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  • 2. Preis

    Außenraumperspektive

    Landschaftsarchitekten
    Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH, München (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Thore Kokulinsky , Prof. Rainer Schmidt

    Mitarbeit
    Anne Bönig

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Sweco Architects, Berlin (DE), München (DE)
    Ingenieure / Fachplaner: N.I.L. Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (DE)
    Bauingenieure: Teamplan GmbH, Tübingen (DE)
    Tragwerksplaner: Horn + Horn Ingenieurbüro für Bauwesen, Neumünster (DE), Rostock (DE), Braunschweig (DE)

    Erläuterungstext
    Den zentralen Grünzug auf dem Campus der Universitätsklinik Essen begleitet die in ortstypischem Klinkerpflaster gestaltete Achse, die von Nord nach Süd das Verwaltungsgebäude über die Frauenklinik hinweg mit der Ambulanz der Urologie verbindet und seitlich den geplanten Neubau und das Gebäude, in dem Herzzentrum, Neurologie und Chirurgie untergebracht sind, mit einbindet.

    Der Entwurf der Freianlagen sieht vor, das Thema des Klinkerpflasters auch auf Straße C zu übertragen. Ebenso wird der Bereich vor dem Verwaltungsgebäude und der Frauenklinik im Klinkerpflaster als „shared space“ (gemeinsam genutzter Straßenraum) ausgebildet.
    In Flucht der Architektur des Neubaus und der des Medizinischen Zentrums rahmt der Klinker Belag die neugestalteten Krankenhausgärten. Im Zuge der Neugestaltung des Kinderklinikums, das im Westen die Raumkante zum Garten bildet, soll dieser modernisiert, aufgewertet und an heutige und zukünftige Anforderungen, die an Gesundheitsbauten angefügte Freiflächen gestellt werden, angepasst werden. Ziel ist es auf dem Campus einen grünen Ort zu schaffen, der Patienten, Personal und Besuchern einen annehmen Aufenthalt, Ruhe, Rückzug, Erholung und Freude ermöglicht. Vor allem die jungen Patienten sollen während ihres Krankenhausaufenthalts nicht den Kontakt zum Alltagsleben verlieren und im Außenraum Flächen zum Spielen und Aufenthalt finden.

    Der Entwurf des Freiraums steht in enger Korrespondenz zu der Sprache der Architektur. Das Leitbild „Harte Schale, weicher Kern“ spiegelt sich auch in der Freiraumgestaltung wieder:
    Aus den Linien der Fassade, insbesondere der farbigen Fensterfronten, verlaufen streng lineare Hecken- und Staudenpflanzungen über die Grünfläche und verknüpfen optisch den Neubau mit den gegenüberliegenden Gebäuden östlich der Straße C. Diese lineare Figur wird über das Klinkerpflaster in Form weißer Streifen (Plattenintarsien) fortgeführt. In zentraler Achse bilden diese Hecken Nischen/Zellen (Aufenthaltsräume) aus, die in ihrer amorphen Form an den Innenhof der Architektur angelehnt sind. Sie verspringen in ihrer Lage und bilden mit dem verbindenden Weg ein spannungsreiches Gestaltungsbild. Diesen Aufenthaltsräumen im Grünen, deren Form an eine Zelle erinnert, wird jeweils ein Charakter und eine spezifische Nutzung zugeteilt: Spielzelle – Sportzelle – Medizingartenzelle – Ruhezelle. Die Spielzelle ist räumlich dem Kinderklinikum zugeordnet und befindet sich am südlichen Rand in Hinblick auf der zu erwartenden Geräuschkulisse. Die grüne Achse wird zur Straße hin mit einer Mauer abgefangen um den Spielplatz klar vom Straßenraum abzutrennen. Die Sportzelle befindet sich über der Spielzelle und orientiert sich an dem Haupteingangsplatz. Die jungen Patienten sollen dort während ihres Krankenhausaufenthalts in geschützter Atmosphäre spielen, sich bewegen und körperliche Fähigkeiten trainieren können. Die Schaffung einer kindgerechten Umgebung im Garten soll den Heilungsprozess unterstützen. Auch der Medizingarten nördlich des zentralen Platzes nimmt die Thematik Heilung und Gesundheit auf. Dieser bietet neben Kräuter- und Heilpflanzenbeeten und einem Brunnen eine ruhige wohltuende Atmosphäre. Zudem können Patienten und Besucher jeden Alters sich dort über die heilende Wirkung der Pflanzen informieren. Die Ruhezelle mit dichtem Baumbestand, Abschirmung durch die Hecken und Liegestühlen dient speziell dem Rückzug und einem ruhigen Gespräch.

    Die farbigen Fassaden der Architektur werden im Freiraum durch farbige Bodenbeläge aufgenommen. Der Baumbestand wird soweit wie möglich erhalten und durch die Neupflanzung blütenreicher Zierkirschen (Prunus serrulata `Kanzan´) ergänzt. Auch er unterstützt mit seiner lockeren, aufgelösten Sprache das Gestaltungsleitbild.

    In Flucht der zentralen Magistrale des Gebäudes ist auf dem Platz zwischen den Grünflächen eine Vorfahrt für PKW möglich. Das Bestandsgebäude wird hier durch eine, in Anlehnung an die Form der Zellengärten, amorphen Form verhüllt als Pergola. Der zentrale Platz fungiert mit dem nördlichen und südlichen Platz als differenzierte Abfolge von Plätzen und Grünräumen und bildet in Kombination die neue zentrale Achse.

    Südlich des Neubaus entstehen parallel zur Straße A 18 neue Parkplätze unter der der Straßen begleitenden Baumpflanzung und sowie ein Gehweg. Auch westlich des Gebäudes wird der Verkehr und die Vorfahrt zur Notaufnahme so ausgebildet, dass seitlich der Straße weitere Stellplätze und die Ausführung eines Gehwegs möglich werden.
    In der Gestaltung des Lichthofs/Innenhofs des Neubaus wird die Formsprache der Architektur fortgeführt. Hier treffen die linearen Streifen des Außenraums auf die amorphe Form des Inneren Kerns, den auch die Zellengärten haben. Der Lichthof bietet, wie es historisch in Hospitälern üblich war, dem Patienten einen leicht erreichbaren Zugang zu Licht, Luft und Grün. Ein schmückendes Staudenbeet mit einer weißblühenden Magnolie erfreut auch bei der Betrachtung aus dem Gebäude heraus und ermöglicht mit in das Hochbeet eingelassenen Bänken einen Aufenthalt unter freiem Himmel.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.