlicher Größen, die private Freiräume innerhalb des Campus bilden.
    Da Architektur und Topografie es erlauben, Anwohnerparkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten unter den überkragenden Gebäuden bzw. in der Tiefgarage unterzubringen, werden lediglich Besucherstellplätze auf Rasengittersteinen entlang der Haupterschließungstrasse vorgesehen. Diese wird mit einer Breite von 6,25m als Mischfläche ausgebildet. Sie legt sich schlaufenförmig in das Wettbewerbsgebiet und schließt am in der Auslobung vorgeschlagenen Knotenpunkt und der bereits bestehenden Verbindung an die Süsterfeldstraße an. Von ihr abzweigende Stiche schaffen eine Verbindung zu den Gebäuden und ermöglichen die Zufahrt zu den Stellplätzen.
    Barrierefreie Fuß- und Radwege mit einer Breite von 3 Metern sind so angelegt, dass sie an das geplante Campusband anschließen können. Diesem werden den Gebäuden vorgelagerte grüne Vorzonen zugewandt.
    Die geplante KITA wird mit einem großzügigen Spielbereich ausgestattet. Weitere Spiel- und Aktivitätsbereiche für das gesamte Wohngebiet liegen als Intarsien in den Terrassengärten. Die durch Wegeverbindungen gegliederten Terrassen werden wiederum von einer bodenbündigen Bänderung strukturiert und könnten mit Rasenflächen, Wiesen, Schotterrasen, Stauden etc. belegt werden. An der historischen Klosteranlage setzt ein Wasserbecken mit Sitzauflagen einen Akzent im Freiraum.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche räumliche Konzept arbeitet mit klaren Strukturen und Themen insbesondere zu den Rändern. Die Anschließung erfolgt als einfache Ringstraße. So prägen 3-geschossige Reihenhäuser den Zugang von der Süsterfeldstraße. Durch das Herausdrehen der Gebäude aus der Straßenachse nach Westen entstehen wohnhofähnliche Vorbereiche mit einer klaren Adressbildung. Über die Terrassierung der Straßeneingangsbereiche zu den eigenen Gärten wird die bestehende Topografie in das Konzept aufgenommen.

    Nach Süden bildet eine 4-geschossige Kammstruktur mit einem aufgesetzten Staffelgeschoß einen deutlichen räumlichen Abschluss zu dem künftigen Campusband. Die L-förmige Stellung der Baukörper ist durch Vor- und Rücksprünge zum Campus-Boulevard angenehm strukturiert. Die Kämme öffnen sich nach Norden ins Quartier. Die Geländetopografie wird durch terrassierte Gärten folgerichtig Bestandteil des Hofkonzeptes. Der Innenbereich wird durch vier 3- bis 4-geschossige Solitärbauten mit Staffelgeschoss überplant. In ihrer Dimensionierung und Anordnung können sie jedoch keine Stadträume bilden. In der räumlichen Herausarbeitung zum denkmalgeschützten Klostergebäude bleiben sie fragmentarisch und ohne klare Bezüge in die umgebenden Freibereiche.

    Die Architekturen sind aus dem städtebaulichen Konzept schlüssig entwickelt. Im Campus-Boulevard bleiben die Fassaden dennoch schablonenartig. Mit den gläserneren Gebäudefugen ist der Schallschutz nur bedingt erfüllt. Die gilt auch für die zur Lärmseite orientierten Aufenthaltsräume, die in ihrer Benutzbarkeit über Festverglasung und Lüftungselemente nicht überzeugen können. Die Abstimmung der Fassaden auf die Grundrisse ist nicht nachvollziehbar. Die ausschließlich innenliegenden Treppenhäuser der Solitärbauten sind unbefriedigend. Über die große Tiefe der Gebäude ergeben sich ungünstige und teils schlecht belichtete Wohnungszuschnitte.

    Die Grün- und Freiraumgestaltung zur Süsterau und im Zusammenhang mit der Kammbebauung ist schlüssig auf die Wohn- und Gebäudetypologien übertragen. Im Innenbereich bleiben die Grün- und Freiräume dagegen fragmentarisch, klare Zuordnungen von privaten und öffentlichen Räumen sowie Räume zur Bildung von Nachbarschaften fehlen. Quartiersbildende Freibereiche, insbesondere der Grünbereich des Klosters als nutzbare Gemeinschaftsfläche, bleiben fragmentarisch und wirken dekorativ.

    Die Realisierbarkeit – auch in den vorgeschlagenen Bauabschnitten – ist gegeben. Die Unterbringung des ruhenden Verkehrs ist auf die Bauabschnitte abgestimmt und erscheint schlüssig. Mit rund 270 Wohneinheiten wird der Wirtschaftlichkeit und den Zielen der Ausschreibung knapp entsprochen. Die Sicherung des Lärmschutzes zum Campus-Boulevard ist bedingt erfüllt.

    Die undeutliche städtebauliche und grünstrukturelle Ausgestaltung der Mitte verhindert eine starke Quartiersbildung. Die Arbeit liefert jedoch über ihre städtebauliche Ausprägung zu den Rändern einen guten Beitrag.