In 2009 hat GROHE die Dialogplattform trends thesen typologien ins Leben gerufen, die seitdem in unterschiedlichen Städten und Metropolen gastiert und jährlich eine internationale Architektenschaft und Real Estate Branche interessierende Themen aufgreift. Abseits seines Kerngeschäftes engagiert sich GROHE als weltweiter Partner der Architekten für Architektur als so bedeutenden Teil unserer Baukultur. Renommierte Architektinnen, Architekten und Entscheidungsträger der Bau- und Immobilienbranche aus unterschiedlichen Kulturen zollen dieser Plattform von Beginn an Respekt und unterstützen sie in Form ihrer Vorträge.

GROHE ist eine führende globale Marke für ganzheitliche Badlösungen und Küchenarmaturen und seit 2014 Teil der Lixil Group Corporation. Als Weltmarke setzt GROHE auf die Markenwerte Technologie, Qualität, Design und Nachhaltigkeit, um „Pure Freude an Wasser“ zu bieten. Innovation, Design und Entwicklung sind dabei stets eng aufeinander abgestimmt und als integrierter Prozess fest am Standort Deutschland verankert. Damit tragen GROHE Produkte das Qualitätssiegel „Made in Germany“. Allein in den letzten zehn Jahren bestätigen über 300 Design- und Innovationspreise sowie mehrere Platzierungen beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis den Erfolg von GROHE. www.grohe.de


Thematik der GROHE Dialoge 2018

Sozial gerechte, dichte und mobilitätstaugliche Ballungsräume – eine Herausforderung für die Architektur

Die Stadtplanungen verlagern sich zunehmend weg von den Zentren in urbane Räume mit hoher Dichte. Diese Entwicklung stellt Stadtplaner und Architekten im Verbund mit Fachkräften aus anderen Planungsbereichen sowie der Politik vor zahlreiche Herausforderungen: Infrastruktur und Verkehrsplanung, Angebot an verfügbarem Wohnraum und nicht zuletzt kulturelle Vielfalt.
Vor dem Hintergrund eines substanziellen Bevölkerungszuwachses müssen Lösungen gefunden werden, damit sich im gesamten Stadtgebiet – die Randgebiete eingeschlossen - funktionierende soziale Strukturen entwickeln, eine optimale infrastrukturelle Anbindung und faire Miet- und Kaufpreise gesichert sind. Im Rahmen der GROHE Dialoge „trends, thesen, typologien“ diskutieren wir, was Architektur und Stadtplanung konstruktiv zu der Entwicklung urbaner Räume in Fläche und in Höhe sowie der Verkehrsplanung beitragen kann. Was kann auch private Investoren dazubringen, sich für ein Raumangebot einzusetzen, welches verschiedenen Bedürfnissen und Preisniveaus gerecht wird?

Referenten Grohe Dialoge Zürich: Petra Meng (illiz architektur), Murat Tabanlıoğlu (Tabanlıoğlu
Architects), Christoph Mäckler (Mäckler Architekten), Balz Halter (Halter AG)

Referenten Grohe Dialoge Zürich: Petra Meng (illiz architektur), Murat Tabanlıoğlu (Tabanlıoğlu Architects), Christoph Mäckler (Mäckler Architekten), Balz Halter (Halter AG)

GROHE im Interview mit Christoph Mäckler - anlässlich des GROHE Dialoges Zürich, September 2018
                                                                                                                                                                                       

GROHE: Im Bausektor verändert sich gerade vieles. Wie nehmen Sie die aktuelle Situation wahr?

Christoph Mäckler: Architekten haben weniger Verantwortung, man macht ihnen ihr eigenes Metier mehr und mehr streitig. Ich erlebe, dass Bauherren einen Architekten für die Ausführungsplanung, einen Architekten für den Innenausbau, einen Architekten für die Bauleitung und einen Entwerfer anstellen. Jeder erhält ein möglichst kleines Honorar. So entsteht kein Gesamtwerk mehr, und das macht mich traurig. Denn ich bin der Meinung, dass gute Architektur mit dem Konzept beginnt, der Entwurf von der Detailplanung weitergeführt wird und mit der konkreten Realisierung endet, sprich der Bauleitung eines Projektes.

