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  • DE-84416 Taufkirchen
  • 02/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-193003)

Ortsmitte


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: von Angerer Architekten und Stadtplaner GbR, München (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf nimmt die Maßstäblichkeit, Höhe und Dachformen der umgebenden Bebauung auf. An der Landshuter Straße wird die im Ortskern typische Bebauung an der Straße durch neue Baukörper ergänzt. In dem von der Straße abgewandten Bereich werden durch Gebäudestellungen in Hofform hohe Aufenthaltsqualitäten geschaffen. Der überzeugende Ansatz des Entwurfes, die bestehenden Strukturen fortzuschreiben und in das Ortsgefüge einzufügen, führt zu einer sehr guten Gesamtwirkung.
    Die Ausformung der Gebäudegruppen für den Standort der Metzgerei und auf dem Sparkassengelände kann nicht überzeugen und sollte aus gestalterischen Gründen, auch im Zusammenhang mit einer besseren Nutzbarkeit, weiterentwickelt werden. Gleiches gilt für die Fassaden zur Landshuter Straße, die in ihrer Geschlossenheit sehr abweisend anmuten.

    Die Nutzungen werden nachvollziehbar angeordnet und nehmen auf die Lärmproblematik angemessen Rücksicht. An der hoch lärmbelasteten Landshuter Straße finden sich im Erdgeschoß straßenseitig Handel und Dienstleistungen, in den Obergeschoßen Wohnungen, die teilweise allerdings nur mit zusätzlichen Maßnahmen zum Lärmschutz realisiert werden können. In den Baufeldern in zweiter und dritter Reihe ist wegen des größeren Abstandes zur Straße und wegen der geschickten Gebäudestellung ruhiges und attraktives Wohnen möglich.

    Die Arbeit überzeugt mit einem differenzierten Erschließungssystem, das gekonnt zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern vermittelt und nur wenige Schwächen aufweist. Die PKW-Erschließung erfolgt von der Landshuter Straße über zwei verkehrsberuhigte Straßen bis zum Pfarrweg, wobei versucht wird, möglichst viel Verkehr in unmittelbar den Wohnungen zugeordneten Tiefgaragen abzufangen. Der verbleibende Verkehr sowie die Zufahrt zum neuangelegten Parkdeck und den Lehrerparkplätzen wird über Schulgasse und Pfarrweg bzw. Feuerwehrhof abgewickelt; hier erscheint das Erschließungskonzept verbesserungsfähig, um zumindest den Pfarrweg als reine Fuß- und Radwegeverbindung zu erhalten.
    Aus Lärmschutzgründen wird zudem angeraten, den oberirdischen Parkplatz zwischen Schule und Hotel einzuhausen und mit dem südlichen Parkdeck (z.B. mittels Halbebenen) auch erschließungstechnisch zu verbinden. Dabei sollte die Gelegenheit genützt werden, benutzbare Gründächer als zusätzliche Freiflächen zu schaffen.
    Die Brücke am südlichen Ende des Pfarrwegs wird durch zwei neue Brückenbauten ersetzt. Auf diese Weise kann die Schule und die Mehrzweckhalle vom Busparkplatz so erschlossen werden, dass Lärmbelastungen für die Wohnbebauung vermieden werden. Allerdings überzeugt die zusätzliche Brücke östlich des Pfarrwegs nicht. Hier wäre es vermutlich besser, die bestehende Brückenverbindung beizubehalten. Insgesamt jedoch ist die Fußweg-Erschließung äußerst differenziert und abwechslungsreich und greift bestehende Verbindungen auf.

    Der Entwurf wird durch die große Grünverbindung entlang des Stephanbrünnlbachs geprägt, vor der Mehrzweckhalle wird eine grundsätzlich attraktive neue Platzsituation geschaffen, die in ihrer Ausgestaltung jedoch noch nicht voll überzeugt. In den Innenhöfen, die durch die neue Bebauung gebildet werden, entstehen halböffentliche Grünflächen zum Spielen und Verweilen, die ein attraktives Wohnumfeld schaffen. Die Wegeführung durch das Quartier nutzt gekonnt die Topographie und führt durch verschiedene kleinere Platzaufweitungen zu vielen reizvollen räumlichen Situationen.

    Im Vergleich zu den anderen Entwürfen weist die Planung eine geringere Dichte auf, die entsprechend weniger Nutzflächen ermöglicht. Dieses Manko wird dadurch wettgemacht, dass ein Großteil der Baumasse im ersten Bauabschnitt unter Beibehaltung eines Großteils der Bestandsgebäude errichtet werden kann. Die Baukörperzuschnitte erscheinen für unterschiedliche Grundrisstypen geeignet, weshalb der Entwurf in der Umsetzung flexibel auf verschiedene Anforderungen reagieren kann.


INFO-BOX

Angelegt am 04.03.2015, 13:02
Zuletzt aktualisiert 05.03.2015, 17:39
Beitrags-ID 4-99947
Seitenaufrufe 477