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  • CH-5330 Bad Zurzach
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-167807)

Regionales Alterszentrum Höfli


  • 3. Rang 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Allemann Bauer Eigenmann Architekten, Zürich (CH)
    Bauingenieure: Aerni + Aerni Bauingenieure, Zürich (CH)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt TRICORNE sucht die Einordnung in den Kontext mit einer dreiflügeligen Gebäudeform, die höhengestaffelt von fünf zu vier Geschossen zwischen historischer Fleckenbebauung und dem neuen Massstab Richtung Kurpark vermittelt. Schmale Stirnfassaden gliedern Aussenbereiche thematisch auf. Die Absicht, eine eigenständige und gleichzeitig raumbildende und wegführende Gebäudefigur auf die engen Raumverhältnisse abzustimmen, sprengt in der Umsetzung den ortsbaulichen Massstab erheblich. Das mit der zurückgestaffelten Attika fünfgeschossige Gebäudevolumen übersteigt die bestehenden Traufhöhen um ein Geschoss.

    Der Münsterplatz wird in den Hof erweitert, das Überführen des öffentlichen Grünraums in den Kurpark wird aufgrund des grossen Fussabdrucks, der Höhe und räumlichen Enge gegenüber dem bestehenden Gebäude Zum Höfli verunmöglicht, was von der westlichen Rampenabfahrt noch zusätzlich erhärtet wird. Auch wenn der Eingangshof des Alterszentrums in gebührender Distanz von der Strassenkante zurückgesetzt ist, baut das neue Alterszentrum gegenüber dem Verenamünster eine unangemessene Frontalität auf, die historische Baulücke wird überspielt - sogar zusätzlich mit deplatzierten axialen Fragmenten überhöht - das Gebäude vom Ortsmuseum freigespielt und die historische Strassenführung mit der Ausbuchtung verunklärt. Der Zwischenraum zum bestehenden Gebäude Zum Höfli ist als Engniss untragbar.

    Das architektonische Erscheinungsbild ist geprägt von der Holzbauweise mit dunkel gestrichener Holzverkleidung. Eine ausgewogene Gliederung mit horizontalen Gesimsbändern und vertikalen Wandscheiben unterstreicht die horizontale Ausdehnung. Dank einer dunklen Farbgebung hebt sich das Gebäude vom Hintergrund ab und sucht eine stimmige Verbindung zu den Hofbauten und zum Aussenraum. Dabei bleibt das Hin- und Herschieben der Fenster willkürlich.

    Das Gebäude ist klar strukturiert mit drei Innenhöfen, einer davon als gedecktes Atrium. Die Vertikalerschliessung erfolgt in der Mitte, aus der übersichtliche und kurze Weg möglich sind. Im Erdgeschoss mit seinem gut gelösten Eingangsbereich sind die allgemeinen Nutzungen angeordnet. Leider verbleibt mit der vorgeschlagenen Nutzungsanordnung der nun als öffentlicher Ort fungierende nordostseitige Zwischenraum eine unbelebte Rückseite, da dort Funktionen mit wenig Besucherfrequenz angeordnet sind. Südseitig werden mit den dahinterliegenden Nutzungen gut funktionierende Aussenbereiche geformt. Vermisst wird hingegen die geforderte Verbindbarkeit von Mehrzweckraum und Bistro.

    Als ungünstig eingestuft wird die Platzierung der Spitex neben der Administration im 1. Obergeschoss. Die Grunddisposition für die Stationsgeschosse ist schlüssig als innerer Organismus gestaltet und erlaubt eine hohe Arbeitseffizienz: schöne Rundläufe entlang des belichteten Innenhofs, aufgelockert mit Durchbrüchen der kranzförmigen Zimmeranordnung mit Ausblicken durch Aufenthaltsräume mit Loggien. Eine architektonische Differenzierung vom Wohnen mit Service wird vermisst. Das zurückgestaffelte Dachgeschoss nimmt den geschützten Wohnbereich auf und bietet direkten Zugang zum geschützten Aussenbereich auf dem Dach. Die Anlieferung erfolgt nordwestseitig (in grosser Distanz zur Küche) über einen extra Hof im Untergeschoss, diese erscheint als Abgrabung und erhöht die Fassade um ein weiteres Geschoss.

    Alle geforderten Nutzungen sind im Gebäude untergebracht, es wird zusätzlich Mantelnutzung von über 200m2 angeboten. Die Aufbahrung ist räumlich zu stark separiert vom Raum der Stille. Der Mehrzwecksaal ist nicht mit dem Bistro kombinierbar.

    Der Wille zur optimalen Einordnung in die vorgefundene Bebauungsstruktur ist mit wohlabgestimmten „Massnahmen“ klar ersichtlich. Im Innern wird zeitgemässes Wohnen im Alter geboten. Leider bedrängt der im Innern grosszügig funktionierende Mechanismus das Äussere zu sehr. Der Bau stellt auch aus denkmalpflegerischer Sicht, mit seiner introvertierten Massivität eine unangemessene Lösung dar.