Viele sagen, die BIM-Ära setze ein interdisziplinäres Miteinander voraus, sonst funktioniere es nicht. Sehen Sie das anders?

Nun, wir haben ja auch schon gehört, dass man Städte nicht planen kann. Und mittlerweile weisen wir nach, dass das durchaus möglich ist. BIM ist nichts anderes als der Versuch, das Gehirn auszuschalten und das Ganze dem Computer zu übergeben.

Beruht diese radikale Kritik an BIM auf persönlichen Erfahrungen?

Ich habe jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich erlebe Projekte mit Projektsteuerern, da sitzen dann ein Architekt und 20 andere Leute zusammen. Jeder redet irgendwas, es liegt aber kein Plan mehr auf dem Tisch. Die Pläne sind irgendwo in irgendwelchen Computern abgelegt, und die Sitzungen dauern Ewigkeiten, weil aneinander vorbeigeredet wird. Lösungen fallen viel leichter, wenn die Beteiligten am Tisch sitzen, vor dem Plan, mit dem Haustechniker oder dem Statiker und die Probleme besprechen. Dazu braucht es keine Steuerung und auch kein BIM.

Welches Verhältnis haben Sie denn zur Digitalisierung?

Auch ich erkenne natürlich, dass uns der Computer viele Möglichkeiten gegeben hat, die einen Nutzen haben. Wir müssen sie aber vernünftig nutzen, vor allem darf die Digitalisierung nicht zu einer Verlängerung der Bauprozesse führen. Sie müssen im Gegenteil schneller werden. Wir waren eines der ersten Büros, die mit CAD gearbeitet haben und man hat uns damals versprochen: Ihr macht einmal einen Entwurf und dann könnt ihr alles in den größeren Maßstab projizieren und müsst gar keine Fünfzigstel mehr zeichnen.

Haben sich diese Verheißungen nicht bewahrheitet?

Das war völliger Quatsch. Es ist absurd und funktioniert nie! In dem Moment, wo Sie im Fünfzigstel arbeiten, müssen Sie auch über Materialien, Oberflächen und Details nachdenken – und schon fängt der Entwurf an, sich zu verändern. Der Entwurfsprozess hört nicht mit dem Vorentwurf auf oder mit dem Entwurf, er endet mit der Bauleitung. Selbst am Schluss legen sie noch eine Farbe fest und ändern noch dieses oder jenes, was nicht richtig ausgeführt wurde. Es ist ein ständiger Prozess. Vielleicht haben ihn Architekten in den letzten fünfzig Jahren zu weit getrieben.

Das tönt nun doch ziemlich selbstkritisch.

Ich erinnere mich an Kollegen wie Günter Behnisch, den ich sehr schätze. Er hat bis zum Schluss immer weiter entworfen und hat vieles wieder über den Haufen geschmissen, noch auf der Baustelle. Das geht natürlich nicht. Plötzlich hatten wir Baukostenerhöhungen, Zeitverluste. Man hat den Architekten manches nicht mehr zugetraut. Darunter leiden wir heute.

Wir haben im Grunde genommen unsere eigene Fachdisziplin in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts aufgegeben, zumindest so weit, dass wir heute glauben, Kompetenzdefizite mit Projektsteuerern oder mit BIM lösen zu können. Das ist aber nicht der Fall.

Kommen wir zum Thema unserer Dialogreihe: sozialgerechte, dichte, mobilitätstaugliche Balanceräume als Herausforderung für die Architektur. Müssen sie aus Ihrer Sicht ein erklärtes Ziel der Stadtplanung sein?

Ja, unbedingt. Eindeutig! Das ist das, was wir in unseren Altstädten und Gründerzeitvierteln haben. Wir haben dort soziale Mischungen, wir haben funktionale Mischungen, wir haben Schönheit im Sinne von öffentlichen Räumen, die gestaltet sind, Plätze und Straßen.

Gibt es diesen Typ von Stadt heute zu wenig?

