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  • DE-69469 Weinheim
  • 01/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-177835)

Sporthalle Lützelsachsen


  • Anerkennung

    perspektive

    Architekten
    architektei mey gmbh, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: BPG Landschaftsarchitekten, Biebertal (DE)
    Tragwerksplaner: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main (DE), Berlin (DE), München (DE), Wien (AT), Paris (FR), Oslo (NO), Melbourne (AU), Rom (IT)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    entwurfsziel:
    die sporthalle in lützelsachsen erfüllt eine wichtige funktion im gemeinde-und sozialleben des ortes. ziel des entwurfes ist es, auch ohne realisierung der erweiterung zur mehrzweckhalle dem anspruch einer „sozialen mitte“ gerecht zu werden.

    städtebauliches konzept:
    lützelsachsen ist als weitmaschiges netz aus straßen und gassen angelegt. die enge der
    straßenräume steht in kontrast zu den weitläufigen, begrünten und teils landwirtschaftlich
    genutzten innenbereichen. der vorgeschlagene neubau der halle liegt zusammen mit dem bürgerplatz weit zurückgesetzt vom straßenraum der wintergasse und der weinheimer straße. der teppichartig in den grünraum eingelegte bürgerplatz bildet eine analogie zu den landwirtschaftlichen flächen und verankert den neubau in der struktur des ortes. zwischen der neuen halle und den bestehenden,
    denkmalgeschützten gebäuden bleiben großzügige abstände, die auch für zukünftige
    entwicklungen raum lassen.
    die alte halle könnte während der bauphase weiter in benutzung bleiben.

    idee gebäude:
    eine wesentliche qualität des grundstücks ist der freie blick richtung nordwesten bis in die
    rheinebene. im neubau bleibt diese blickbeziehung erhalten und verleiht dem innenraum
    großzügigkeit und weite.
    das rechteckige hallendach überschneidet sich mit dem bürgerplatz – hier betritt man das gebäude auf der ebene des foyers und gelangt zu den zuschauerplätzen auf der tribüne.
    die hallenfläche wird ringsum mit prallwänden ausgestattet, um optimale bedingungen für die sportnutzung zu schaffen. durch anschüttung des umgebenden geländes bis auf höhe der prallwände wird das erscheinungsbild des gebäudes auf das hölzerne dach reduziert und fügt sich nahtlos in den grünraum ein.

    mitarbeiter:
    architektei mey gmbh
    bernd mey, tim alfers, ole brinckmann, frederick koksch, christian rollbühler, adrienne annemüller

    biebertaler planungsgruppe bpg landschaftsarchitekten, biebertal
    norbert kerl, birgit weber

    b+g ingenieure, Bollinger und Grohmann Gmbh, Frankfurt am Main
    benjamin barbaros

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf fügt sich in Position und Materialität in den örtlichen Kontext ein und zeigt ein schlüssiges Ensemble zusammen mit Kirche und Wintergasse. Der städtebauliche Rahmen wird wohltuend durch die Baumgruppen an der Wintergasse arrondiert. (...).

    Durch die Lage in der Nordwestecke des Wettbewerbsgrundstücks werden vielfältige Räume und Platzbeziehungen geschaffen sowie verschiedene Näherungen an die Halle ermöglicht. Erst der Abriss der beiden querstehenden Scheunengebäude ermöglicht die Ausbildung eines Bürgerplatzes mit Dorfcharakter. Der Gewölbekeller der südlichen Scheune soll unter dem Platz erhalten werden. (...).

    Die topographische Überformung in Zusammenhang mit Ausbildung der Freiflächen ist als Neudefinition des Ortes überzeugend, wobei hier mit großen Erdbewegungen in die Topographie eingegriffen werden muss. Der Durchblick zum Ort und zur evangelischen Kirche wird wohltuend akzentuiert und mit der Höhenstaffelung unterstrichen. Die Freiräume sind in ihrer Differenziertheit positiv erlebbar. Sowohl der künftige Bürgerplatz als auch der kleinere westliche Platz werden durch die Bäume konturiert und zur Straße hin gefiltert. Das Abstufen und in der Architektur fortgeführte Konturieren führt zu einem schlüssigen typologischen Ansatz, der mit der Idee des schwebenden Dachs korreliert. Durch das Tieferlegen des Gebäudes wird die Baumasse in diesem Kontext maßstäblich und fügt sich in den Ortskern ein. Die Haltung mittels eines einfachen, kubischen Baukörper- und einer klaren Dachform gegenüber den verspielteren Bestandsgebäuden im Umfeld ein dialektisches Gegenüber zu inszenieren wird positiv gesehen, wenn auch eine intensiverer Auseinandersetzung mit der Fassadengestalt wünschenswert gewesen wäre.

    Der Grundriss ist klar strukturiert und funktioniert mit relativ kurzen Wegen. Das Foyer ist üppig dimensioniert, bietet jedoch gute Aufenthaltsqualitäten. Der Luftraum mit Treppe in Verbindung mit dem Außenraum werten die Situation architektonisch auf. (...)

    Die Nutzflächen liegen bedingt durch die Größe des Foyers im oberen, die Kubatur im mittleren Bereich. In Zusammenhang mit der einfachen Tragkonstruktion stellt die Arbeit in Bezug auf das Gebäude einen wirtschaftlichen Beitrag dar.