Am 19. Januar haben Bund und Länder weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in Deutschland beschlossen. Die Maßnahmen und Einschränkungen, die zuvor bis zum 31. Januar gelten sollten, werden nun bis 14. Februar verlängert. Hinzu kommt nun die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken – also OP-Masken oder FFP2-Masken – in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Schulen und Kitas bleiben geschlossen beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt.

Und auch Erwachsene werden, soweit ihre Tätigkeit dies zulässt, nun offiziell zum Daheimbleiben aufgefordert: Homeoffice wird nun auf eine rechtliche Basis gestellt, um Kontakte am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg zu reduzieren. Bund und Länder planen eine bis 15. März geltende Verordnung, „wonach Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen, sofern die Tätigkeiten das zulassen“.

Architekt*innen im Homeoffice

Viele Planungsbüros haben spätestens während des vergangenen Jahres Erfahrungen mit dem Homeoffice gemacht. Im Rahmen unserer ersten Corona-Umfrage im April 2020 gaben über 90 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen an, dass ihre Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen. Bei mehr als einem Viertel der entsprechenden Arbeitgeber war diese Arbeitsmöglichkeit sogar schon vor der Corona-Krise etabliert. Dieser „Vorsprung“ schlug sich positiv nieder: Zehn Prozent jener Teilnehmenden, die bereits Erfahrung mit Homeoffice gemacht hatten, bewerteten die Arbeit im Homeoffice sogar als effizienter als die Arbeit im Büro.

Rechtliche Hinweise für das Arbeiten im Homeoffice:

  • Grundsätzlich gelten die Arbeits- und Ruhezeiten auch im Homeoffice: Nach sechs Stunden muss eine Pause eingelegt werden, zwischen letzter Arbeitshandlung am Vortag und Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen elf Stunden liegen.

  • Erfolgt das Arbeiten im Homeoffice auf Anordnung des Arbeitgebers, muss dieser auch die Kosten für etwaige erforderliche Arbeitsmittel tragen.

  • Im Homeoffice greift der Arbeitsschutz kürzer: Stößt einem zu Hause etwas zu, kann lediglich der normale Krankenversicherungsschutz geltend gemacht werden, nicht aber der Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung.

Im Sommer stieg die Akzeptanz der Heimarbeit auf ein absolutes Hoch: Bei einer Neuauflage unserer Umfrage im August 2020 bewerteten nur noch 20,6 Prozent der Teilnehmenden dieser Arbeitsform als negativ (März: 57,9 Prozent). Anfangshürden waren erfolgreich genommen und es hatte sich eine Routine in den Arbeitsabläufen etabliert.

Zum Zeitpunkt unserer vierten Corona-Umfrage im Dezember boten rund 80 Prozent der Büros ihren Mitarbeiter*innen Homeoffice an. 70 Prozent der Befragten sahen ihr Büro gut auf weitere Maßnahmen wie Lockdown und Schulschließungen vorbereitet. Das kommt ihnen nun zugute. Denn auch wenn zum Jahresende hin eine wachsende Überdrüssigkeit mit dem Homeoffice spürbar wurde, besteht die Möglichkeit - ob man sie gutheißt oder nicht -, dass diese Arbeitsweise auf absehbare Zeit eine wichtige Rolle spielen wird.

Acht Prozent der Planer*innen gaben in unserer Corona-Umfrage vom Dezember allerdings an, ihr Büro hätte den Sommer besser nutzen können, um flexible Arbeitsmöglichkeiten vorzubereiten. Das neue Jahr kann einen guten Anlass bieten, jetzt etwaige noch ausstehende Maßnahmen in Sachen Digitalisierung auf den Weg zu bringen. Wie auch immer die Situation sich entwickelt: Im Zweifelsfalls hat man später immerhin die Wahl zwischen diversen Arbeitsweisen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Homeoffice?

Schreiben Sie uns!