Ja. Wir haben gar keinen Städtebau mehr, wir haben heute Stadtplanung, auch da ist in den Siebzigerjahren viel Porzellan zerschlagen worden. Es gibt auch keine Städtebauarchitekten mehr. Die Leute lernen an den Universitäten, wie man Prozesse steuert, wie man einen Bebauungsplan aufstellt, wie man einen Flächennutzungsplan organisiert, wie man Bürgerbeteiligungen organisiert, und so weiter und so fort. Aber sie lernen eben nicht konkret, wie man eine Straße entwirft, oder einen Platz.

Woher kommt dieser Verlust an Kompetenz im Städtebau?

Es hat etwas mit der Moderne zu tun. So werden Sie beispielsweise deutschlandweit keinen einzigen Platz finden, der seit dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, der sich in seiner Qualität mit irgendeinem historischen städtischen Platz in Landshut, München, Hamburg vergleichen lässt. Wir Architekten haben ihn mit der Moderne preisgegeben. Schauen Sie sich die Viertel an, wo wir sozialen Wohnungsbau geschaffen haben, das sind meistens unsere sozialen Brennpunkte. Da gibt es keinen öffentlichen Raum, da gibt es keine soziale und auch keine funktionale Mischung. Und diese drei Punkte sind doch das Elixier des Städtebaus.

Sie plädieren dafür, dass die Grundlage der heutigen Stadtbaukunst historische Städte sein sollen, da in ihnen die Vorbilder der heutigen öffentlichen und privaten Außenräume zu finden sind. Ist diese Auffassung nicht indirekt ein Armutszeugnis für die heutige Stadtplanung und Architektur?

Aber natürlich, eindeutig! Das Schlimmste ist, dass wir mit der aktuellen Retrowelle und den ganzen Bürgerbeteiligungen nur scheinbar eine offenere Gesellschaft geworden sind. Darin äußert sich lediglich die gesellschaftliche Unzufriedenheit mit dem, was an Architektur und vor allem an Städtebau entsteht.

Was denken Sie, wollen die Leute?

Die Leute wollen mitreden. Die sagen: Ich wohne in unseren Neubaugebieten nicht so, wie in unseren alten Städten. Warum ist das so? Ist das wirklich nur der Stuck an den Fassaden? Nein, natürlich nicht! In den alten Städten habe ich eben einen öffentlichen Raum, ich habe einen privaten Block, in denen es Höfe gibt, die begrünt sind, in denen man leben kann, in denen man als Kind aufwachsen kann. Die Leute sehnen sich nach öffentlichen Räumen, an denen es Straßencafés gibt, eine funktionale Mischung, die vom Kino bis zum Bäcker und irgendwelchen Kleinbetrieben reicht.

Sie, ein heutiger, renommierter Architekt, der selber bis vor Kurzem viele Jahren an einer bekannten deutschen Universität lehrte, ist unzufrieden mit unserer Stadtplanung. Da stellt sich die Frage: Woran liegt es, dass Sie so unzufrieden sind?

Nicht wegen der Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit. Man verstehe mich richtig: Früher war nicht alles besser! Das ist völliger Unsinn, und auch nicht das, was wir als Deutsches Institut für Stadtbaukunst (http://www.stadtbaukunst.de/) vertreten. Doch ich stelle fest: Es gab früher bestimmte Kategorien des Zusammenlebens, die durch einen bestimmten Städtebau der Europäischen Stadt ermöglicht wurde und in dem die Menschen anders zusammengelebt haben.

Weshalb gibt es das nicht mehr? Es sind verschiedene Gründe. Einen sehe ich darin, dass wir mit den 68ern Jahren die Gestaltung ganz hinten angestellt haben. Sie finden in Deutschland viele Institute und Planungsfakultäten, die es bis zum heutigen Tage ablehnen, Architektur zu vermitteln. Die Studenten, kriegen dort nicht beigebracht, wie eigentlich ein Wohnungsbau funktioniert.

Gibt es auch politische und ökonomische Gründe für die Vernachlässigung des Städtebaus?

Ja. Es kommt auch daher, dass die Immobilienbranche versucht, ganz einfache Häuser zu bauen. Das gilt auch für die Wohnungsbaugesellschaften in Deutschland, die ganz einfache Häuser bauen müssen, weil sonst die gewünschten niedrigen Mieten nicht möglich sind. So entstehen Boxen.

