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  • 1. Rundgang

    Bildung von Gemeinschaften in einer grünen Stadtlandschaft, © BOAnet.at

    Architekten
    BUSarchitektur, Wien (AT) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Öffentlichkeitsarbeit / Mar­ke­ting: BOA büro für offensive aleatorik, Vienna (AT)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHE STRATEGIE

    1-BILDUNG EINES TOPOGRAFISCHEN ENSEMBLES
    Um die Identität dieses Ortes zu definieren schlagen wir vor, eine offene Wohnlandschaft mit vielen Mög¬lichkeiten der Durchwegung zu gestalten. Die Topographie ermöglicht die Schichtung vom Öffentlichen bis zum Privaten in vielen Nuancen. Privatgärten, Urban Gardening, halböffentliche Gemeinschaftsbereiche sowie öffentliche Plätze sind Gestaltungselemente dieser Anlage um Stufen der Urbanität in der Peripherie zu erzeugen. Entlang von Gehwegen, öffentlichen Plätzen und dem Campus Band entwickelt sich die Dachtopographie auf unterschiedlichen Höhen und akzentuiert deren unmittelbares Umfeld.
    2-SCHAFFUNG EINES COTTAGES DER URBANEN WOHNKULTUREN
    Die Suche nach einer Alternative zum Einfamilienhaus führte uns zur Entwicklung verschiedener Häusergruppierun¬gen, durch die das individuelle Wohnen in Gesellschaft eine subtile Neuinterpretation erhält. Nachbarschaft bedeutet in dieser Anlage, den Weg nach Hause jeden Tag anders zu erleben und ungezwungene Kontakte zu finden. Die Anordnung der Baukörper reagiert auf die erhöhte Schallbelastung durch die Bahnlinie.
    3-SCHAFFUNG VON BENACHBARTEN WOHNQUARTIEREN
    Die Anlage unterteilt sich in sieben Einfamilienreihenhäuser, drei Stadtvillen mit Atrien, einem Riegeltyp mit Laubengangerschließung zur Süsterau und entlang der Bahnlinie in zwei Communities mit Riegeltypologie. Zwischen den Communities lagern sich an den Wegen Plätze mit unterschiedlichen Funktionen an. Eine Durchmischung zwischen Jung und Alt wird hier angestrebt. In der Erdgeschosszone befinden sich Nutzungen wie Kindergarten, Fahrradabstellplätze, E-Bike Station sowie Ateliers für Homeworker. Diese Einrichtungen sind zu den urbanen Plätzen oder dem Campus Band ausgerichtet.
    4-DIFFERENZIERTE FREIRÄUME
    Entlang des Wegenetzes, welches die gesamte Anlage als fußläufige Haupterschließung durchzieht, ordnen sich die öffentlichen Plätze der Anlage. Sie sind nutzungsoffen gestaltet und bieten Platz für beiläufigen Aufenthalt aber auch gemeinschaftliche Aktivitäten. Jeder Platz erhält durch Form und Topographie und insbesondere durch unterschiedliche Baumarten (Papierbirke, Eisenholzbaum, Roteiche) seinen eigenen Charakter. Das Wegenetz ist durch eine breite Graspflanzung und die Verwendung mehrstämmiger Ginkgobäume geprägt. Zum öffentlichen Bereich der Anlage gehört die große Wiese, welche von einem Hain aus Kirschen umstellt ist Die Gemeinschaftsgärten sind in den halböffentlichen Räumen zwischen den Wohngebäuden angeordnet. Der gesamte Freiraum ist durch den Verzicht auf Strauchpflanzungen transparent und frei von Angsträumen. Ein farblich differenziertes Lichtkonzept erlaubt sichere Orientierung auch in der Dämmerung.

    ARCHITEKTONISCHE AUSFORMULIERUNG

    5-GESTALTUNG VON VIER UNTERSCHIEDLICHEN GEBÄUDETYPOLOGIEN
    Entlang der Bahntrasse wurde eine Riegeltypologie mit Zwei- bis Vierspännern entwickelt, um der erhöhten Schallbelastung Rechnung zu tragen. Die Wohnungen sind mit einer Nord-Süd bzw. Ost-West Ausrichtung geplant. Die Erdgeschosswohnungen der Riegel sind vom Campus Band zugänglich und können für zukünftige Nutzungen wie Shops und Ateliers für Homeworker adaptiert werden.

    Durch die kompakte Bauweise und die regelmäßige Geometrie der Stadtvillen entstehen interessante Plätze zwischen den Gebäuden. In den Stadtvillen sind ausschließlich frei finanzierte Wohnungen angeordnet, die über ein Atrium erschlossen werden. In der östlichsten Stadtvilla befindet sich der zweigeschossige Kindergarten, dessen Freibereiche auf zwei unterschiedliche Niveaus aufgeteilt sind, um eine nach dem Alter der Kinder differenzierte Nutzung ermöglichen. Die Zufahrt für die Eltern erfolgt über die Stichstraße östlich des Klosters. Es werden drei oberirdische Parkplätze zur Verfügung gestellt. Die restlichen Parkplätze sind unterirdisch angeordnet.

    Die Einfamilienreihenhäuser betten sich harmonisch in die Landschaft ein. Durch die Anordnung der Wohnungen und der dazugehörigen Freibereiche zueinander, ist eine individuelle Nutzung wie in einem Einfamilienhaus möglich.

    Der Riegeltyp zur Süsterau wird über einen Laubengang erschlossen. Er ist eine Weiterführung der geplanten Typologie im Umkreis des Klosters. Die Wohnungen sind Ost-West orientiert. Im Erdgeschoss befindet sich die E-Bike Station.

