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  • DE-56346 St. Goarshausen
  • 12/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-172973)

Neugestaltung des Loreley-Plateaus im Welterbe Oberes Mittelrheintal


  • 1. Preis Zuschlag


    Architekten
    Pohl Architekten, Erfurt (DE), Suttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: baukonsult-knabe Architekten-Ingenieure-Gesamtplaner GmbH, Erfurt (DE)
    Landschaftsarchitekten: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt (DE)
    Stadtplaner: Stadtplanungsbüro Wilke, Erfurt (DE)
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Preisgeld
    28.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Loreley, die steilen aus dem Rheintal aufragenden Wände des Loreleyfelsens, werden nach der Neugestaltung des Loreleyplateaus als touristischer Ort eine ganz neue herausragende Qualität erhalten.
    Die vorhandenen Naturräume und landschaftlichen Qualitäten des Loreleyplateaus werden von allen störenden baulichen Elementen und Eingriffen befreit. Der komplette Felsen soll freigelegt werden, das bestehende Berghotel und der angrenzende Parkplatz gänzlich verschwinden.
    Die Gestaltung greift subtil und zurückhaltend die Qualitäten der natürlichen Gegebenheiten auf und versucht die Landschaft und den Ort Felsspitze in einen möglichst ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Vom Besucherzentrum aus würde dann ein Weg hin zum Felsen und zum Teil auch durch den Fels hindurch führen. Besucher hätten so streckenweise die Loreley im Blick, zugleich würde ein Spannungsbogen aufgebaut, denn am Ende des Weges wartet ja der grandiose Blick ins Rheintal.

    Das ungestörte Naturerlebnis steht im Fokus der Gestaltung.

    „Die Luft ist kühl und es dunkelt und ruhig fließt der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.“ Heinrich Heine, 1823
    Dieser Strophe des Loreley- Liedes folgend wurde ein Landschaftspark entwickelt. Ein natürlich meandernder Weg durchzieht diese Landschaft und verbindet kristalline Körper, welche als verortete Punkte die Sehnsucht und Mythen der Romantik überhöhen. Mythenerfahrung als Landschaftserlebnis: diese Kristalle sind begehbare Räume, sie verbinden Erde und Felslandschaft mit einem räumlichen Erlebnis und sollen der künstlerischen und medialen Auseinandersetzung mit dem Mythos Loreley dienen.
    Das neue Hotel fügt sich am hinteren Südhang als Fortsetzung der Weinlandschaft skulptural unterhalb der Sichtraumachsen in die angrenzenden Weinhänge ein. An der Nordseite bildet die abgewinkelt verlaufende Hotelfassade die notwendige Raumkante im Dialog zur gegenüberliegenden raumbildenden Kante des Hochwaldes. Die Idee, das vorgesehene Hotel in einen Weinberg zu integrieren, dient dazu, die Idylle und Unberührtheit der Landschaft zu gewährleisten und den Gästen die Qualität des dort traditionell ansässigen Weinbaus ganz nahe bringen zu können.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Preisgericht begrüßt den klaren Ansatz des Entwurfes, der die Potentiale des Standorts (Felsen, Panorama und Topographie) sowie die Mystik der Loreley überzeugend transportieren kann.
    Positiv wird die Haupterschließung betrachtet, die bis zu einer zentralen Empfangszone, dem Besucher- und Kulturzentrum, führt. Das nördlich hiervon begleitende Parkplatzband ist harmonisch im Gehölz integriert.
    Von der Empfangszone bis zur Spitze des Loreley-Plateaus werden die Besucher über eine Felsspalte geführt, die den Schiefer mit einem Weg zerschneidet und sich langsam bis zum Ende, dem Felsenplateau, zuspitzt. Dort öffnet sich ein breites Rheintalpanorama.
    Ruhe, Kontemplation und Mythos werden im mittig angeordneten Landschaftspark durch einen sich mäandernden Weg erfahrbar gemacht. Dieser verbindet verstreut angeordnete, kristallförmige, gebaute Elemente, die Tag und Nacht unerwartete Überraschungen bieten. Südlich vom Landschaftspark fügt sich ein auf den Ort abgestimmter gelungener Hotelentwurf als Erweiterung der Weinbergsterrassen sensibel in den Hang ein.
    In der verkehrlichen Organisation bei Großveranstaltungen weist die Arbeit Schwachpunkte auf. Auch ist die Anzahl der Besucherparkplätze knapp bemessen.
    Im Sinne einer touristischen Inwertsetzung ist diese Arbeit sehr gelungen. Es ist der mit Abstand mutigste Entwurf, der allein durch seine gestalterische Ausformung hohe mediale Aufmerksamkeit und Besuchsimpulse auslösen wird (Risiko der Abflachung des Erlebnisses bei Wiederholungsbesuchern). Die Kristalle sind hinsichtlich Anzahl/Standort, Funktion, Inhalt, etc. kritisch zu hinterfragen.