Wie bekämpft man das?

Mit einer höheren Ausnutzung. Die soziale und funktionale Mischung, die Gestalt des öffentlichen Raumes, sie funktionieren nur dann, wenn wir eine sehr viel höhere Dichte haben, das heißt, wenn wieder mehr Menschen in einem Stadtteil wohnen. Erst dann ist ein Straßencafé den ganzen Tag gefüllt und sein Betrieb ein überlebenstaugliches Geschäftsmodell. Wenn wir zurückgreifen auf die alte Europäische Stadt, dann tun wir das nicht im Sinne von »Retro-Irgendwas«, wir tun es, weil wir sehen, dass es dort bestimmte Funktionen gibt, die wir heute nicht mehr anbieten, aus den verschiedensten Gründen.

Ist die Weiterentwicklung jahrhundertalter Stadtstrukturen immer sinnvoll?

Wir können aus den alten Strukturen lernen, beispielsweise vom Block. Er schafft eine klare Trennung zwischen öffentlich und privat. Das fehlt dem heutigen Städtebau. Es fehlt die soziale Kontrolle, wie es sie in den Höfen, in den Blockinnenbereichen gegeben hat. Das ist ein Riesenmanko, das zur Kriminalität führt. Sie müssen nur mal durch ein Neubauviertel gehen, dort ketten die Leute ihre Gartenmöbel am Abend an! Wir bräuchten nicht so viele öffentliche Kinderspielplätze, wenn wir begrünte Hofräume bzw. Gartenhöfe hätten.

Aber diese Quartiere sind nun einmal mit den von Ihnen beklagten Mängeln gebaut. Was kann man tun, um die Qualität zu verbessern?

Das ist sehr schwierig. Eine Lösung sehe ich in der Neuansiedlung von Kleingewerbe, um den öffentlichen Raum zu beleben. Es braucht Lofts, Ateliers für diese Nutzungen. Wir kennen als Vorbild den typischen Berliner Loft, da gibt es das Büro des IT-Experten oder das Modeatelier hintendrin, das Fotografiestudio, das Architekturbüro, das Künstleratelier.

Sie sprechen von einem postindustriellen Kleingewerbe.

Berlin hat keine Industrie mehr. Da gibt es nur noch Kleingewerbe, und dieses Kleingewerbe sitzt in den Höfen der Stadt. Wenn man in Neubaugebieten solche Betriebe ansiedeln will, bräuchte es entsprechende Zusatzbauten.

Wie steht es eigentlich um das Prestige des Begriffs »Verdichtung»?

Neulich publizierte die FAZ ein Riesenartikel zum Thema. Wenn das, was dort abgebildet war, Schule macht, wenn mit der Verdichtung die Hässlichkeit Einzug hält, wird es natürlich noch mehr Widerstand dagegen geben. Alleine schon der Begriff »Verdichtung« im Städtebau ist genauso negativ konnotiert wie der Betonbegriff in der Architektur. Aber die Betonindustrie sagt zu recht: Beton – es kommt darauf an, was man daraus macht. Und genauso ist es eben auch mit der Stadt; man muss sie entwerfen.

Welche Rezepte gibt es den für den Entwurf der verdichteten Stadt?

Die Europäische Stadt hatte immer Flügelhäuser und Hofhäuser. Es gab hinten immer eine Privatnutzung des Hofraumes, der entsteht durch einen kleinen Flügel. Das Flügelhaus ist ein Gebäudetypus, den wir wieder lernen müssen, wie auch das Eckhaus. Es gibt keinen Städtebau ohne Architektur, und es gibt keine Architektur ohne Städtebau. Das ist etwas, was wir versucht haben, in der Kölner Erklärung (http://www.stadtbaukunst.de/publikationen/positionspapiere/koelner-erklaerung/) klarzumachen, unter großem Protest von all den Planern, die Architektur nicht auf dem Schirm haben. Aber das ist das A und O: Es muss wieder zusammenkommen, was zusammengehört.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass wir wieder umdenken können? Dass wir wieder lernen, Städte wirklich zu planen?

