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  • DE-52428 Jülich
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-167787)

Neubau BiologieCampus Gebäude 15.21 im Forschungszentrum


  • Anerkennung


    Architekten
    Itten+Brechbühl GmbH, Berlin (DE), Bochum (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Glass Kramer Löbbert Architekten, Berlin (DE)
    Architekten: Itten+Brechbühl AG, Bern (CH), Basel (CH), Lausanne (CH), Zürich (CH), Lugano-Paradiso (CH), Genève (CH), St. Gallen (CH)
    TGA-Fachplaner: WINTER Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik, Düsseldorf (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: Dierks, Babilon und Voigt Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept eines kompakten Neubaus, der den Erhalt eines Großteils des Baumbestands ermöglicht und die Ergänzung des BiologieCampus durch eine grüne Insel vorschlägt, wird vom Preisgericht anerkannt. Die teilweise über 100 Jahre alten Bäume sollen sogar noch ergänzt werden und den Biologiecampus nachhaltig prägen. Kontrovers diskutiert wird jedoch die daraus resultierende Höhe des auf die verbleibende Grundstücksfläche gesetzten fünfgeschossigen Gebäudes mit zurückgesetzter Technikzentrale im Dachraum. Die Abschrägung der Dachzentrale zu den Gebäudekanten hin bindet das Geschoss zwar in die Gesamtform ein, die lichte Höhe von ca. 2,9 m wäre jedoch nicht ausreichend und die Dachschrägen schlussendlich steiler. Abschließend wird der geringe Landverbrauch zwar gewürdigt, die Gebäudehöhe ist jedoch nach Einschätzung des Preisgerichts im Kontext des aktuellen Campus Jülich für diese Bauaufgabe nicht angemessen. Der kompakte Solitär hat Zugänge von allen vier Seiten ist somit gut mit dem Campus vernetzt. Unklar sind jedoch die Hierarchie zwischen den Eingängen und die Lage der inneren Erschließungshalle zum Haupteingang an der Straße. Während die schmalen Korridore im Erdgeschoss für die Nebeneingänge ausreichen, ist die Gangbreite für den Haupteingang nicht angemessen. Nach Süd-Osten, öffnet sich der zentrale Erschließungsraum sehr schön formuliert zum Baumbestand hin. Die Anbindung an den Bestand wirkt jedoch aufgesetzt und ist architektonisch nicht überzeugend. Nicht zu überzeugen vermag auch die Gestaltung der Fassaden mit den konstruktiv aufwändigen Auskragungen der Balkone, deren Nutzbarkeit eingeschränkt ist. Die Korridore sind jeweils an den Enden tagesbelichtet, die zentrale Treppe ist zwar attraktiv als Objekt, es verbleiben jedoch nur wenige Flächen für Aufenthalt und Kommunikation. Typologisch wird ein sehr kompaktes Gebäude mit einer zentralen, offenen Erschließung und einer umlaufenden Raumschicht vorgeschlagen. Die kleine Fassadenabwicklung wirkt sich zwar positiv auf den Energieverbrauch aus, hat jedoch Nachteile in der Anordnung des Raumprogramms. So sind die Büros mit ca. 7,0m Tiefe und 3,2 m Breite zu schmal und im Zuschnitt ungünstig. In der Anordnung des Raumprogramms werden die Institute zu sehr fragmentiert und jeweils auf mehreren Geschossen angeordnet. Die Technikflächen sind zu gering bemessen und Teile der Leitungen werden überbaut. Insgesamt handelt es sich um einen interessanten Wettbewerbsbeitrag, der die Aufgabenstellung eigenständig interpretiert und mit wenigen architektonischen Mitteln einen attraktiven Vorschlag formuliert. Leider weist er sowohl in der inneren Organisation als auch in seiner städtebaulichen Einordnung gravierende Nachteile auf.