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  • DE-80689 München, DE-81669 München
  • 08/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-176499)

Neubau Wohnsiedlung an der Ludlstraße


  • 1. Preis

    Quartierstreff, © AllesWirdGut Architektur ZT GmbH

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: el:ch landschaftsarchitekten, München (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    33.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen zur städtebaulichen Vorgabe des Vorbescheides mehrere Modifikationen vor. Neben den geringfügig neu positionierten Punkthäusern wird die südliche Schallschutzbebauung wesentlich bewegter bzw. differenzierter als die Vorgabe geplant. Im Hinblick auf die sehr langen Gebäudeabwicklungen wird diese neue Interpretation positiv bewertet.

    Der Auftakt der neuen Siedlung Ludlstraße wird durch eine derartige Ausprägung an der Senftenauerstraße schlüssig ausformuliert. Der dahinter liegende, die Verkehrsflächen der Ludlstraße mit einbeziehende, Quartiersplatz liegt folgerichtig an der zentralen Stelle. Hier wird entgegen den Vorgaben das Familien- und Beratungszentrum vorgeschlagen, was bezogen auf die neu gewählte städtebauliche Situation eine Verbesserung der Vorgabe darstellt.

    Die leicht erhöhten Gartenschollen sichern den Erdgeschosswohnungen ausreichende private Vorzonen. Die Darstellung der barrierefreien Zugänglichkeit bleibt ungeklärt, wäre aber durch entsprechende Anrampungen lösbar.

    Der geforderte Wohnungsmix wird schlüssig umgesetzt. Die Punkthäuser werden durch einen sehr effizienten zentralen Erschließungskern erschlossen, welcher eine eigenständige Geometrie aufweist und ein angenehmes Entree auf jeder Etage verspricht. Die Wohnungen werden folgerichtig um den Kern windmühlenartig entwickelt. Die jeweils an den Gebäudeecken liegenden Wohnräume schaffen hierdurch eine zweiseitige Orientierung. Die teilweise sehr offenen Grundrisse sind bezogen auf die jeweilige Position des Bades zu überarbeiten.

    Die südliche Schallschutzbebauung besteht aus zwei- und fünfspännig organisierten Häusern. Durch die sehr dünne Ausprägung der Zweispänner mit gut belichteten Treppenräumen ergeben sich sehr gute, nach Osten und Westen orientierte, fünfspännige Häuser, welche einen hohen Anteil nicht schallbelasteter Wohnungen aufweisen. Die Geometrie der polygonalen Außenhülle wird in den vorgeschlagenen Grundrissen im Inneren umgesetzt. Allerdings wäre auch hier die isolierte Lage der Bäder, welche teilweise von den Individualräumen nur über die Wohnräume zu erreichen sind, zu hinterfragen, obwohl dies interessante räumliche Aspekte (Belichtung) mit sich bringen könnte. Somit wird die polygonale Baukörpervorgabe des Städtebaus schlüssig umgesetzt und kann dem neuen Quartier Ludlstraße eine eigenständige, unverwechselbare Adresse verleihen.

    Die Fassaden prägen bodentiefe versetzt angeordnete Fenster. Die Materialität der Schallschutzbebauung differenziert sich mit seinem außenseitigen schimmernden Metallvorhang und der innenseitigen vorgehängten Holzverkleidung von den monolithisch verputzten Punkthäusern. Diese vorgeschlagene Fassadendifferenzierung stellt einen hochwertigen Beitrag zur Diskussion dar, welche hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Umsetzung noch zu vertiefen wäre.

    Die Differenzierungen von wohnungsnahen Freiflächen auf grünen, leicht erhöhten „Gartenschollen“ und dem Wegesystem innerhalb der Wohnsiedlung ermöglicht die Gestaltung abwechslungsreicher Grün- und Freiflächen. Das Wegenetz „lebt“ von fließenden Übergängen von „Weg“ zu „Aufweitung“ zu „Nische“ zu „kleinem Platz“. Zusammen mit den Balkonen entsteht ein attraktives, gestuftes Freiraumkonzept privater, gemeinschaftlicher und öffentlicher Freiflächen.

    Das mit unterschiedlichen Materialien gestalteten Wegenetz ist hinsichtlich der Anforderung des Brandschutzes zu präzisieren. Die Spielflächen sind ebenfalls Bestandteil des Wegenetzes. Die Anordnung der Hauszugänge im Inneren der Siedlung trägt zu einer weiteren Belebung des Umfeldes bei. Der Vorschlag, die Ludlstraße als Spielstraße auszubauen, unterstützt das Zusammenführen des Quartiers zu einer Einheit, bedarf aber weiterer Abstimmungen zur Realisierbarkeit. Die Arbeit wird im Hinblick auf A/V-Verhältnis, Flächenwirtschaftlichkeit sowie „Bauwerk und Gebäudetechnik“ als wirtschaftlich eingeschätzt.