Sehr zuversichtlich. Sie werden es schon sehen, und zwar nicht, weil es hier ein Institut für Stadtbaukunst gibt und auch nicht, weil es vielleicht einen Herrn Mäckler oder einen Herrn Sonne gibt, die sowas vorantreiben, sondern weil die Gesellschaft es verlangt.

Zuversichtlich stimmt mich das DomRömer-Quartier in Frankfurt am Main. Da haben junge Architekten gearbeitet und Häuser gebaut, mit Schieferdächern, mit Giebeln, mit verzierten Fassaden.

Wie sind dieser Städtebau und diese Architektur mit den heutigen energetischen und bauphysikalischen Anforderungen zu vereinbaren?

Natürlich müssen unsere Städte nachhaltig sein. Doch wir müssen diese ganzen Wärmedämmorgien aufgeben, die wir da fabrizieren mit irgendwelchen Ölprodukten, das Aufschäumen und Ankleben. Stattdessen braucht es eine Massivbauweise, die uns einen Wärmeschutz in selbstverständlicher Art und Weise gewährleistet und zu Städten führt, die 100, 200 oder 300 Jahre alt werden.

Sieht das der Investorenmarkt nicht etwas anders?

Da muss man als Gesetzgeber einfach hingehen und sagen: Pass mal auf, so hat es zu sein. Die Investoren arbeiten in dem gesetzlichen Rahmen, den wir ihnen zur Verfügung stellen.

Zur Bewusstseinsbildung für einen Städtebau in Ihrem Sinn haben Sie mit anderen die Veranstaltungsreihe „Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt« ins Leben gerufen. Beschert sie Ihnen Erfolgserlebnisse?

Der Anfang war bitter schwer. Viele Planer, viele Architekten, viele Wissenschaftler waren sehr skeptisch, aber mittlerweile hat sich die Konferenz eingebürgert. 2019 feiert sie ihr 10 jähriges Jubiläum. Wir sitzen im ehrwürdigen Gebäude von Wilhelm Kreis, die Rheinterrasse in Düsseldorf aus den Jahren 1924–26, in diesem Ovalraum, und reden. Die Konferenz ist mittlerweile zu einer Institution geworden, von der viele Leute sagen, dass sie als Diskussionsforum im Moment nicht wegzudenken ist,

Wie sieht denn Ihre ideale Stadt aus, in der Sie in zwanzig Jahren gerne leben würden?

Ich glaube nicht, dass es eine Smart City ist. Die gibt es gar nicht. Ich will erstmal einen städtischen Raum haben. Wenn ich dann dort in irgendeiner Weise mit intelligenter Infrastruktur hantiere, dann ist das sicherlich was Hervorragendes.

Und alle fahren Rad in diesem städtischen Raum?

Kann sein. Vor 30 Jahren war die Fahrradindustrie am Bodensee platt. Heute hat jeder von uns mal wenigstens ein Rad, wenn nicht zwei. Hier in Frankfurt gibt es mittlerweile viele Fahrradwege. Das sind gesellschaftliche Prozesse, die dem Bedürfnis, das wir haben, gerecht werden.

Christoph Mäckler | Mäckler Architekten Frankfurt a. M.
*17.04.1951 in Frankfurt a. M.

Christoph Mäckler gründete 1981 sein eigenes Büro für Architektur und Städtebau in Frankfurt am Main, das heute als Mäckler Architekten firmiert. Er erhielt für seine Werke zahlreiche Auszeichnungen und ist seit 1998 ordentlicher Professor für Städtebau an der TU Dortmund. Gastprofessuren hatte er in Neapel, an der TU Braunschweig und an der Universität Hannover. Seit 2008 ist er als Direktor und Begründer des deutschen Instituts für Stadtbaukunst Berater für zahlreiche Städte. Er bearbeitete und verantwortete u.a. die Projekte Opernturm in Frankfurt am Main, Zoofenster - Waldorf Astoria in Berlin, Augustinermuseum in Freiburg, Kunsthalle Portikus in Frankfurt am Main und das Terminal 3, Flughafen Frankfurt am Main.