Stunden sparen bei jeder Ausschreibung: Was competitionline gerade baut, wird die tägliche Arbeit von Planungsbüros beschleunigen und einfacher machen. Seit November führt der Wirtschaftsinformatiker Kanan Al-Zubaidi neben Gründerin Angelika Fittkau-Blank die Geschäfte des Berliner Medien-Tech Unternehmens. Wie man Unternehmen erfolgreich ins KI-Zeitalter überführt, hat der 50-jährige Berliner zuvor als "Global Head of AI Solutions" eines Automobilzulieferers bewiesen. Was er dabei gelernt hat, setzt er mit Teilen seines ehemaligen Teams nun auch bei competitionline um. Im Gespräch mit Chefredakteur Nicolai Blank verrät er, was ihn dabei antreibt, wie er die Zukunft der Branche sieht und wo competitionline Planer*innen am besten unterstützen kann.

Nicolai Blank: competitionline gibt es seit 23 Jahren. Viele würden sagen: ein etabliertes Unternehmen, das seinen Kurs kennt. Was hat Dich bewogen, genau jetzt die Geschäftsführung zu übernehmen?

Kanan Al-Zubaidi: Ich habe mich sehr über das Angebot von Angelika gefreut, die Geschäftsführung zu übernehmen. Wir kennen uns bereits länger und ich durfte competitionline aus der Perspektive des Beobachters verfolgen. Für mich war es immer ein sehr agiles und kundennahes Unternehmen, das durch seine tolle journalistische Arbeit besticht, aber vor allem einen enormen praktischen Nutzen und eine hohe Attraktivität für seine Kund*innen bietet. 

Kanan Al-Zubaidi ist der neue Geschäftsführer von competitionline.

Kanan Al-Zubaidi ist der neue Geschäftsführer von competitionline.

Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. competitionline bewegt sich in einem Marktumfeld, in dem wir einen technologischen Wandel vollziehen. Die Branche, aber auch wir befinden uns in einem umfassenden Transformationsprozess: Wir setzen Technologien wie Künstliche Intelligenz sowohl in unseren Produkten als auch zur internen Effizienzsteigerung ein. Darüber hinaus verändert sich der Kontext unserer Kund*innen. Dort können wir Teilprozesse künftig technisch noch viel stärker unterstützen.

Durch meine langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von komplexen Fragestellungen zu innovativer Technologieentwicklung bringe ich Expertise mit ein, um diese Prozesse von Anfang an voranzutreiben und aktiv zu gestalten. 

Du hast einmal gesagt, competitionline erfülle alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Zukunft. Das klingt nach einer Einschätzung, die Du vor Deinem Einstieg getroffen hast. Was hast Du gesehen, das andere vielleicht nicht gesehen haben?

Ich habe selbst KI in Unternehmen implementiert. Ich weiß, dass es dabei nicht um bloßen Tech-Hype geht. Es kommt darauf an, messerscharfe Use Cases zu definieren und strategisch klug zu entscheiden, welche Technologie man zukauft und wann man sie selbst entwickelt.

Bei competitionline habe ich etwas gefunden, das selten ist: 23 Jahre konsequente Datenarbeit für eine klar definierte Branche. Täglich. Ohne Unterbrechung. Wer verstehen will, warum manche KI-Produkte brillant sind und andere trotz enormer Investitionen scheitern, findet die Antwort meist nicht nur im Algorithmus. Er findet sie in der Qualität und Tiefe der Datenbasis und dem Domänenwissen, diese Daten zielgerichtet zu verarbeiten.

"Bei competitionline habe ich etwas gefunden, das selten ist: 23 Jahre konsequente Datenarbeit. Täglich. Wer verstehen will, warum manche KI-Produkte brillant sind und andere trotz enormer Investitionen scheitern, findet die Antwort in der Qualität und Tiefe der Datenbasis und dem Domänenwissen, diese Daten zielgerichtet zu verarbeiten."
Kanan Al-Zubaidi, Geschäftsführer von competitionline

Hinzu kommt etwas, das ich so nicht erwartet hatte: die Kundschaft. Architekt*innen, Ingenieur*innen, Stadtplaner*innen sind Menschen, die ihren Beruf mit echter Überzeugung ausüben. Sie bauen Dinge, die Generationen überdauern. Sie sprechen mit uns – nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Manche fahren mehrere Stunden, um mit uns gemeinsam an Produkten zu arbeiten. Das ist nicht nur Nutzerfeedback. Das ist Purpose, ein sinnstiftender Beitrag. Ich erlebe direkt, was unsere Arbeit bei Menschen bewirkt, die gesellschaftlich relevante Dinge tun. Das beflügelt mich. 