    Um diese Wohnlandschaften durch vielschichtige Entdeckungsmöglichkeiten zu prägen, hat jede Typologie eine individuelle Ausprägung in den Dachformen. Diese gesuchte Skyline unterstützt die Personalisierung jeder Community und ermöglicht eine besondere Identität, die auch durch Sondernutzungen in den Erdgeschosszonen unterstützt wird.

    6-DURCHMISCHUNG DURCH VERSCHIEDENE WOHNTYPOLOGIEN

    Als Antwort auf die unterschiedlichen Lebensstile werden ganz unterschiedliche Wohnansätze angeboten. Das Angebot an verschiedenen Wohnformen reicht von der Kernwohnung, die sich rundherum verändern kann, über die Generationswohnung, die im Laufe der Jahre mehr Privatheit für die verschiedenen Bewohner anbietet, bis zur Möglichkeit, die Arbeit im Wohnalltag zu integrieren.

    7-SCHICHTUNG MITTELS SENSIBLER INTEGRATION DER FREIRÄUME IM ALLTAG

    Wohnen soll hier nicht nur in der eigenen geschlossenen Nutzfläche stattfinden. Die Privat¬gärten für die Erdgeschosswohnungen ergänzen sich mit den Urban-Gardens oder Gemeinschaftsräumen bei den Riegeltypen. Der Bezug zu Plätzen entlang der halböffentlichen Wege unterstützt auch in der Freizeit einen urbanen, abwechslungsreichen Alltag außerhalb der eigenen vier Wände.

    8-ENTFALTUNGSMÖGLICHKEITEN DURCH MULTIFUNKTIONALE MÖGLICHKEITEN

    Jede Community kann sich mehr privat oder mehr öffentlich entwickeln. Die gesamte Anlage besteht aus freifinanzierten und geförderten Wohnungen. Die Lebensqualität hängt immer vom durch¬mischten sozialen Milieu, in dem sich die Wohnung befindet, ab. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Hausmeisterwohnung in der Anlage früh genug als Anlaufstelle für die Bespielung der Anlage definiert wird und auch die Bewohner früh genug in die partizipative Gestaltung der halböffentlichen Freibereiche integriert werden. Der Freiraum sowie die Wohnungen sind für alle Altersgruppen konzipiert und barrierefrei ausgestaltet.

    KONSTRUKTIVE ÜBERLEGUNGEN

    9- RATIONALISIERUNG
    Das Projektgebiet unterteilt sich in 3 Bauabschnitte. Jeder Bauabschnitt hat eine Quartiersgarage und zugeordnete Kellerräume. Die Tiefgarage wurde möglichst unter, bzw. zwischen den Gebäuden mit einer funktionalen geometrischen Form angeordnet. Die Kellerräume sind an die Tiefgarage angedockt. Der Bauabschnitt 1 wird über die Stichstraße östlich des Klosters erschlossen. Die Tiefgarage des Bauabschnitts 2 wird in der Verlängerung des Bauabschnitt 1 geplant, dadurch kann die Einfahrt von Bauabschnitt 1 mitbenutzt werden. Die Tiefgarage von Bauabschnitt 3 erhält die Zufahrt westlich des Klosters im Bereich der projektierten Straße.
    Durch das Fassungsvermögen der Tiefgarage werden alle Besucherparkplätze unterirdisch angeordnet. Die Parkplätze können über die öffentlich zugänglichen Lichthöfe, die an den urbanen Plätzen angeordnet sind, erreicht werden. Das gesamte Areal wird dadurch autofrei gehalten und nur von den Fußgängern und Radfahrern genutzt. Über die Feuerwehrzufahrt erfolgt die Ver- und Entsorgung bzw. Anlieferung der Möbel.
    Der Riegeltyp und die Stadtvillen bestehen aus vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Durch die Hanglage werden die belichteten Teile der Untergeschosse (keine Vollgeschosse) als allgemeine Flächen und Fahrradabstellplätze sowie für Kindergarten und Wohnungen genutzt.

    10- Materialität und Energieeffizienz
    Die Gebäude sind in Massivbau mit tragenden Stahlbetonwänden und mit hinterlüfteter Klinkerfassade in unterschiedlichen Farbnuancen ausgeführt. Dazwischen wird abhängig vom Gebäudestandard mineralische Wärmedämmung angebracht, bei Passivhaus 24cm.
    Die Gebäude in Passivhaus Standard werden wärmebrückenfrei mit kontrollierter Wohnraumbelüftung und einem Wärmerückgewinnungsgrad von 85% ausgeführt. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle n50 ist ≤ 0,6[1/h]. Die Fenster sind mit 3-Scheibenisolierverglasung ausgeführt um den erforderlichen U-Wert von 0,8 zu erreichen. Der Primärenergiebedarf (PEB)ist ≤120 kWh/m²/a. Flachdächer werden mit extensiver Begrünung ausgeführt.
    11- Gebäudetechnik
    Pro Bauabschnitt wurde eine zentrale Haustechnikanlage vorgesehen, wobei die Garage größtenteils als Kollektor für die Verteilung der Leitungen dient. Die Einfamilienreihenhäuser werden über Erdleitungen von diesem versorgt. Alle Wohnungen sind durch Aufzüge barrierefrei erreichbar.
    12- Schallschutz
    Die Loggien der Riegel zum Campus Band sind mit einer Einscheibenschiebeverglasung ausgeführt, wobei auch die dahinterliegende Isolierverglasung einen erhöhten Schallschutz aufweisen, die Profile sind direkt an den Rohbau angebaut.
    Zwischen den beiden Riegeln wird eine verglaste, dem Vogelschutz entsprechende, Schallschutzwand vorgesehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.