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  • DE-68117 Heidelberg
  • 12/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-174833)

Konversionsfläche Rohrbach – ehemaliges Hospital


  • 1. Preis

    Perspektive Platz

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)

    Preisgeld
    19.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Größte Qualität der Arbeit ist die Ausformulierung von 3 klaren, optimal an die Umgebung anbindenden und präzise platzierten Quartierszugängen.

    Quartierszugänge
    a
    Der erfolgreichste Zugang wird westlich und zentral gegenüber dem markanten Bestandsgebäude an der Kolbenzeil in Form einer angenehm proportionierten Straßenerweiterung entwickelt.

    b
    An der nordöstlichen Quartiersecke entsteht ein ebenfalls knapp und wohlproportionierter Eingangsplatz in gelungener Interpretation der historischen Kasernenpforte. Dieser Platz erreicht eine sehr schöne Zusammenbindung und Integration der Bestandsgebäude und dient gleichzeitig der Andienung der in einem der Bestandsgebäude untergebrachten KiTa.

    c
    Südlich mit Bezug zur Freiburger Straße entsteht je nach Lesart entweder ein lang gestreckter, östlich durch einen Block mit Mischnutzung teilweise gefasster Platz mit angrenzendem Theaterhof mit umgenutzten Bestandshallen und Kunstgarten um die ehemalige Chapel. Oder, in anderer Interpretation, entsteht hier ein großer öffentlicher Raum mit eingestreutem Mischgebäude, Bestandshallen und Chapel. Besonders in letzterer Interpretation erscheint dieser Raum zu groß dimensioniert und kaum mit Leben füllbar. Er steht flächenmäßig in unglücklicher Konkurrenz zum nördlich zentral angeordneten Park.

    Park
    Der Park erscheint etwas zu klein um vielfältige Parallelnutzungen zuzulassen und wirkt dadurch etwas introvertiert. Dabei könnte er zumindest nach Westen einfach verlängert werden, hier stehen, abweichend von einer sonst relativ klaren Erschließungslogik, 3 etwas verlorene sog. „Modulhäuser“, die dem westlich gelegenen Block die Erschließungsseite verbauen.

    Baublock und Kinderfreundlichkeit
    Die dominierende Bauform auf dem Gebiet ist der 4-seitig (teil-)geschlossene Block. Diese 5 Blöcke haben angenehme Größen, werden von außen erschlossen (wenngleich der nordwestliche Block hier etwas inkonsequent behandelt ist) und bilden, vorausgesetzt, die Treppenhäuser sind durchgesteckt - gut nutzbare und proportionierte Innenhöfe, wie man sie von großen städtischen Baublocks gut kennt.
    Bei den Grundrissen wird versucht aneinander gereihte und unterschiedliche große Blockrandelemente zu bilden. Durch das Parken in Gemeinschaftstiefgaragen unter den Blocks wird dieser Ansatz aber gleichzeitig konterkariert, realistisch ist hier, dass ein gesamter Block in einem Stück entwickelt und realisiert wird. Damit entstehen zusammenhängende Entwicklungsgrößen von gegen 8.000 m2 BGF.
    Die Anordnung umlaufend erschlossener Baublocks führt zu einem dichten inneren Straßennetz. Dieses Straßennetz kann es für Kinder erschweren, sich das Quartier als Ganzes anzueignen.

    Randbebauung
    Die Randbebauungen nach Norden und nach Osten zur Lebenshilfe sind Zeilenbauten, wobei die beiden nördlichen Bauten nicht nur etwas zu massiv im Vergleich zur angrenzenden Bestandsbebauung wirken, sondern auch noch um ca. 10 m in deren Richtung nach Norden verschoben werden müssen, da sie auf der bestehenden Fernwärmeleitung geplant sind.

    Ostzone
    Schwachpunkt der Arbeit ist die Ostzone: Der bestehende, lange Hospitalbaukörper schwimmt unglücklich im Grün. Zur Karlsruher Straße ist hier ausschließlich Abstandsgrün dargestellt, noch dazu mit nicht realisierbaren Senkrechtparkern von der Karlsruher Straße.
    Der dem Bestandsgebäude westlich vorgelagerte Streifen in Verlängerung der Kulturhallen sowie des zur Kita umgenutzten Bestandsgebäudes wird überraschenderweise mit 3 Wohnzeilen aufgefüllt, die hier funktional wie baukörperlich deplatziert wirken. Noch dazu sind 2 der 3 Südseiten dieser Blocks durch eine in dieser Hinsicht schwach formulierte Öffnung im straßenbegleitenden Bestandsriegel lärmbelastet. Andererseits schafft die südlich, eines als neue Adressbildung an der Karlsruher Straße gedachten punktförmigen Neubaus, gelegene Öffnung einen schönen Sichtbezug von der Durchgangsstraße auf das Innere des Quartiers mit Bezug auf die ehemalige Chapel.

    Programmerfüllung
    Die Programmvorgaben werden mit einer GFZ von 1,15 und gegen 75 % Wohnnutzung optimal erfüllt. Es entstehen relativ große öffentliche Erschließungsflächen, allerdings ist im Rahmen des Konzeptes das Verhältnis von Erschließungsflächen sowie privaten und öffentlichen Grünflächen sehr ausgewogen.

    Bestandsbäume
    Die Bestandsbäume können zum großen Teil erhalten bleiben.

    Zusammenfassung
    Insgesamt besticht die Arbeit durch die besonders gelungene Anbindung an die umgebenden Stadtteile sowie durch eine gute Verteilung und Proportionierung der öffentlichen Freiraumangebote. Verbesserungsbedarf liegt besonders im östlichen Streifen entlang der Karlsruher Straße bei der Erschließung und Behandlung des langgestreckten Bestandsgebäudes sowie der Bebauung und Nutzung der ihm westlich vorgelagerten Bauzone.