Dank unserer Kund*innen kennen wir die Workflows der Architekt*innen so gut wie niemand sonst. Genau hier liegt der Vorteil von competitionline: Wir müssen keine künstlichen Use Cases erfinden, wir haben die echten Anwendungsfälle für Produkte und die notwendigen Daten bereits vorliegen. Das macht uns zum idealen Partner für die Zukunft der Branche.

Hast Du eine persönliche Verbindung zu dieser Branche, zu Architektur, zum Bauen?

Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und war meine gesamte Karriere in der Industrie tätig, teils auch in sehr stark regulierten Kontexten. Ich denke, diese Erfahrung hilft mir, die Abläufe in der Architektur und im Ingenieurwesen zu verstehen, aber auch die größeren Systeme dahinter zu erkennen.

In meinen Gesprächen mit Architekt*innen und Ingenieur*innen stoße ich meistens auf ein sehr großes Interesse, gerade wenn es um Technologien geht. Gleichzeitig wird mir dabei bewusst, dass sie mit einer enormen Menge von Variablen jonglieren müssen und durch die direkte Wirkung ihrer Arbeit auf das Leben der Menschen eine riesige Verantwortung tragen.

Mein Herz geht auf, wenn ich den Wandel von Städten sehe, wie beispielsweise Paris heute im Vergleich zu vor zehn Jahren, oder wenn ich Ikonen wie das Piscina das Marés von Álvaro Siza Vieira erleben darf. Ich finde das Spektrum, in dem Architekt*innen denken müssen, tief beeindruckend und umfassend. Es geht um so viele hoch relevante und drängende Themen: Es geht um echte Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion, um das Bauen im Bestand und die zirkuläre Wirtschaft, aber eben auch um Erlebbarkeit, soziale Verantwortung und Zweckmäßigkeit. All diese Aspekte müssen heute oft unter hohem Kostendruck miteinander in Einklang gebracht werden.

Piscinas de Marés: Die Poolanlage wurde im portugiesischen Leça da Palmeira in den Jahren 1961 bis 1966 nach Plänen von Álvaro Siza Vieira errichtet.

Piscinas de Marés: Die Poolanlage wurde im portugiesischen Leça da Palmeira in den Jahren 1961 bis 1966 nach Plänen von Álvaro Siza Vieira errichtet.

In vielen Branchen wirkt KI disruptiv, gerade auch in der Medien- und Tech-Branche. Wie kann ein Medien-Tech Unternehmen wie competitionline zuverlässig Kurs halten und gleichzeitig den Sprung ins KI-Zeitalter schaffen?

Verlässlichkeit ist kein Widerspruch zu Innovation. Sie ist ihre Voraussetzung. Ein Produkt, das täglich von Tausenden Planungsbüros genutzt wird, um geschäftskritische Entscheidungen zu treffen, darf sich keine Qualitätsschwankungen erlauben. competitionline ist schlicht ein zu kritisches System im täglichen Workflow unserer Kund*innen, als dass wir es uns erlauben könnten, unfertige Beta-Versionen am lebenden Objekt zu testen. Wenn competitionline sagt, eine Ausschreibung ist heute verfügbar, dann ist sie verfügbar. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Es ist das Ergebnis von 23 Jahren täglicher Arbeit.

Was sich verändert, ist die Geschwindigkeit, mit der wir neue Fähigkeiten aufbauen. Wir haben in den letzten Monaten erheblich investiert: in ein neues Data & Intelligence Team, in eine dedizierte KI-Infrastruktur, in Menschen mit tiefer technischer Expertise. Diese Investition ist von außen nicht sofort sichtbar, aber in den kommenden Wochen werden wir Planer*innen nach und nach neue KI-Produkte zur Verfügung stellen.   

