loading
  • DE-25421 Pinneberg, DE-25421 Pinneberg
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-176317)

Bauliche Ergänzung Heilig-Geist-Kirche Pinneberg und Eingliederung einer christlichen Symbolik


  • ein 2. Preis


    Architekten
    D:4 Architektur, Hamburg (DE), Berlin (DE), Brunn im Felde (AT) Büroprofil

    Preisgeld
    1.166 EUR

    Erläuterungstext
    Der neu gestaltete Vorplatz und die Kirche mit ihrem wieder sichtbaren Eingang bilden ein Ensemble, das sich zur Umgebung öffnet und zu den unterschiedlichen Aktivitäten und Angeboten der Gemeinde einlädt. Das Kreuz an der Nordfassade und der später hinzukommende Glockenturm sind die deutlichen Wegzeichen und Erkennungssymbole des Gemeindezentrums. Der Vorplatz wird zur Ulmenallee geöffnet, damit wieder eine Sichtbeziehung zur Kirche entsteht und die Verbindung zwischen Kirche und Gemeindezentrum über den Außenbereich nutz- und erlebbar wird. Neben seiner Funktion als Ort der Begegnung kann der Platz auch für Gemeindefeste und Gespräche nach dem Gottesdienst genutzt werden. Die Umfassung des Hofes nimmt die Proportion der ehemaligen Wand auf, wird aber zu einer durchlässigen Begrenzung des Gemeindebereichs. Glänzende Metallstelen reflektieren das Tageslicht und den Himmel. Das Licht- und Schattenspiel bildet die Tages- und Jahreszeiten ab und wird zu einer zusätzlichen Gestaltungs- und Erfahrungsebene im Außenbereich. Kirche, Gemeindehaus, Pastorat und Hof bilden zusammen das Gemeindezentrum. Die Elemente der Bodengestaltung nehmen die vorhandene Architektur auf und machen den Kircheneingang wird als integrales und feingliedriges Element der Gesamtanlage wieder sichtbar
    Im Gestaltungskonzept des neuen Vorplatzes werden zwei Grundmotive miteinander verschränkt: der ortstypische rote Klinker des Gemeindezentrums und ein hellgraues Mauerwerk, das für den Turm und die Pflasterung der öffentlich nutzbaren Hofbereiche verwendet wird. Für die Westfassade und im Bereich der Schallöffnungen des Glocken-turms wird kupferfarbiges Streckmetall eingesetzt.
    Mit seinem hellen Mauerwerk nimmt der Turm Bezug auf den Vorplatz und verbindet sich mit diesem zu einer neuen Einheit, die die Ergänzungen des Bestandes klar kennzeich-net. Die klare Form des Glockenturms orientiert sich an der orthogonalen Struktur des Vorplatzes und den funktionalen Vorgaben für die Unterbringung der Glocken.
    Die vier Glocken hängen übereinander. Die Schallöffnungen gliedern sich auf jeder Seite in vier Flächen, die leicht versetzt zueinander sind. Dadurch entsteht durch verschiedene Lichtverhältnisse und Brechungen ein sich immer wieder wandelndes Kreuz.
    Im akustisch wirksamen Bereich wird das kupferfarbene Streckmetall auf einer Holzkonstruktion aufgebracht, die entsprechend den Vorgaben für das Klangbild der Glocken justiert werden kann.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Versuch dem Vorplatz eine baulich klare Fassung zu geben ist positiv zu werten, jedoch wird die in den Freianlagen vorgeschlagene Materialvielfalt als nicht angemessen und störend empfunden.

    Mit der Stellung von Turm und Mauer auf dem Grundstück und deren Lage zur Kirche wird dem Ansatz von Otto Andersen gefolgt. Die Proportion des Turms ist gut gewählt. Gleichwohl erscheint die gewählte Lösung zu zurückhaltend, um als zeitgemäße Interpretation im städtischen Kontext Bestand zu haben.

    Die gewählte räumliche Fassung, mit der sich verdichtenden Wand, überzeugt nicht, da sich Lage der Wand und die vorgeschlagene Wegeführung nicht decken. Die Wand steht frei im Grundstück und wirkt in ihrer Positionierung beliebig.

    Für die Westfassade wird formal mit dem gewählten Material und dem Licht- und Farbkonzept an Turm und Kirche eine interessante, metaphorische Verklammerung vorgeschlagen. Die vorgeschlagene Materialität und Konstruktion wird jedoch als nicht angemessen für einen Kirchenbau eingeschätzt, ggf. ist die Konstruktion hinsichtlich Schallbelästigung zu prüfen.

    Die Gestaltungsqualität der Freianlage fällt im Zusammenhang mit der Gesamtkonzeption sehr ab.


INFO-BOX

Angelegt am 11.12.2014, 16:15
Zuletzt aktualisiert 17.12.2014, 16:48
Beitrags-ID 4-96353
Seitenaufrufe 161