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  • DE-71638 Ludwigsburg
  • 06/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-133465)

Entwicklungsbereich Oststadt und Oßweil


  • 3. Rang Nach Überarbeitung

    kein Bild vorhanden
    Verkehrsplaner
    Runge IVP, Ingenieurbüro für Integrierte Verkehrsplanung, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh, Dortmund (DE)
    Landschaftsarchitekten: scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das vorgelegte Konzept zeichnet sich nach wie vor durch die Fortschreibung der von Ost nach West verlaufenden Stadtstrukturen aus. Die Leitidee wird hier mit dem Begriff „Stadtstreifen“ beschrieben.

    Eine wichtige Entwurfsidee die vom Verfasser aufgegriffen wurde, ist die stringente Weiterentwicklung der Alleenstrukturen, die einhellig vom Preisgericht gelobt werden. Positiv wird im Vergleich zur 1. Wettbewerbsphase die stärkere Öffnung der Nutzungen (Sport, Freiraum und Wohnen) und die Ausbildung und Abfolge von Plätzen bewertet. Die damit verbundene Verknüpfung durch entsprechende Wegestrukturen an den verschiedenen Platzfolgen und Knotenpunkten wird anerkannt.

    Die Erschließungssystematik wirkt schlüssig und lässt verkehrsberuhigte Situationen (Wohngebiet an der Fuchshofstraße) erwarten. Insbesondere der Anschlusspunkt an der Schorndorferstraße wurde verkehrstechnisch gut gelöst.

    Dahingegen wirkt die Bebauungsstruktur in weiten Teilen zu kleinteilig und das Preisgericht kommt überein, dass dichtere und kostengünstigere Baustrukturen hier wünschenswert gewesen wären. Der Versuch an den Baugebieten die harten Siedlungskanten, durch das vor- und zurückspringen der Gebäude, weicher auszugestalten wurde gewürdigt.

    Vor dem Hintergrund der Freihaltetrasse der Waiblinger Straße wird der topographische Ver-lauf hin zur Friedrichstraße als problematisch gesehen. Die Freiflächengestaltung ist schlüssig, jedoch merkt das Preisgericht an, dass das zugrunde gelegte, spiralförmig ausgeformte Fußwegenetz übererschlossen wirkt und damit die zu erwartende Qualität der Freiflächen mindert.

    Die geplante Oststadthalle am Berliner Platz ist nach einhelliger Auffassung unterdimensioniert. Der Vertiefungsbereich zum Berliner Platz lässt grundlegende, gestalterische und planerische Aussagen vermissen. Zudem ist der gewählte Ausschnitt zu klein gewählt und ent-hält kaum weitere Aussagen. Der Gestaltungsvorschlag in Form von streifenartigen Pflanzbeeten überzeugt nicht. Der für positiv befundene Hallenstandort führt jedoch zu einer star-ken Einschränkung des Stadionbades und schließt durch die südlich ausgebaute Parkie-rungsanlage künftige Erweiterungen des Freibereichs gänzlich aus.

    Lärmschutz
    Das Schallschutzkonzept sieht neben breiten Grünflächenkorridoren zwischen geplanter Wohnbebauung im Norden und Osten an den Übergängen zwischen Sportplätzen und Parklandschaft nach Norden Lärmschutzwälle mit integrierten Sichtfenstern relativ nah entlang der Sportplätze vor. Die Höhe soll 3,5 m über Grund betragen. In Richtung der geplanten Wohnbebauung im Osten wird über Erdmodellierungen eine sog. „gefaltete Landschaft“ geschaffen. Diese Erdmodellierungen wirken wie Lärmschutzwälle. Angaben zu weiteren Schallschutzmaßnahmen enthält der Entwurf nicht. Im Regelbetrieb außerhalb der Ruhezeiten werden mit den vorgesehenen Maßnahmen die Anforderungen der Sportanlagenlärmschutzverordnung eingehalten. Zur Einhaltung der Anforderung innerhalb der Ruhezeit am Sonntagmittag reichen die geplanten Schallschutzmaßnahmen nicht aus. Dies ist unter anderem auf die ungünstige Lage und zu geringe Höhe der Lärmschutzwälle zurückzuführen. Zur Gewährleistung der Einhaltung der Immissionsrichtwerte innerhalb der Ruhezeiten sind weitere Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.

    Fazit
    Der konzeptionelle Umgang der Nutzungen (Freiflächen, Sport und Wohnen) wirkt in sich schlüssig und realisierbar. Der Freiflächengestaltung und dem Städtebau wurde eine solide Idee zugrunde gelegt, die wiederum eine problemlose Realisierung der jeweiligen Teilkonzepte ermöglichen würde. Jedoch lässt das Konzept, entscheidende, verbindende Elemente unter den Nutzungen vermissen. Die Verzahnung der drei Nutzungsanforderungen kann durch die gewählte Programmatik nur schwer gelingen und stellt die entscheidende Schwäche dieses Konzeptes dar.