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  • CH-8608 Bubikon/ZH
  • 09/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-160330)

Neubau Alterszentrum Sunnegarte


  • 2. Rang

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: GFA Gruppe für Architektur GmbH, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    2. Rang: BLOKUS
    „BLOKUS“ gliedert das geforderte grosse Bauvolumen in vier abgewinkelte, übereck aneinander gelagerte Teilvolumen und versucht sich damit in seiner Massstäblichkeit und Körnung den Gebäuden aus der Nachbarschaft anzupassen. Die Auflösung mit Rücksprüngen und Hofräumen zelebriert gekonnt ein dörfliches Gebilde, das freiräumlich konsequent auf das Thema setzt. Die einzelnen Gebäudeteile bilden dabei keine gemeinsame Flucht. Sie treten wenn immer möglich von den Strassenrändern zurück und vermitteln damit, als Gebäude im Park gelesen zu werden. Hauptthema des Entwurfes ist die feingliedrige Durchdringung von Gebäude und Freiraum. Das Innere des Gebäudes wird mit dem Garten verknüpft und schafft damit eine grosse Vielfalt von räumlichen Erlebnissen. Ein Kontinuum von Aussen- und Innenräumen wird auch im Schnitt verfolgt. In seiner Abstufung verfolgt das Gebäude den Geländeverlauf von der Anlieferung am untersten Punkt
    bis zu den Alterswohnungen an der höchsten Stelle. Das Preisgericht erachtet die Nähe der charakteristischen, teilweise sehr schmalen Übergangsstellen bezüglich Einsicht und Beschattung als problematisch. Dasselbe gilt auch für die Disposition des introvertierten Dementengartens in unmittelbarer Nähe zu den Alterswohnungen.
    Das Alterszentrum öffnet sich über eine grosszügige Vorzone mit Parkcharakter an der Nordwestecke in die angrenzende Naturlandschaft. Die Vorfahrt zum Hauptzugang und der Zugang zur Spitex und zur Parkgarage von der Giessenstrasse, sowie ein Parkwegnetz von der Bürgstrasse verknüpfen die Gebäude mit der Umgebung. Losgelöst von der Haupterschliessung ist die Anlieferung im Untergeschoss vorgesehen. Von dem das ganze Areal überziehenden Netz von fussläufigen Verbindungen sind auch die nordöstlichen Alterswohnungen erschlossen.
    Über die den Gebäuden vorgelagerten Plätze, Terrassen und Arkaden sind die äussern Spazierwege mit Weg und Platzfolgen im Innern verbunden. Die Räume des Altersheims werden durch eine übersichtliche Wegführung mit Blickbeziehungen und verschiedenen Aussichtsmöglichkeiten mit der näheren und weiteren Umgebung verbunden. Der hohe Tageslichteinfall erlaubt eine einfache Orientierung.
    Im Erdgeschoss über die Eingangshalle zusammengefasst sind die Cafeteria, der Speisesaal, der Mehrzweckraum und die Küche. Der südliche Gebäudeflügel ist als Administrationstrakt konzipiert. Der an peripherer Lage minimal konzipierte Hauptzugang und eine durch Einbauten verunklärte Eingangshalle lassen jedoch die Grandeur einer adäquaten Eingangshalle für das Pflegezentrum vermissen.
    In den Obergeschossen sind die Pflegestationen um die jeweiligen Gemeinschaftsbereiche und die Treppenhäuser gruppiert. Die eher schmale Schotenbreite der Bewohnerzimmer und die kleinen Fensteröffnungen bedürfen einer grundsätzlichen Überarbeitung um die Qualität der vorgetragenen Gebäudekonzeption zu erreichen. Dasselbe gilt für die an die Aussenecken gedrängten Pflegestützpunkte.
    Das äussere Erscheinungsbild wird geprägt durch einen Sockel aus Recycling-Ortsbeton, das Hauptgeschoss mit Arkaden aus vorfabrizierten Stützen und Ortsbetondecken und die darüber liegenden Zimmergeschosse mit einer Fassade aus vorfabrizierten, nichtbrennbaren Holzelementen.
    Die Freiraumgestaltung erzeugt aufgrund der gewählten ortsbaulichen Strategie keine grosszügigen Räume. Vielmehr liegen die Qualitäten in der unmittelbaren Bezugnahme von Innen- und Aussenräumen.
    Die Qualitäten von „BLOKUS“ liegen vor allem in der städtebaulichen Grunddisposition mit der grossen
    Vielfalt von innen- und aussenräumlichen Erfahrungen. Insgesamt handelt es sich um eine
    bemerkenswerte Komposition, die in Bezug auf Orientierung und Ökonomie Fragen offen lässt. Die
    architektonische und betriebliche Umsetzung bedarf jedoch in Einzelbereichen einer vertieften
    Auseinandersetzung.