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  • DE Karlsruhe
  • 09/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-5752)

Beispielhaftes Bauen Landkreis Karlsruhe 1996-2006


  • Auszeichnung


    Projekt
    Neubau Polymertechnik des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT), Pfinztal

    Architekten
    weinbrenner.single.arabzadeh. Freie Architekten BDA, Nürtingen (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) forscht und entwickelt in den Bereichen chemische Energietechnik, Polymertechnik und Umwelttechnik. Untersucht wird das Produktverhalten im gesamten Lebenszyklus, das Recycling und die Entsorgung sowie Aufbau und Betrieb von Pilotanlagen.

    Mit dem Neubau Polymertechnik werden Abteilungen zusammengefaßt zur Verbesserung von Kommunikation und Synergieeffekten. Die Architektur bietet Räumlichkeiten für sich ständig verändernde und wachsende Aufgaben. Funktionsverflechtungen und –abhängigkeiten führen zu einer kompakten und einheitlichen Gebäudeform, dennoch zeigt der Entwurf eine deutliche Volumenstrukturierung mit hoher Beziehungsintensität.

    Zwei Versuchshallen in Ost-West-Richtung reagieren auf die Topographie mit unterschiedlichen Raumhöhen. Neben der Reinraumtechnologie (Boxen) mit gesonderten technischen Konditionen sind in den Hallen Versuchsaufbauten der wissenschaftlichen Abteilungen vorgesehen. In dem darüberliegenden zweigeschossigen Gebäuderiegel erfordert die enge Grundrißverflechtung der Labor- und Büroflächen eine dreibündige Anlage mit dazwischenliegenden Kommunikationszonen für organisierte Zusammenkünfte sowie situativ unvorbereitete Gespräche. Seminarraum und Bibliothek sowie die vertikalen Erschließungselemente liegen am zweigeschossigen gläsernen Foyer. Die gestalterische Einheit und Integrierung kontrastbildender Materialkombinationen bestimmen die Anwendung und Behandlung der umwelterträglichen Baustoffe. Helligkeit und Transparenz zur Erhöhung des Arbeitskomforts und des Erlebnisreichtums sowohl innerhalb des Gebäudes als auch zwischen dem Innen- und Außenbereich sind die Leitlinien vom Entwurfskonzept bis zur Detailgestaltung. Durch Verglasungen im Gebäudeinneren werden Nutzungen sichtbar gemacht und die Rahmenbedingungen für eine erhöhte Kommunikationsbereitschaft geschaffen. Alle tragenden Außen- und Innenwände sind in Stahlbeton oder Mauerwerk ausgeführt. Da vom Nutzer hohe Ansprüche an die spätere Nutzungsflexibilität gestellt werden, wurden die statisch nicht relevanten Labor-, Büro- und Büroflurtrennwände in Leichtbauweise ausgeführt. In den Bürobereichen wurde der Arbeitsplatzkomfort durch großflächige Verglasungen auch zur Flurzone deutlich erhöht und der Einsatz von Kunstlicht reduziert.

    Jede Fassade wurde entsprechend ihrer Funktion und Ausrichtung entwickelt. Die Versuchshallen sind mit einem einbrennlackierten, vorgehängten und hinterlüfteten Alu-Blechkassettensystem verkleidet. Der Gebäuderiegel betont seinen schwebenden Charakter durch eine einschalige hinterlüftete und horizontal verlegte Profilit-Gußverglasung. Das zweigeschossige gläserne Foyer ist als Pfosten-Riegel-Fassade ausgebildet. Die Verschattung erfolgt mit Raffstoreanlagen und Lichtlenktechnik. Die Shed-Verglasung nach Süden ist mit PU-Elementen belegt. Aus dem Forschungsprofil des Fraunhofer ICT leitet sich der planerische Anspruch ab, ein architektonisch und funktional vorbildliches Gebäude zu errichten. Dies wurde ohne investive Mehrkosten im Rahmen des verfügbaren Budgets der Baumaßnahmen durch integrale Planung realisiert. Dabei wurde auf die Wirtschaftlichkeit geachtet, z. B. durch Verzicht von Klimatisierung der Büros oder die Entwicklung eines wechselfeuchten Versickerungsbereiches der Dachentwässerung als „Institutsgarten“ zwischen den Versuchshallen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.