loading
  • 4. Preis

    Perspektive, © Architekten Wannenmacher+Möller GmbH

    Architekten
    Architekten Wannenmacher + Möller GmbH, Bielefeld (DE), Münster (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Nils Kutzera, Ivko Rakic, Milan Kapetanovic, Angel Martinez, Miguel Padreñan

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten GmbH, Herford (DE)

    Preisgeld
    1.500 EUR

    Erläuterungstext
    Das Wettbewerbsgebiet am westlichen Rand der historischen Kernstadt Brakels ist gekennzeichnet durch eine dichte und kleinteilige Bebauung aus freistehenden Häusern. Der Entwurf orientiert sich an dieser städtebaulichen Struktur und schlägt ebenfalls ein freistehendes Gebäude vor, welches aufgrund seiner Dreigeschossigkeit eine relativ kleine Grundfläche aufweist und sich damit von seiner Baumasse her harmonisch in das gebaute Umfeld einfügen will. Dabei rückt das Gebäude, welches eine Tiefe von genau 16 Metern aufweist, zur südlichen Grundstücksgrenze bis auf 40 % seiner Höhe heran. Zur Legalisierung der auf der Nordseite vorliegenden Abstandsflächenunterschreitungen sollte eine Vereinigung der zur Volksbank gehörenden Flurstücke vorgenommen werden.

    Die Organisation des Grundrisses sieht die Anordnung der Büros zur Straßen- und zur Gartenseite hin vor und damit zu den Seiten mit den schöneren Ausblicken. Ein mittig angeordneter Luftraum verbindet alle drei Etagen miteinander und ermöglicht Blickbeziehungen zwischen den Etagen. Die Flurwände der Büros sind verglast. Sie nehmen damit Bezug auf die innenräumlichen Qualitäten des Bestandsbaus. Wie dort sorgt auch im Neubau ein großes Dachoberlicht für einen lichtdurchfluteten Innenraum und eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Eine Brücke verbindet im ersten Obergeschoss das neue Gebäude mit dem Bestandsbau. Sie ist so angeordnet, dass im Bestandsbau lediglich ein Büroraum verkleinert werden muss. Die geforderte Anlieferung erfolgt auf der Südseite des Neubaus. Über diesen Zugang wird das Gebäude auch von den Mitarbeitern erschlossen.
    Die architektonische Gestaltung des Neubaus orientiert sich mit Lochfenstern und Putzfassade an der vorherrschenden Architektur der historischen Kernstadt. Das gefaltete Dach nimmt Bezug auf die vorherrschende Dachform im Wettbewerbsgebiet, übernimmt diese aber nicht einfach, sondern entwickelt eine skulpturale Eigenständigkeit, die den Neubau als zeitgenössisches Bauwerk ausweisen soll.

    Um den Freiraum zwischen Neubau und Bestandsgebäude stadträumlich aufzuwerten, wird die Zufahrt auf das Gelände an die südliche Grundstücksgrenze verlegt. Sie wird als Einbahnstraße ausgebildet und führt zu den geforderten Stellplätzen entlang der östlichen Grundstücksgrenze sowie der Tiefgaragenzufahrt im Bestandsgebäude. Die bestehende Zufahrt soll nur noch aus Ausfahrt genutzt werden, wobei die Fahrzeuge das Grundstück über den durchgängig mit einem hochwertigen Belag versehenen Freiraum zwischen Bestandsgebäude und Neubau verlassen. Dieser Außenraum soll auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Nieheimer Straße und Westmauer fußläufig verbinden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der neue Baukörper ergänzt die städtebauliche Situation um einen selbstbewussten und belebenden Beitrag. Die Anordnung einer umlaufenden Zuwegung entzerrt das Verkehrsaufkommen und stärkt die solitäre Wirkung des Neubaus.
    Die Fassadengestaltung wird als qualitätsvoll und eigenständig gewürdigt. Kritisch sind jedoch der vollständige Verschluss der Südfassade sowie die fehlende Flexibilität der Fensteranordnung zu beurteilen. Die vielfache Faltung des Daches mit ihrer innenliegenden Entwässerung wird als problematisch betrachtet.
    Im Innenbereich sind hohe Aufenthaltsqualitäten erkennbar. Hierzu tragen wesentlich die über alle Geschosse erfahrbare Offenheit und Transparenz sowie die Belichtung über das Oberlicht bei. Die Nutzungsbereiche sind sinnfällig und effektiv angeordnet. Eine wirtschaftliche Realisierbarkeit bei gutem Energiestandard ist möglich.