Mittlerweile kommuniziert fast jedes Unternehmen, dass es KI einsetzt. Was unterscheidet competitionlines Ansatz von dem anderer Plattformen?

Der wichtigste Unterschied ist, dass wir KI nicht erst seit gestern einsetzen – und dass wir dabei nicht angefangen haben mit dem, was glänzt, sondern mit dem, was nützlich ist.

Seit mehreren Jahren klassifizieren wir Ausschreibungen automatisch mit KI. Das klingt unspektakulär. Es ist es nicht. Unsere Mitglieder können Ausschreibungen nach "Art der Leistung" filtern, nach Objekttyp, nach Planungsdisziplin. Das sind Filter, die auf competitionline.com selbstverständlich erscheinen, über die andere Plattformen aber nicht verfügen. Nicht weil sie es nicht wollten, sondern weil sie das Domänenwissen nicht besitzen. Man kann kein Modell trainieren, das Ausschreibungen für Architekt*innen korrekt klassifiziert, wenn man die Branche nicht von innen versteht.

"Unsere KI liest die Vergabeunterlagen. Sie extrahiert, was heute manuell gesucht werden muss: Eignungskriterien, Bewertungsmatrizen, Fristen, formale Ausschlusskriterien. Das Ergebnis liegt sofort vor, in Minuten statt in Stunden."
Kanan Al-Zubaidi, Geschäftsführer von competitionline

Das ist der eigentliche Vorteil: Wir sind nicht ein Technologieunternehmen, das eine Branchenanwendung baut. Wir sind ein Branchenunternehmen, das Technologie konsequent einsetzt. Das ist ein fundamentaler Unterschied – in der Qualität der Ergebnisse, in der Relevanz der Features, in dem Vertrauen, das Kunden uns entgegenbringen. Was als nächstes kommt, baut genau auf diesem Fundament auf. Nicht als Versprechen, sondern als Produkt.

Was kommt denn als nächstes?

Was mich antreibt, ist eine sehr konkrete Frage: Wie viel Zeit verbringen Planungsbüros mit Arbeit, die eine Maschine erledigen sollte?

Vergabeunterlagen sind ein gutes Beispiel. Wer heute auf eine interessante Ausschreibung stößt, muss sich auf einem Vergabeportal registrieren, einloggen, herunterladen und dann durch teils hundert Seiten PDF arbeiten, bevor er oder sie auch nur weiß, ob die Ausschreibung überhaupt zum eigenen Büro passt. Das sind Stunden! Pro Ausschreibung! Multipliziert mit den damit verbundenen Kosten.

Seit einigen Wochen beschaffen wir die Vergabeunterlagen im Rahmen eines Beta-Tests und stellen sie direkt auf competitionline.com zum Download zur Verfügung – kein Plattformwechsel, kein extra Login. Diese Funktion wird ab Juli in einem neuen Zusatzpaket "Auftragsagent Pro" enthalten sein. Was da in wenigen Wochen kommt, geht aber noch einen entscheidenden Schritt weiter: Unsere KI liest die Vergabeunterlagen. Sie extrahiert, was heute manuell gesucht werden muss: Eignungskriterien, Bewertungsmatrizen, Fristen, formale Ausschlusskriterien. Das Ergebnis liegt sofort vor, in Minuten statt in Stunden. Wir werden das Angebot sukzessive um leistungsstarke KI-Zusatzfunktionen erweitern, die flexibel dazugekauft werden können. 

Wir sind längst nicht mehr "nur" die etablierte Plattform, die man seit Jahren kennt und schätzt. Hinter den Kulissen entwickeln wir Produkte und digitale Tools, die weit über unser bisheriges Kernangebot hinausgehen. Unser Ziel ist es, die täglichen Workflows und Prozesse unserer Kund*innen nicht nur zu begleiten, sondern sie radikal zu vereinfachen. Kurz: Wer an die Zukunft seines Büros denkt, soll automatisch an competitionline denken.

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